Loveparade: Staatskanzlei plant Gedenken zum Jahrestag der Loveparadetragödie von Duisburg

Wie aus dem näheren Umfeld der NRW-Staatskanzlei zu vernehmen ist, wird sich die Landesregierung, unter Führung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), der Gestaltung des ersten Jahrestages der Loveparadetragödie von Duisburg annehmen. Genaue Planungen sollen im Laufe des April bekannt werden.

Wie Rolf Schotsch, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg -auch zuständig für die Notfallseelsorge Duisburg-, gegenüber xtranews auf Anfrage mitteilte, sei die Salvatorkirche für den 24.7.2011 ganztägig reserviert. Dies bestätigte auch der zuständige Pfarrer der Salvatorkirche, Herr Pfr. Krogul, im Gespräch mit xtranews. Über genaue Abläufe und Planungen könne man allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben machen. Pfarrer Krogul verwies in diesem Zusammenhang auch auf das am 13.4.2011 stattfindende szenische Konzert zum Gedenken an die Opfer der Loveparadekatastrophe in seiner Kirche. Unter anderem wird dieses Konzert mit veranstaltet vom Opferverband Massenpanik Selbsthilfe eV., die seit Wochen zum Besuch dieser Gedenkveranstaltung aufrufen und in den letzten Tagen hierzu auch Flyer verteilten.

Im Gespräch mit xtranews berichtete Pfarrer Krogul auch davon, dass die große Trauerkerze, welche anlässlich der offiziellen Trauerfeier im Juli 2010 entzündet wurde, bis zum Jahrestag brennen wird. Sie brennt bei allen stattfindenden Gottesdiensten in Gedenken an die verstorbenen Opfer.

German Bensch, der als Verbindungsglied zwischen den Angehörigen der Loveparade und der Stadt Duisburg fungiert, bestätigte ebenfalls gegenüber xtranews, dass es Gespräche über eine offizielle Gedenkveranstaltung am 24.7.2011 geben wird. Auch er verwies auf weitere Gespräche aller Beteiligten, insbesondere der Angehörigen, und weiterer Planungen. Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Aus den Reihen der Angehörigen ist der Wunsch nach einer direkten Beteiligung der NRW-Landesregierung an den Gedenkfeierlichkeiten gegenüber Ministerpräsidentin Kraft geäussert worden. Zuletzt bei einem Angehörigentreffen mit der Ministerpräsidentin im Februar dieses Jahres in Duisburg. Hintergrund dafür sollen auch die öffentlichen Streitigkeiten einzelner Opferverbände/Vereine sein. Zudem geniesst Hannelore Kraft bei den Hinterbliebenen der Opfer größte Wertschätzung.

Unterdessen stellt der Opferverein Never Forget e.V. eine virtuelle Grabstätte mit den Namen der Verstorbenen der Loveparadekatastrophe ins Internet, wie der Verein gestern auf seiner Facebookseite bekanntgab. Dort können via Mausklick Kondolenzeinträge verfasst werden, auch anonym. Diese Website nennt sich „Strasse der Besten-Online-Friedhof“.

Das sich die Landesregierung, und auch Frau Kraft, für die Gestaltung des Jahrestages verantwortlich zeigen werden, stösst auch bei direkt Betroffene auf große Zustimmung. Gerade die Hinterbliebenen der Toten empfinden die Streitigkeiten vor Ort als unangemessen. Der Vater des bei der Loveparade 2010 verstorbenen 21jährigen Eike, Klaus-Peter Mogendorf, gegenüber xtranews:

„Alle beteiligten Gruppen, Vereine usw. sollten sich schämen für das was sie hier veranstalten. Die Opfer, die Toten und Angehörigen stehen schon lange nicht mehr im Mittelpunkt, sondern nur noch die Eigenprofilierung einiger Damen und Herren. Ich brauche hier keine Namen zu nennen, sie wissen schon wen ich meine. Ich spiele ganz ehrlich mit dem Gedanken, mich komplett aus dieser Geschichte zurück zu ziehen. Diese Leute, die angeblich die Interessen der Opfer, Toten und Angehörigen vertreten wollen, verhalten sich kein bißchen besser, als die damaligen Veranstalter und Initiatoren der Loveparade 2010. Was bekommen die eigentlich dafür , so verhält sich doch keiner, der das ehrenamtlich aus freien Stücken macht ?“.

xtranews wird über die weiteren Planungen des Jahrestages berichten, sobald nähere Einzelheiten dazu von den entsprechenden offiziellen Seiten vorliegen.

