Bryan Adams rockte gegen den Regen

Wo nimmt dieser Mann nur seine Energie her? Der frisch gebackene Vater müsste doch Ränder unter den Augen haben und bei schlaflosen Nächten durchhängen. Doch nicht Energiebündel Bryan Adams. Zwei Stunden rockte er gestern Abend in Mönchengladbachs Hockeypark gegen den Regen an. „Ich liebe den Deutschen Sommer“, sprach die Ironie aus dem charmanten kanadischen Superstar und bot vor rund 12.000 Fans eine Show mit 24 seiner größten Hits.

Bryan Adams, everybody´s Darling und Schwiegermutters Liebling ist im Musikbusiness nicht mehr weg zu denken. Seit über 30 Jahren ist der Vollblut-Musiker mit der unverkennbaren Stimme tätig und versteht seinen Job bestens. Über zwei Stunden spielte er einen Hit nach dem anderen. Keine unbekannten Songs, da jeder Song von ihm bisher ein Hit war, darunter auch einige Ohrwürmer, wie „Summer of ´69″. Dabei vergaß man schnell den Regen um sich herum und den herein gebrochenen Temperaturabfall. Langeweile kam auch nicht auf, was zur Folge hatte, das die zwei Stunden Show-Programm auch zu schnell verflogen. Doch der wahre Adams-Fan nimmt nun mal die größten Strapazen auf sich. Denn jeder der herkam hatte nur ein Ziel: Bryan Adams live zu sehen und ehrliche und handgemachte Musik zu erleben.

In Aachen tobte zuvor ein Unwetter und man befürchtete, das dieses über Gladbach herüber ziehen würde. Deshalb bat man den Superstar schon eine halbe Stunde eher auf die Bühne. Bryan Adams reiste erst um 18.45 Uhr aus London an. Er hatte mit der kurzfristigen Vorverlegung aber keine Probleme. Eine halbe Stunde eher begann er mit dem ersten Song „House Arrest“ , der die Tribünen-Besucher nicht auf ihren Plätzen hielt. Nach dem ersten Song schmunzelte der Mann mit der Reibeisenstimme. Ein wenig merkwürdig sah die Menge schon aus auf die er blickte, da bereits draußen vor den Toren beim Einlass Unmengen an durchsichtiger Regen-Ponchos in Lila, Rosa, Blau und Grün verkauft wurden. Der Sänger nahm es mit Humor und witzelte herum, das doch in einigen Wochen sein Freund Sting hier auftreten würde und ein Fan sollte ihn doch einen rosa Poncho mitbringen und von ihm grüßen. Dennoch ließ man sich von dem unaufhörlich niederprasselnden Regen nicht die Stimmung verhageln. Stattdessen munterte er das Publikum auf. Mit Band-Kollege und mehr als talentierten Solo-Gitarristen Keith Scott ( mit dem er bereits seit 18 Jahren zusammen arbeitet) stimmte er spontan den Song „I can’t stand the rain“ an. Der 51-Jährige heizte ununterbrochen über die Bühne, sein zum dahin schmelzenden Lächeln und die gegelten Haare ließen ihn noch symphatischer wirken. Damit auch keiner was von dem Bühnenprogramm und dem zuckersüßen Sunnyboy verpasste, wurde das Konzert auf riesigen Bildschirmen übertragen.

Michaela aus Münster durfte mit Bryan zusammen den Song „When you´re gone“ singen. Bekanntlich schmetterte Mel C den Song mit Bryan Adams. Von vielen weiblichen Besuchern beneidet erntete sie dennoch viel Applaus für ihren Mut. Doch auch der Gastgeber war mehr als zufrieden mit seinem Publikum. Überraschend musste er zugeben: „Ein Konzert zu spielen ist toll. Und es ist toll zu sehen, wenn ihr nass werdet und bleibt. Wenn ich einen Hut hätte, würde ich ihn vor euch ziehen“, sagt er kurz vor der letzten Zugabe. Wie paralysiert stand er auf der Bühne und spielte solo auf seiner Akustikgitarre „Straight from the Heart“. Gänsehaut pur. Schöner hätte er sich nicht von seinem Publikum verabschieden können.

Leider tourt er mit seiner vierköpfigen Band nur an vier Orten in Deutschland. Diese Termine finden in Berlin, Mönchengladbach, Oberursel, Bad Mergentheim und München statt. Bryan Adams tourt selten in Deutschland. Deshalb sollte man sich die Chance nicht entgehen lassen ihn live zu erleben. Als Vorgruppe heizen das schottische Singer- und Songwriter-Duo „Martin & James“ die Gäste an.

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