Duisburg von unten – "Kleines Versteck"

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Image by iwanp. via Flickr

Kneipen leben von ihrem individuellen Charme. Im "kleinen Versteck" erwartet den Gast ein Kulturschock der absurden Sorte. In Verbindung mit der Seele und den Gästen des Hauses durchaus sehenswert. Was als Geheimtipp angepriesen wurde, endete in einer kleinen persönlichen Katastrophe.
"Es ist vorbei und es gibt kein Zurück mehr. Lust auf ein Bier? 19h in der City? Kennst Du das kleine Versteck?" .Konsterniert nahm ich das Ende der langen Ehe zur Kenntnis und machte mich auf den Weg zur Innenstadt um Details zu erfahren. Beim Betreten der Pinte schätzte ich sehr schnell das angenehme Ambiente. Natürlich fällt einem sofort das nette Dekolletee der Wirtin auf, welche souverän ihr Programm abspult. Das kaum ausgetrunkene Pils wird schnell wahrgenommen. Das mag selbstverständlich klingen, ist aber leider nicht überall so. Nach wenigen Minuten kamen mir Zweifel auf. Mein subjektiver Eindruck erkennt ein wenig die Lustlosigkeit und das manchmal fehlende Lächeln der Wirtin bis ich mich über mich selbst ärgere. Schließlich bin ich hier nicht an der Rezeption des Ritz-Carlton oder Hyatt. Ich befinde mich in einer Kneipe mitten in der Malocherstadt Duisburg. Und das ist auch gut so!

Schnell orderte meine Begleitung zwei "Ouzo" welche in schöner Regelmäßigkeit randvoll eingegossen werden. Dabei fiel mir mal wieder ein unbedingt meine Mitgliedschaft beim "Verein gegen betrügerisches Einschenken e.V." einzureichen um diese albernen Wirte abzustrafen welche perfekte 2 cl einschenken. Wohlmöglich noch mit einem Messbecher! Dies ist im "Versteck" eindeutig nicht der Fall. Dafür werden Details wahrgenommen welche schwer erträglich sind. So ist z.B. die halbe Kneipe mit Schlagzeilen der "Bild"-Zeitung tapeziert. Der "Bild" !!!! Für jemanden der so ein Blatt nicht mal anfassen würde, natürlich ein blanker Horror. Darauf zwei neue Ouzo. Amüsiert nahmen wir die Knobelrunde am Ende der Theke wahr, welche beinah lattendicht die Regeln des Würfelspiels "Schocken" neu erfinden wollten. Herrlich. Noch zwei Ouzo,bitte. Nachdem meine Begleitung mich schon zum zweiten Mal lächelnd nach meinem Harndrang fragte, werde ich misstrauisch. Ich vermutete eines dieser lustigen Spielchen im Männerpissoir wobei man mit dem Urinstrahl einen Ball ins kleine Plastiktor bugsieren muss und hör mich schon laut und angesoffen ca. 15 mal "TOOR" rufen aber es kam anders.

 

Nachdem weitere Ouzos schnell gekippt werden betrat ich das WC und staunte. Der gesamte Bereich war tapeziert mit Titten. Ja, Sie lesen richtig. Titten! Überall starrten einen die Dinger an. Große, kleine, mittlere. Alles war vetreten. Als ich mich wieder einkriegte überlegte ich zunächst in welcher Kneipe ich derartiges schon einmal gesehen hätte. Richtig, nirgends. Man stellt sich die Frage wie es wohl auf den Frauen-WC aussehen könnte. Das gab Anlass für zwei neue Ouzuos an der Theke sowie Spekulationen der primitiven Art. So langsam wollten wir dann doch zahlen denn ich spürte ein wenig kalten Schweiss auf der Stirn gepaart mit Schwindel. Ich schaffe es grade noch raus als mich die Ohnmacht überfällt. Als ich wieder zu mir kam sah ich in die besorgten Augen von zwei lieben Menschen und grinste mit der Gewissheit, dass nicht eins der vielen paar Brüste auch nur annähernd an denen meiner Lady heranreichen würde. Darauf einen Ouzo!
Kleines Versteck, Heuserstraße 18, 47051 Duisburg

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