Update: wie xtranews.de exklusiv erfahren konnte, wird Hannelore Kraft den Gedenktag ausrichten.

Fotos zur Thematik Loveparade 2010 in Duisburg finden sie unter http://xtranews.de/imagedesk/index.php/Duisburg/Loveparade-2010

22 thoughts on “Loveparade: Staatskanzlei plant Gedenken zum Jahrestag der Loveparadetragödie von Duisburg

  1. Sabine Schlossmacher Do, 31 Mrz 2011 at 14:04:25 -

    Jetzt macht die NRW Landesregierung etwas zum Gedenken an die Opfer der Loveparade und es ist falsch, wenn die Landesregierung NICHTS machen würde, dann heißt es, die Opfer werden von der Politik vergessen!

    Kann es denn Keinem Recht gemachen werden! !?

    Außerdem kann ich mir vorstellen, dass noch ganz viele andere Menschen an dem Tag auch zum Gedenken kommen werden, sind die dann auch nur profilsüchtig??

    Da gibt es bestimmt Hunderte die ganz ehrlich und mit großen Bedauern extra zum Tunnel und der Gedenkstätte kommen,um ihr Beileid aussprechen zu können.

    • Sabine Schlossmacher Do, 31 Mrz 2011 at 16:28:34 -

      Herr oder Frau „auch Künstler“
      hab ich da was vollkommen falsch verstanden, dann tut es mir sehr Leid und ich habe so viel ich weiß noch nie Streß gemacht,sondern immer sachlich meine Meinung gesagt! Und niemals mich auf Ihr Schreibniveau gesetzt und schon ganicht mit falschen Namen!

  2. Zur Kenntnisnahme, der onlinefriedhof ist von mir und nicht von never Forget. Ich finde dies gut und steh dazu… Jeder sieht es anders, man sollte daher nicht zu schnell verurteilen.
    Lg mona

  3. Es ist gut, dass die Staatskanzlei eine neutrale Gedenkfeier veranstalten wird. Es muss für die Angehörigen der Toten unerträglich sein, diese unsägliche Geschichte, die von Never Forget inszeniert wurde, zu verfolgen.

    • Ich bin heilfroh, dass der Gedenktag nun von dieser Seite aus geplant wird und man nun hoffentlich keine Angst haben muss, in einen wieder überfüllten Tunnel zu kommen um zu Gedenken. Aus diesem Tag ein Volksfest zu machen fände ich völlig unangebracht und dies wurde ja anscheinend von NF geplant wenn man auf deren HP liest! Kann mich da Bandelier nur anschliessen.
      @ Mona Wenn an dem Grab steht Never Forget und es wird auf Never Forget gepostet UND sie sind Vorstand in diesem Verein zählt man eben 1 und 1 zusammen und geht davon aus, dass dieses Grab von NF erstellt wurde. Ist dies übrigens mit ALLEN Angehörigen der Verstorbenen abgesprochen? Ansosten sind sie nicht berechtigt, ein solches Grab zu erstellen, nur zur Info!
      An den Redakteur: Danke für diesen Tollen Artikel!

    • Sehe ich ähnlich. Es muss die Angehörigen unendlich schmerzen zuzusehen wie sich gestritten wird um Erfolge bzw. Misserfolge, um die Anzahl der Mitglieder etc.
      Wo bleibt das wirkliche und wahre Gedenken an die Opfer? Trauer ist, für mein Verständnis, leise.

