Pleitestadt Duisburg ist jetzt rot-rot-grün – ein Wahnbild

Mit dem Beifall der schweigenden Mehrheit protzten sie in Siegerpose: Duisburger Kommunalpolitiker der SPD, der Grünen und der Linkspartei sind nun zum Geschick der sterbenden Ex-Eisenhüttenstadt im Ruhrgebiet vereint – sie nennen sich rot-rot-grüne Koalition. Was für eine Hybris.

Antisemit Herrmann Dierkes - von Duisburger Sozialdemokraten salonfähig gemacht

Linker Antisemit Herrmann Dierkes - von Duisburger Sozialdemokraten salonfähig gemacht

Es gibt zwar für die unter dem Haushaltsregime der Düsseldorfer Regierungspräsidentin, die nur Recht und Gesetz zu vollziehen hat, geknüppelte Stadt langfristig nix mehr zu verteilen – doch Fordern, Fördern und Appellieren darf man schon:

Als klassisches Benehmensrecht fordert also die neu geschmiedete rot-rot-grüne Ratsmehrheit etwa erst einmal die guten Dinge:

Einen Sozialpaß für die armen Menschen, der Eintritt in die schrumpfen müssenden Kulturinstitute und Schwimmbäder wolle derart ermäßigt werden. Schimäre eins.

Schimäre zwo. Dann wollen sie noch ein wenig mehr Grün, den Erhalt der botanischen Gärten für’s verbleibene Bürgervolk.

Sowie, Schimäre drei: Den Erhalt des Stadttheaters und der Philharmonie – keine ganz schlechte übrigens, aber unter der Knute der Regierungspräsidentin nicht nachhaltig finanzierbar.

Das Dokument der neuen Ratsmehrheit, dieser Provinzler, die sich jetzt tosend rot-rot-grüne Koalition nennen – ihre, sie nennen es tatsächlich pompös: Koalitionsvereinbarung, ein einziges Monument des Voluntarismus‘.

Und das Beste ist:

Die Sozen und die Grünen haben sich für diesen Deal, der strategisch diesen überfälligen Loveparadedesaster-Oberbürgermeister Sauerland erledigen soll, mit einem weltweit berüchtigten Antisemiten eingelassen.

Mit Herrmann Dierkes nämlich, dem sektoid-trotzkistischen Chef der kommunalen Linksfraktion nämlich.

Das ist der, der den Holocaust relativiert und auf hamaszugeneigten Demonstrationen schnappatmend große Reden schwingt.

Mit den Worten der Duisburger Landtagsabgeordneten Gisela Walsken, federführend für die kommunalen Koalitionsverhandlungen der Sozialdemokraten:

„Das ist ein historischer Tag für Duisburg. Wir planen den politischen Neuanfang und Politikwechsel.“

Der schofelige Preis für den Ankauf der Linken durch die Sozen:  Sie bekämen das Vorschlagsrecht für das Baudezernat. Das wurde bislang vom einzig nachhaltig innovativen Dezernenten Jürgen Dressler bestritten, der jüngst in Rente ging.

Was uns also in Duisburg künftig bautechnisch droht – das sind gewiß Plattenbauten mit Selbstkritikzwang.

Damit bekommt der klassische Slogan: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! wohl erstmalig groteskes Aroma.

Update. Oh —  Mister Zornpose, Stefan Laurin von den Ruhrbaronen, die ich mal gelegentlich gemeinsam mit ihm erfunden habe, gibt in der Sache auch Laut:

„Der Fraktionsvorsitzende der Duisburger Linkspartei Hermann Dierkes gehört zu den widerwärtigesten Gestalten, die in Nordrhein-Westfalen Politik machen. Dierkes rief zum Boykott Israels auf und bezeichnete das Existenzrecht Israels als “läppisch”.“

Metakom: Was mich an Stefans Text stört, ist die Verwendung des Begriffes Widerwart im Superlativen.

Widerwärtig ist ein Geschmacksurteil – in der Sache ist aber Antisemitismus, Judenhasserei der Fakt.

11 thoughts on “Pleitestadt Duisburg ist jetzt rot-rot-grün – ein Wahnbild

  1. Prof. Kantel, Vorsitzender der Grünen Ratsfraktion, sah sein Verhältnis zu OB Sauerland noch vor kurzem so:

    „Er ist der Vorsitzende des Rates und hat seine Arbeit bislang gut gemacht.“

    „Wir wollen nach wie vor – und das ist auch meine Linie – „grün pur“, müssen dabei aber die Rolle des Oberbürgermeisters in unsere Überlegungen mit einbeziehen.“

    Folgerichtig blieben er und weitere Mitglieder der Grünenfraktion der entscheidenden Abstimmung über das Abwahlverfahren fern.

    Auch viele Mitglieder der SPD- Ratsfraktion scheinen immer noch allzu gerne an der wärmenden Bettdecke des OB’s zu zuppeln. Stichwort: Neujahrsempfang, gemeinsame Auftritte bei Immobilienmessen. Man lässt sich regelmässig vorführen – findet aber scheinbar nichts dabei. Im Zweifel dreht man das Fähnchen ein wenig in die vermeintlich günstigere Windrichtung und sucht sich andere „Schuldige“.

