Duisburg von unten – „Salvatorstube“

In der „Salvatorstube“ betreibt Wirt „Heribert“ seit fünf Jahren eine Kneipe, welche schon seit einem halben Jahrhundert fester Bestandteil der Duisburger Pintenkultur ist. Ein Testbesuch im Herzen der City.
Bei Facebook blinkt das Chatfenster. Ein Kumpel erwägt bei herrlichem Wetter einen Besuch im Biergarten. Ich erwidere, dass man vor der „Salvatorstube“ wohl draußen sitzen kann, welches virtuell lachend zur Kenntniss genommen wird.In der Tat zählen die paar Tische vor der Gaststätte nicht zu den Highlights der Duisburger City. Trotzdem sitzen ein paar ältere Damen und Herren gepflegt trinkend vor der Tür. Wir setzen uns und betrachten die Szenerie. Schräg gegenüber befand sich das legendäre „Relativ“, welches von der Duisburger Punkszene gern angenommen wurde. In Richtung Düsseldorfer Straße befindet sich das Bistro „Marianne“, welches einen völlig uninteressanten Eindruck hinterlässt.
Nach geschätzten fünf Minuten werde ich unruhig und frage durstig, meiner diesmal nur leicht charmanten Begleitung, wo denn die Bedienung bleibt, als der wirklich freundlich wirkende Wirt rauskommt und anscheinend den Laden ganz alleine bedient.“Heribert“ serviert schließlich zwei große Pils, welche bei warmen Wetter sehr angenehm kühl sind. Zudem sind sie fair gefüllt und köstlich herb.Angesichts der seltsam wirkenden, vorbeilaufenden Passanten wird einem doch schnell langweilig.
Wir betreten den Laden und setzen uns neben der gut gefüllten Bar rechts neben der Theke. Diese ist in bierfaß-förmig gestaltet und macht einen netten traditionellen Eindruck. Weiter hinten sitzen permanent laut lachend fünf Damen würfelnd in einer netten Nische.Die Girls (Damen mittleren Alters) habe eine dermaßen absurde „Lache“, so, dass wir einfach mitgrinsen müssen. Leider ist die Musik sehr gedämpft, was aber an einem Freitag nicht der Fall sein soll. Angeblich soll dann richtig die Post abgehen.
Wirt „Heribert“ wirkt aufmerksam und wach, ständig nach leeren Gläsern schauend.Als mein leeres Glas von ihm entdeckt wird, nicken wir uns beinahe gleichzeitig zu, ohne ein Wort zu wechseln und schnell habe ich ein neues Bier. Klasse!Jener Wirt hat eine Brille welche zwar überhaupt nicht zu seinem Typ passt, aber scheiß drauf. Schliesslich ist er männlichen Geschlechts und darüber hinaus Borussia Mönchengladbach Fan, welches in Ordnung ist. Was mir nicht gefällt, ist diese seltsam unpassend wirkende neonbeleuchtete Schnapsnische hinter der Theke und die Tatsache, dass doch tatsächlich ein Bayern München-Wimpel an der Wand hängt.Prompt reden die angenehm wirkenden Gäste über das bevorstehende Endspiel unserer geliebten Zebras. Anscheinend ein Stammgast sagt laut: „Die Schalker kriegen wat am Arsch. Dat kriegen se und sonst nix“. Ohne auch nur mit einem Wort auf sein grandioses Statement einzugehen nicken die anderen Strategen zustimmend.Als jener Herr über 60 Lebensjahren dann auch bezahlt und geht ruft Wirt Heribert „Tschüss, Johnny“.Hoch sollen sie leben, diese „Johnnys“. „Salvatorstube“ auch. Meinen Segen haben sie. Prost!
SalvatorstubeSalvatorweg 1947051 Duisburg

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