  4. Da meint man es gut…..
    Ich habe den Onlinefriedhof umgeändert, die Namen entfernt! Ich meinte es wirklich gut!!! Ich wollte keinem vor dem Kopf stoßen!
    Das Online Grab gibt es schon sehr sehr sehr lange und wenns doch so gestört hat, wieso schreibt man mich nicht an, es gibt dort eine Funktion und erhalte dann die Nachricht via email!
    Naja …
    Man kann es keinem Recht machen und schon mal gar nicht Leuten, die einen hassen, weil man in einem Verein aktiv ist, der ihnen nicht passt!

    Das Grab ist von mir privat erstellt worden… das Never Forget lass ich auf dem Stein stehen, es hat nichts mit dem Verein zu tun.

    Wer noch was zu meckern hat, z.B. wo der Kranz stehen sollte, der soll sich melden *Ironie ende*! -.-`

    Lg 🙁
    Mona

  5. Ich kann Herrn Mogendorf nur zustimmen. Das Gezanke der Vereine um die Trauerfeier war einfach nur noch peinlich.

    • Wo kann man Gezanke um den Jahrestag sehen/lesen? Das Einzige was man lesen kann ist, dass eine Person den Jahrestag für sich beanspruchen wollte.

      @ Mona Wieso ist bei den Bildern dann das Zeichen von Never Forget zu sehen? Dies mit dem Herz? Aber OK, jeder so wie er kann, Ehrlich wäre schön aber dies scheint schwer zu sein.

  6. Ich empfinde diesen Internetfriedhof für die Angehörigen peinlich! Er steht tatsächlich unter dem Banner des Vereins Never Forget. Sind die Angehörigen gefragt worden?
    Auch wenn eine Person dies allein gemacht hat—sie ist Vorstand dieses Never-forget-Vereins, also hat sie es im Namen des Vereins getan!

    Danke Herr Mogendorf, für Ihre Worte!

      • simone & kosorten? leute wie sie hat herr M. vermutlich mit „usw.“ gemeint…

        ich finde vor allem solche leute peinlich, die genau zu wissen glauben, was die angehörigen wollen, aber selbst nix dazu tun, dass man dem gerecht werden kann. wenn nur die hälfte derer, die nur gegen etwas sind, aber ihren a**** nicht auch mal für etwas vorm internet weg bekommen, wirklich etwas „dafür“ tun würden, wäre die welt schon so, wie ihr sie wolltet…

        es sind diese leutchen, die seit beginn an etwas dafür tun, damit möglichst nicht eine gedenkstätte ohne bezug zum geschehen auf eine wiese gestellt wird, die als hundklo fungiert. wenn die angehörigen da ihrer verlorenen gedenken sollen, DAS ist peinlich! gestorben auf dem filetstück Duisburgs und das gedenken auf einer wiese, die anwohner nutzen um ihre köter abzuhalten… datt is Duisburg!

  7. ich habe den banner gelöscht… und ich habe das onlinegrab im privaten rahmen erstellt, weit vor der gründung des vereins!!!

  8. ich finde die idee gut,deswegen habe ich dort auch ne kerze hingestellt…ich finds gut für leute,die nicht zum tunnel fahren können zu eurer gedenkstätte,so wie ich,weil sie einfach zu weit weg wohnen…

  9. Die tödlich verunglückten jungen Menschen haben sicher etwas gemeinsam: sie wollten an diesen Tag ausgelassen feiern und wurden Opfer einer desaströsen, verantwortungslosen Fehlplanung. Ansonsten handelte es sich bei diesen Menschen um individuelle Persönlichkeiten, über deren Andenken ausschließlich die engsten Angehörigen bestimmen sollten.

    Es ist völlig in Ordnung, wenn auch Menschen, die nicht unmittelbar von einem schmerzlichen Verlust betroffen sind, aufgrund ihrer Betroffenheit an die Katastrophe und ihre verheerenden menschlichen Folgen erinnern. Das konkrete Andenken an die einzelnen Toten allerdings hat in diesem Rahmen nichts zu suchen – es sei denn, die jeweiligen Angehörige wünschen dies ausdrücklich. Wird diese Selbstverständlichkeit nicht respektiert, so drängt sich sehr schnell der Verdacht auf, daß eine eigene Profilierung im Vordergrund stehen könnte.

