Kauf Dir eine Meinung!

Der März war in Duisburg reich an neuen Erkenntnissen. So durften wir erfahren, dass die Mercatorhalle ihre Verluste auf 5,1 Mio. Euro ausgebaut hat, diese aber gar keine Verluste sind weil doch die Besucher so viel Geld in Duisburg lassen. Wirklich sehr interessant, gingen doch die Restaurants im City Palais serienweise Pleite vor lauter Einnahmen. Ein Inhaber ist sogar geflüchtet, er konnte die Massen zahlender Kunden wohl nicht mehr verkraften.

Auch das Theater am Marientor ist eine Cash-Cow, weshalb man diese auch gerne loswerden möchte, egal an wen, Hauptsache weg. Da spielt es keine Rolle dass die Käufer überhaupt kein Geld haben und man im Endeffekt noch auf den Notarkosten sitzen bleibt.

Die FH Westküste wollte ihren Kollegen von der FH Gelsenkirchen nicht nachstehen und produzierte auch ein interessantes Ergebnis: Tourismus muss DU machen. Deshalb die schönen neuen Hotelpläne. Die geringe Auslastung der bestehenden Hotels spielt da keine Rolle, das Immobilien Hütchen Spiel muss weitergehen. Loveparade ist auch nicht so schlimm.

Diese ganzen Gutachten gibt es nicht umsonst und es scheint ja reichlich Geld vorhanden zu sein. Die Minderwertigkeit der Ergebnisse stört niemanden, was angesichts des schon legendären Gutachtens aus Anlass der Loveparade auch nicht verwundern kann. 21 Tote und zahlreiche Verletze, war eben Pech, die Verwaltung funktionierte perfekt und die Planung war vorbildlich.

Möglicherweise glauben die Auftraggeber das sogar selbst und erfreuen sich an dem AHA Effekt. Damit liefern die Gutachten doch einige Erkenntnisse, nämlich über den desolaten Zustand der Führung der Stadt Duisburg, aber dafür brauchen wir die Gutachten auch nicht, das wissen wir schon längst.

8 thoughts on “Kauf Dir eine Meinung!

  1. Das ist wie mit der Loveparade. Da sollte auch ordentlich Geld in die Kassen der Duisburger Händler gespült werden. Dann hat man die Zuwegung zum Veranstaltungsgelände vollkommen abgesperrt und das Geschäft dem Caterer, mit dem die DMG einen Vertrag hatte, zugeschustert. Über die Gewerbesteuer kann sich die Stadt Wetzlar freuen. Möglicherweise konnte sich die DMG über eine Provision freuen, was bisher nicht bekannt ist.
    Das Missmanagement der Verwaltung und ihrer unzähligen Gesellschaften soll nun kosmetisch aufgepeppt werden durch fragwürdige Gutachten, die aus gutem Grund den gegenteiligen Effekt haben. Tourismus für Duisburg ist wie Segeln in Manhattan, totgeboren vor der Zeugung. Offenbar leidet jeder in Duisburg, der für verantwortliches Schaffen gut bezahlt wird, an totalem Realitätsverlust.

  2. Diese roten Karren, mit denen auf der Loveparade Brezel verkauft wurden,
    tauchten im Rosenmontagszug wieder auf. Die Verkäufer trugen dieselben,
    diegleichen roten T-Shirts.
    War hier der Caterer aus Wetzlar auch im Zug und am Zug?
    Wer weiß das ?

  3. ich wüsste mal gerne welche horrenden Mieten die im City Palais zahlen müssen.
    Ich muss da jeden Tag durch und die Restauration ist eigendlich immer gut besucht.
    Also muss da wohl jemand wieder viel Geld raus ziehen.
    Ist das wieder so ein „Invest“ ???
    Hier hilft nur eins: verstaatlichen und endlich Verwalten statt (ver)Managen

  4. an Ciao Antonia,
    leider weiß ich das nicht.
    Die Wagen und T-Shirts im Rosenmontagszug sind identisch mit denen auf der Loveparade. Brezel wurden verkauft.
    Antonia, vielleicht bei Duisburg21 anfragen, die wissen vielleicht mehr.
    Gruß Katharina

  5. Die Ruhrbarone/Journalisten bloggen das Revier
    suchen unter folgender Rubrik leerstehende Räume,
    Häuser im ganzen Ruhrgebiet:
    „Neues Jahr-die alten Probleme
    Wir suchen Räume zur Zwischennutzung“
    Häuser oder Räume sollen aus allen Orten vorgeschlagen werden.
    Wie bekomme ich hier in Duisburg raus, wo was leersteht.
    Muß ich jetzt durch alle Straßen wandern (mein Bauch würde sich freuen)
    oder wie kriege ich das raus?
    Bitte um praktische Nachhilfe, wie ich das effektiv machen kann.
    Danke schon mal im vorraus.

    • Ich würde es mit den örtlichen Bürgervereinen versuchen, die haben oft den Überblick in ihrem Revier.

  6. Ruhrbaron am 24. März 2011 um 08:10

    : Wir suchen ja vor allem Räume im öffentlichen bzw. “politischen” Besitz. Aber auch für Wirtschaftsunternehmen gibt es Gründe für Zwischennutzungskonzepte. In New York z.B. ist so etwas gar nicht so selten. Ein Grund: Eigentümer haben eine Sicherungspflicht. Ein leerstehendes Gebäude darf nicht offen stehen, es dürfen keine Gefahren (z.B. Brände) von ihm ausgehen, Kinder dürfen die Fläche nicht betreten. Habe ich jemanden im Haus, kümmert der sich um so etwas. Dann die Nebenkosten: Auch ein temporär nicht bewirtschaftetes Objekt muss beheizt werden, sonst verkommt es sehr schnell. Diese Kosten können die Zwischennutzer übernehmen. Dann kommt es zu einer Aufwertung des Umfelds – attraktiv für jeden, der an einem Standort mehrere Immobilien hat, die nicht vermietet sind.
    Arnold hat darüber mal einen Artikel geschrieben:
    http://www.ruhrbarone.de/vom-sinn-und-unsinn-der-zwischennutzung/