Sieger des Integrationspreises 2010 stehen fest

234 Schulen, Vereine, Städte und zahlreiche Institutionen aus ganz Deutschland hatten sich beworben – drei von ihnen stehen nun als Sieger des DFB und Mercedes-Benz-Integrationspreises 2010 fest: die Spielvereinigung Kaufbeuren e.V., die Gesamtschule Horst aus Gelsenkirchen und der Verein FAIR e.V. aus Ellwangen.


Am Vorabend des Australien-Länderspiels wurden die Preisträger in Düsseldorf in den Kategorien „Verein“, „Schule“, und „Sonderpreis“ geehrt. Rolf Hocke, DFB-Vizepräsident für Prävention, Integration, Freizeit- und Breitensport, Ursula Schwarzenbart, Leiterin des Global Diversity Office der Daimler AG und Nationalspieler Cacau überreichten den Gewinnern die Schlüssel zu ihrem Siegerpreis: einem neuen Mercedes-Benz Vito.
Prof. Dr. Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, hielt die Eröffnungsansprache. Auch Oliver Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft und Schirmherr des Integrationspreises, DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und die deutsche Nationalspielerin Célia Okoyino da Mbabi beglückwünschten die frischgekürten Sieger. Für den zum vierten Mal verliehenen Integrationspreis stellen DFB und Mercedes-Benz allein in diesem Jahr Geld- und Sachpreise im Wert von 150.000 Euro bereit.

Ziel des Preises ist es, Projekte und Aktivitäten zu unterstützen, die mithilfe des Fußballs die Integration von Kindern und Jugendlichen – insbesondere von Mädchen – mit Migrationhintergrund auf vorbildliche Art fördern. Er wurde im Jahr 2007 gemeinsam von DFB und Mercedes-Benz ins Leben gerufen.

“Durch die Verleihung des Integrationspreises will der DFB gemeinsam mit unserem langjährigen Partner Mercedes-Benz darauf aufmerksam machen, dass auch an der Basis bei den kleinen Vereinen tagtäglich wertvolle Arbeit für die Integration geleistet wird. Auch dort hat Fußball eine Fußball verbindende Kraft und grenzt niemanden aus. So kann er einen wichtigen integrativen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten“, sagt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.

„Dribbling Khedira, Zauberpass Özil, Treffer Klose: Was wir bei der Weltmeisterschaft 2010 mit unserer multi-kulturellen Mannschaft erlebt haben, war ein wunderbares Beispiel für gelungene Integration. Ganz Deutschland war begeistert. Fußball-Trainer – sei es beim DFB oder auf Vereinsebene – wissen nur zu gut: Damit ein Team ins Tor trifft, müssen alle Mannschaftsteile aufeinander abgestimmt sein. In der Gesellschaft sieht dies nicht anders aus. Das Miteinander aller gesellschaftlichen Gruppen ist enorm wichtig. Als weltweit agierendes Unternehmen zählt grenzübergreifender Dialog zu unserem Kerngeschäft. Daher liegt uns die Förderung von Integration sehr am Herzen. Die Unterstützung der wichtigen Arbeit unserer diesjährigen Preisträger steht beispielhaft dafür“, sagt Ursula Schwarzenbart.

Oliver Bierhoff ergänzt: „Der Vereinssport schweißt hierzulande wie kaum eine andere Institution die Menschen aneinander. Er verbindet und führt zusammen. Dem Fußball als Deutschlands beliebtester Sportart kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Dem DFB und Mercedes-Benz ist es deshalb sehr wichtig, mit der heutigen Auszeichnungen erneut ein klares Zeichen für Integration und Teamgeist zu setzen.“

Prof. Dr. Maria Böhmer sagt: „Ich bin begeistert von der großen Resonanz auf den Integrationspreis. Das spornt an, denn Integration lebt vom Mitmachen! Mit ihren kreativen Ideen liefern die Projekte wertvolle Impulse für ein gutes Miteinander in unserem Land. Die Preisträger sind wichtige Vorbilder. Sie haben bewiesen: Mit der Integration ist es wie beim Fußball: Der Erfolg gelingt nur im Team. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten, gleich ob am Arbeitsplatz, in der Schule, im Verein oder in der Nachbarschaft. Engagement aus der Mitte der Gesellschaft ist unverzichtbar für ein gutes Zusammenleben. Mit ihren Initiativen bringen der DFB und Mercedes-Benz Einheimische und Migranten auf vorbildliche Weise zusammen. Sie sind damit Vorreiter bei der Integration!“

Der Integrationspreis wird in den drei Kategorien „Schule“, „Verein“ und „Sonderpreis“ vergeben. In jeder Kategorie können sich die Sieger über einen Mercedes-Benz Vito freuen. Das Fahrzeug wird ihnen als wertvoller Begleiter im Vereinsleben und Schulalltag dienen, indem er Kindern und Jugendlichen eine sichere Fahrt zu ihren Punktspielen ermöglicht. Die Zweitplatzierten erhalten je 10.000 Euro, die Drittplatzierten jeweils 5.000 Euro.