    Eine ganz andere Sache ist dann im Übrigen, wenn die längst überfällige Übernahme von Verantwortung durch Sauerland, Rabe, Schaller & Co. gefordert wird. Dies ist sicher auch weiterhin notwendig, sollte aber mit dem Gedenken und der Trauerbewältigung nicht verknüpft werden. Veranstaltungen, wie die „Engel & Teufel“-Aktion im Innenhafen, haben nichts mit Gedenken zu tun. Schon gar nicht dann, wenn sie umrahmt wird von populistischem Geträller einer höchst umstrittenen Band. Angehörige, die auf dem LoPa-Kongress das Wort ergriffen, zeigten sich dementsprechend auch verständlicherweise schockiert und wütend über diese Aktion.

    Wenn nun Frau Kraft ankündigt, die Durchführung einer angemessenen Gedenkveranstaltung zu organisieren, dann ist das sehr zu begrüßen. Durch ihre bewegende Rede bei der Trauerfeier hat sie bei den Angehörigen, aber auch vielen Bürgern Duisburgs und darüber hinaus, das bewiesen, was hiesigen Repräsentanten offensichtlich zur Gänze fehlt: einen würdevollen Umgang.

    Ich persönlich würde mir wünschen, daß es am 24. Juli für die Angehörigen der Opfer und die Menschen, die noch heute von den dramatischen Schreckensbildern jenes Tages traumatisiert sind, eine Möglichkeit gibt, an der Unglücksstelle inne halten zu können. Ganz ohne Aktionen und ohne Never Forget. Die wirklich Betroffenen sollten sich an diesem Tag ungestört und geschützt ihren Gefühlen und Gedanken hingeben können.

    • „Ich persönlich würde mir wünschen, daß es am 24. Juli für die Angehörigen der Opfer und die Menschen, die noch heute von den dramatischen Schreckensbildern jenes Tages traumatisiert sind, eine Möglichkeit gibt, an der Unglücksstelle inne halten zu können. Ganz ohne Aktionen und ohne Never Forget. Die wirklich Betroffenen sollten sich an diesem Tag ungestört und geschützt ihren Gefühlen und Gedanken hingeben können.“

      Das wünsche ich mir auch!

  10. ich weiß nicht wen eikes vater mit seinen äusserungen meint, aber es schockiert mich, es irritiert mich, es macht mich sprachlos, das angehörige der opfer dieser katasthrophe instrumentalisiert, benutzt und vorgeführt werden. das gehört sich nicht, das tut man nicht! und dieses ständige, unbegründete rumgescheisse gegen das engagement von konny hendrix, das nervt! es würde keine gedenkstätte am unglücksort geben, wenn diese frau mit ihrer behaarlichkeit nicht dafür gesorgt hätte, wenn sie nicht den mut und die aufrichtigkeit gehabt hätte, diesen ort mit hilfe anderer einfach in beschlag zu nehmen und diesen in einen ort des würdigen gedenks zu verwandeln. ob es euch passt oder nicht, es war konny hendrix und es war never forget die das gemacht haben, während ihr nur stänkernd am bildschirm sitzt. ich und mein verein werden dies auch weiter unterstützen, wir werden alles zur verfügung stellen, was uns möglich ist. wir werden auch weiter frische blumen im wert von täglich über 60€ auf die treppe legen, weil es uns bewegt, weil es uns nicht loslässt, weil wir uns als bürger dieser stadt im gegensatz zu den verantwortlichen, verantwortlich fühlen, denen die ihr leben verloren haben ein würdevolles gedenken zu gestalten! ob ihr damit klar kommt oder nicht, das ist „peng“!

  11. Duisburger Freiheit – BV-Mitte stellt Planungen vor
    INFO
    Am Donnerstag, 14. April, findet um 18 Uhr im Rathaus am Burgplatz 19 in Duisburg-Altstadt (Ratssitzungssaal/Raum 100) ein Termin zur Bürgerbeteiligung statt.

    Quelle: Bürgerzeitung Duisburg