Keime machen es sich in der Elektro-Nische gemütlich

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(Bild: ELV) Automatische Wasserhähne, die mit einem Sensor feststellen, ob sich jemand mit seinen dreckigen Pfoten unbotmäßig nähert und diese auch noch befeuchtet haben möchte, sind eigentlich eine gute Idee: Sie sparen Wasser (zumindest das abgebildete Modell frißt dafür aber wiederum 6 bis 8 Alkali-Micro-Batterien im Jahr!) und verhindern, daß der Wasserhahn anschließend auch noch dreckig ist. (Zumindest, wenn sie wie vorgesehen reagieren – dies ist oft leider nicht der Fall, dann hilft nur noch lautes Singen, Tanzen oder Voodoo-Beschwörung weiter – oder auch vier neue Alkaline-Micro-Zellen).

Nicht so gut klappt mit automatischen Wasserhähnen allerdings der beliebte Scherz, dieselben mit Tapetenkleister einzuschmieren, was bei den Benutzern regelmäßig äußerst interessant entgleisende Gesichtszüge zur Folge hat (besonders, wenn diese sich zu tiefgrübelnde Gedanken über die Herkunft des glitschigen Materials machen sollten) und zu der alten Fußballerweisheit führte „Nach dem Händewaschen ist vor dem Händewaschen“.

Deshalb sind automatische Wasserhähne nicht nur in blitzsauberen Autobahnklos, sondern auch in ebenso blitzsauberen Kliniken sehr beliebt, damit nicht jeder Arzt die Keime über den Wasserhahn beim Händewaschen an den nächsten weiterreicht.

Doch sind sie so mit Elektronik vollgestopft, daß sich in ihnen die Legionellen (nein, das ist nichts zum Essen!) hervorragend wohlfühlen und eifrig fortpflanzen. Dabei entsteht kein Tapetenkleister, sondern weit Ungesünderes. Weshalb die Kliniken nun den teuren Automatik-Hähnen die Gurgel umdrehen und wieder einfache Modelle mit Hand-Bedienung einbauen lassen.

Alternativ und ökologisch korrekt kann man natürlich auch Wasser und Energie sparen und sich bei einschlägigen Verrichtungen auch gleich über die Hände pinkeln: Pipi ist garantiert Salmonellen-frei.

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