Alle 224 übrigen Bewerber, die nicht zu den zehn Nominierten zählen, erhalten als Anerkennung für ihre integrative Arbeit jeweils vier Tickets für ein Spiel der Frauen- oder Männer-Nationalelf ihrer Wahl. „Damit wollen wir allen Teilnehmern ein Dankeschön aussprechen. Jede einzelne Bewerbungen zeigt: Der Wert, der in Deutschlands Schulen und Vereinen geleisteten Integrationsarbeit, kann nicht hoch genug gewürdigt werden“, betont Rolf Hocke, als DFB-Vizepräsident verantwortlich für die integrative Arbeit des Verbands.

Die Gewinner in den jeweiligen Kategorien

Die Spielvereinigung Kaufbeuren e.V., ein Verein aus dem Süden Deutschlands, landete in der Kategorie „Verein“ auf Rang eins. Der Verein überzeugte mit seiner strategischen Herangehensweise. So schulte er 2007 und 2008 zunächst alle Betreuer und Übungsleiter zu den Themen Gewaltprävention und interkulturelle Kompetenz. Auf dieser Basis wurden anschließend Fairplay-Richtlinien erarbeitet, die für die gesamte Vereinsarbeit gelten. Der Verein veranstaltet regelmäßige Trainingscamps zur Toleranz- und Demokratie-Erziehung und baut aktuell ein lokales Integrationsnetzwerk für Jugendliche mit Migrationshintergrund auf. Beeindruckend ist auch die Fähigkeit, tatkräftige Kooperationen aufzubauen: „Integration wollen wir in jeder Hinsicht vorleben. Daher binden wir Schulen, die örtliche Polizei oder professionelle Anti-Aggressionstrainer ein und stellen unsere Ideen benachbarten Vereinen zur Verfügung“, erklärt Stefan Günter, Pressesprecher des Vereins.

Platz eins in der Kategorie „Schule“ erreichte die Gesamtschule Horst. Sie liegt in einem Gelsenkirchener Stadtteil, in dem besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Die Jury beeindruckte vor allem die Vielfalt der an der Schule durchgeführten Projekte. Zum Angebot zählen Mädchen-Fußball-AGs, Übungsleiter- und Schiedsrichterkurse für Schülerinnen oder Austauschprogramme für Jungen und Mädchen mit einer ukrainischen Partnerschule. Zu den Veranstaltungen werden auch Eltern eingeladen, um Vorurteile gegenüber Mädchenfußball abzubauen. Kontinuierlich tagt darüber hinaus ein schulinterner Integrationsausschuss. Er besteht aus acht Lehrern und fünf Schülern und koordiniert die verschiedenen Projekte. „So binden wir unsere Nachwuchs-Kicker von Anfang an sinnvoll in unsere Integrationsarbeit ein“, begründet Rainer Möllers, Schulleitungsmitglied und Ausbilder der Fußballtrainer/innen und Schiedsrichter/innen.

In der Kategorie „Sonderpreis“ siegte FAIR e.V. aus Ellwangen im Osten Baden-Württembergs. Der Jury hob hervor, dass sich der Verein mit seiner Arbeit an alle Kinder im Großraum Ellwangen wendet und damit auf bemerkenswerte Weise dazu beiträgt, Schranken zu überwinden. FAIR e.V. wurde 2008 von Vertretern mehrer Vereine in Ellwangen gegründet. Seitdem hat der Verein unter anderem eine Fußballschule für Mädchen und Jungen, Medien- und Berufsfindungskurse sowie Fußballferiencamps ins Leben gerufen. Zum Programm zählt auch eine Beitragsminderung oder –freistellung für sozial schwache Familien. “Unser Modell zeigt: Wenn Vereine ihre Stärken bündeln, kann daraus für die Jugend- und Integrationsarbeit viel Gutes entstehen”, sagte Thomas Stoll, 1. Vorsitzender FAIR e.V. Ellwangen.

Die Jury

Die Gewinner wurden von einer achtköpfigen Jury ermittelt. Dazu gehören neben Dr. Theo Zwanziger, Oliver Bierhoff, Rolf Hocke, Professor Dr. Maria Böhmer und Ursula Schwarzenbart, die DFB-Integrationsbeauftragte Gül Keskinler, Burkhard Jungkamp, stellvertretender Vorsitzender der Kommission Sport der Kulturministerkonferenz sowie Bettina Haussmann, Leitung Erlebniskommunikation Mercedes-Benz Cars.

Die Zweit- und Drittplatzierten
Kategorie „Verein“: SV Gremberg-Humboldt 60 / 62 Köln e.V. (2. Platz)
1. FFC Elbinsel Hamburg-Wilhelmsburg von 2006 e.V. (3. Platz)

Kategorie „Schule“:Berufsbildende Schule 6, Hannover (2. Platz)
Grundschule am Grünen Kamp / Astrid-Ludwig-Schule Delmenhorst (3. Platz)

Kategorie „Sonderpreis“
(dreimal dritter Platz vergeben):JVA Zweibrücken / JSA Schifferstadt / SWFV (3. Platz)
Stadt Göttingen, Frauenbüro (3. Platz) AWO gGmbH Aktiv Treff Düsseldorf-Wersten (3Platz)

 

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