    Stelle ich mir so eine tatkräftige Opposition vor, die für Duisburg einen Neubeginn fordert? Nein!

    Rot-rot-grün müßte sich zunächst erst mal massiv dafür einsetzen, dass Politik in Duisburg wieder zu einem ehrlichen und transparenten Vorhaben wird. Möglichkeiten dafür gäbe es bereits jetzt zur Genüge … Rolle der Stadt bei der Loveparade, Kosten des Gefälligkeitsgutachtens, Praxis von städtischer Leiharbeit, … alles ist bisher unter dem großen Mantel des interfraktionellen Schweigens verhüllt worden.

    Da interessiert mich auch nicht zwingend und schon gar nicht vorrangig, ob und in welcher Größe ein Botanischer Garten im Villenviertel des Kaiserbergs Bestand haben soll.

    • …. im Schadstoff belasteten Hamborn hat`s auch einen Garten
      … Sauerlands Landesarchivdeal mit Rüttgers nicht zu vergessen

  2. die nachricht über die „koalition“ ist formal neu

    obwohl schon eine lange müffelnde Wolke vor ihr hertrieb

    die spd hat die stadt jahrzehntelang verlottern lassen

    die cdu hat dann den rest in atemberaubenden tempo plattgekriegt

    die funktionäre der öko-fdp sind auf düngemittelsuche im gedärm des OB

    als JUDAS weiß ich was antisemitismus ist

    herr dierkes und her meiser haben beide einen hitler-schaden

    nur sind die nicht kompatibel

    • Was willst Du mir vorwerfen, Kuhl?

      Dierkes ist Antisemit, Judenhasser im Sinne der mittlerweile supranational geltenden Definition von Natan Sharansky:

      http://www.hagalil.com/antisemitismus/europa/sharansky.htm

      Alles hart, alles beweisbar.

      Willst Du mir vorwerfen, daß ich es mir mal erlaubt habe, diesen Prototypen Dierkes inmitten seines warmen antisemitischen Miefes der Gruppe mal an die große Glocke zu hängen?

      Schau mal, wie der in erster Reaktion zur Schadensbegrenzung sich verhalten hat –

      und zwar in Muslimmarkt, sicherlich nicht in einem Titel, der den Rechtsstaat verteidigt, beileibe kein Sturmgeschütz der Demokratie:

      http://www.muslim-markt.de/interview/2009/dierkes.htm

      • Geht es generell um das Zustandekommen eines rot-rot-grünen Bündnisses oder um die Begleichung einer separaten Rechnung mit Herrn Dierkes?

        Falls ja, dann hätte ich es journalistisch sauberer gefunden, wenn die Vorwürfe gegen Herrn Dierkes unabhängig von dieser Koalitionsgeschichte behandelt worden wären …

        • Steht in interdependentem Kontext: Ohne Dierkes kein rot-rot-grün in DU.

          Dierkes versucht damit, sich den Arsch zu retten. Reinwaschung des Judenhasser-Images in seiner Partei. Und verschafft sich pro domo Renommee für nach außen. Mit der Nummer von rot-rot-grün.

          Die Sozen kaufen den Antisemiten Dierkes – und sein Gefolge – als nützliche Idioten.

          Ich habe mit X Sozen, auch oberhalb der Hierarchieebene von DU dienstlich gesprochen. Tenor: Normal gäben wir dem nicht die Hand, im Prinzip ist der bürgerschatlich isoliert. Aber leider, Sachzwänge, wir brauchen den, um Sauerland zu zermürben.

          Manche von den Sozen waren auch geneigt über Leichen zu gehen, also das Vergessen des Dierkesschen Antisemitismus, um für ein rot-rot-grünes kommunales Bündnis als ausstrahlenden Prototyp in die Welt klar Schiff machen zu können.

          N teurer Preis, wenn Du mich fragst.

  3. Dierkes hat sich sehr negativ über Hartz4ler geäußert.
    Sie sitzen nur auf dem Sofa, schauen fern und saufen.
    Deshalb ist er für mich überhaupt nicht akzeptabel.
    Wie die Linken mit dem Widerspruch umgehen, ist mir ein Rätsel.
    Darüber sprechen darf man nicht, auch hier das Schweigemäntelchen.
    Herr Greulich, „unser aller Stadtdirektor“, hat sich sehr negativ über die Duisburger geäußert. Dumm und bequem sind sie, die Duisburger.
    Diese neue Koalition überzeugt nicht im geringsten.
    Zusammenarbeit mit dem Vorschlagsrecht für den Baudezernenten für die Linken. „Wer soll´s denn werden?“ Postenbeschafferei wie eh und je.

    • >Dierkes hat sich sehr negativ über Hartz4ler geäußert.

      Gipps dafür Belege?

      Ich glaube nämlich nicht, daß Dierkes über strukturelle Armut schlecht redet.

      Das muss man ihm lassen. Die Sache mit dem Ich bin auf der Seite der Armen vertritt er.

      • Habe keine Tonband- oder Handyaufnahme gemacht. Aber ich war dabei.
        Schriftlich „gipps“ sicherlich nichts. Wird totgeschwiegen.
        Es ist ein Unterschied, ob man über Strukturen oder Menschen spricht.
        Da kann man schon differenzieren.