Speisen in Duisburg – „Faktorei“ feiert 10jähriges Jubiläum

Man muss nicht nach Düsseldorf fahren um anspruchsvoll zu essen. Chef Stefan Cammann schafft es, mit einfachen Mitteln seine Gäste seit nunmehr 10 Jahren zufrieden zu stellen. Ein Besuch in der „Faktorei“ verläuft angenehm entspannt.

Stefan Cammann scheint die Perfektion in Person zu sein wenn es um „Mise en place“ geht. Das Vorbereiten, Organisieren und die Zubereitung der Menus mittels zwei Kombigarern und einer Herdplatte verblüfft zusehends und man fragt sich warum es nicht jedes Restaurant so macht. Chef Cammann zuckt mit den Schultern. „Kochologisch gesehen ist es einfach nur sinnvoll“ und wiederholt „kochologisch“ mehrmals bei unserem Gespräch vor Ort. Dass er in der Fachpresse als „Robokoch“ tituliert wurde, stört ihn nicht weiter. Der Erfolg gibt ihm schließlich Recht. Aus ganz Europa kommen Gastronomen um seine „Ideen-Küche“ kennen zu lernen. Als Referent und Trainer u.a. für den Verband der Köche Deutschlands (VKD) vermittelt er seine nahezu revolutionäre Art zu kochen. Man fragt sich schon ob es ein Stilbruch ist und man lieber die traditionelle Art des Zubereitens in einem Restaurant vorzieht und wird dezent auf den enormen Stressfaktor in Deutschlands Küchen hingewiesen. „…50% aller Auszubildenden brechen die Lehre nach kurzer Zeit ab. Mein Auszubildender Kai Cornelius kommt nun ins dritte Lehrjahr und könnte den Laden fast alleine schmeißen“.

Jetzt aber mal Butter bei die Fische: Wie schmeckt es denn überhaupt in der „Faktorei“? Gottlob und für Duisburg auch unpassend ist es keine „Nouvelle Cousine“ welche angeboten wird. Schaut man auf die Speisekarte entdeckt man sogar einen Burger abseits des Mainstreams. Das aus der Kobe-Region stammende Wagyu-Rind wird für einen wirklich köstlichen Luxusburger verwendet dessen Herkunft natürlich seinen Preis hat. Schön, dass dieser auch medium serviert wird welches laut Aussage von Cammann manchmal schon ein wenig Aufklärungsarbeit beim Gast erforderlich macht. Durch die Tatsache, dass der Chef von seinem Großvater, einem Viehhändler, sein enormes Fleischwissen bezog, macht die Sache doch vertrauenswürdig. Ansonsten ist man froh, nicht in einem Sterne-Restaurant zu sitzen wo einem noch das Lachen verboten wird. Oder das gegenseitige Probieren vom anderen Teller. Dass dies in vielen Sterne-Restaurants mit einem höflichen „…schön, dass es Ihnen geschmeckt hat. Bitte kommen Sie nicht wieder“ geschieht, ist nach wie vor für mich unfassbar. Schön, dass die Faktorei über solchen Dinge steht. Happy Birthday!

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