Vereinsmeierei oder wie ein Duisburger Verein seinen Untergang beschleunigt

Bergheim war in der Vergangenheit auch ein Zechenstandort. Von 1914 bis 1973 wurde auf der Zeche Mevissen Kohle gefördert. Die Bergbaugeschichte dieser Zeche und der anderen Rheinhauser Zeche Diergardt in Asterlagen wird in einer Sammlung für die Nachwelt erhalten. Diese Bergbausammlung betreibt ein ehrenamtlich agierender Verein, der für die Erhaltung und den laufenden Unterhalt des kleinen Museums auf Fördermitglieder angewiesen ist.

So weit so gut. Denn auch ich überlegte mir, dort förderndes Mitglied zu werden. Doch das ist gar nicht so einfach. Unter bergbausammlung.de gibt es zwar einen ausdruckbaren PDF-File der Beitrittserklärung, jedoch sind die zugehörenden Informationen zum Beitritt nicht online abrufbar. Wie allgemein üblich, muss man im Falle der Mitgliedschaft die Vereinssatzung anerkennen. Doch wie soll man die Satzung anerkennen, wenn man sie nicht gelesen hat? Und einen Vertrag (Beitrittserklärung) ohne Kenntnis des „Kleingedruckten“ unterschreibe ich grundsätzlich nicht.

Als netzaffiner Mensch trete nun ich mit diesem Verein über eMail in Kontakt und bitte um Zusendung der fehlenden Informationen (Satzung) meinerseits. Die etwas schroffe Antwort, die Satzung liegt im Museum zur Ansicht aus – man verschicke aus Kostengründen keine 7 Seiten Papier, kam eine viertel Stunde später bei mir an. Hallo? Geht’s noch?

Die Antwort hat mich mehr als befremdet. Da hätten die mir doch gleich die Satzung mit der Antwort-eMail schicken können! Das habe ich dem Verein auch direkt gemailt. Eine Stunde später kam dann die Erläuterung:

Hallo Herr [Name entfernt],
da ein großer Teil unserer Mitglieder keinen Internet-Anschluß hat,müssen wir leider auch z.B. Einladungen zur Jhv. mit der Post verschicken.
Ich werde Ihre Anregungen aufnehmen und beim nächsten Treffen zur Diskussion und evtl. die Satzung ins Internet stellen,sollte der Vorstand und Beirat dem zustimmen!
Ich hoffe daß Sie sich bis dahin noch gedulden können,sollte dieses nicht der Fall sein,kommen Sie uns doch einfach besuchen,es sind ja nur ca.500m!
Glückauf
[Name entfernt]

Irgendwie fühle ich mich verarscht. Vor Allem stören mich die vielen Ausrufezeichen. Adieu, ich werde dann wohl kein Fördermitglied.

Wie soll dieser Verein in Zukunft überleben? – ein Verein, dessen Vorstand nicht von den Mitgliedern sondern vom Beirat gewählt wird. Und – das erstaunt mich jetzt nicht – der Beirat wird vom Vorstand gewählt. Wie will dieser Verein die Rheinhauser Bergbaugeschichte an die nächsten Generationen weitergeben und erhalten?

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