Guttenberg bestreitet in Stellungnahme Plagiatsvorwurf

Karl-Theodor zu Guttenberg bleibt offenbar bei der Darstellung, seine Doktorarbeit sei kein absichtliches Plagiat. In einer an die Kommission der Universität Bayreuth gerichteten ersten Stellungnahme versicherte der CSU-Politiker, er habe viele Jahre an der Arbeit gesessen, verschiedene Datenträger benutzt, in kurzen Abschnitten gearbeitet und die Übersicht verloren, vermeldet der Spiegel in seiner Vorabmeldung. Die Uni-Kommission kann das allenfalls teilweise nachvollziehen. Einen zentralen Widerspruch sehen die Wissenschaftler offenbar bei jenen 40 bis 50 Seiten, auf denen Guttenberg mehrere von ihm selbst in Auftrag gegebene Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages referiert. Hier zitiert er über weite Strecken fast wörtlich, ohne es kenntlich zu machen. Da dies zeitlich gegen Ende der Arbeit geschehen sei, lasse es sich kaum mit Schusseligkeit erklären. Guttenberg wurde das „mögliche Ergebnis“ der Prüfung seiner Doktorarbeit inzwischen mitgeteilt. Er hat bis 26. April Zeit, dazu schriftlich Stellung zu nehmen. Anfang Mai soll der Bericht der Uni fertig sein. Guttenberg und seine Anwälte wollen sich öffentlich nicht zu den Untersuchungen äußern, stehen aber einer Veröffentlichung der Prüfung nicht mehr im Wege. In dieser Woche will erstmals ein Plagiatsopfer Guttenbergs Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Hof wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht stellen. Auslöser ist die schleppende Aufklärung der Affäre. In einem Brief hatte sich der ehemalige Verteidigungsminister zuvor „aufrichtig“ entschuldigt, dass er Teile eines Textes – der auf mehr als 50 Seiten seiner Promotion auftaucht – „wörtlich übernommen“ habe, „ohne in allen Fällen Ihre Autorenschaft in wissenschaftlich redlicher Weise zu kennzeichnen“.

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One thought on “Guttenberg bestreitet in Stellungnahme Plagiatsvorwurf

  1. Da kann man nur noch sagen: Dieser Mensch ist einfach lernresistent. Doch wahrscheinlich hat sein Verhalten auch gute Seiten, nämlich die, dass er uns in der Zukunft als Politiker erspart bleiben wird.