Cottbus blamiert Paderborn am Karnevalssamstag mit einer 0:5-Niederlage

Der FC Energie Cottbus war am Dienstag unglücklich aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Nach einer meisterhaft kämpferischen Leistung am Dienstag verbrachte das Team von Claus-Dieter Wollitz eine komplette Woche im Westen der Republik. „Das kann man auch teamfördernd nennen“, so ein Spieler.

Am heutigen Samstagnachmittag um 13 Uhr stand für den FC Energie Cottbus das Ligaspiel in Paderborn an. Paderborns Trainer Andre Schubert mit Personalproblemen. Im Tor stand Lukas Kruse, da Daniel Masuch angeschlagen war und auf der Bank Platz nahm. Der Ex-Dortmunder Kruse traf dabei auch auf „alte“ Bekannte. Mit Uwe Hünemeier kickte Kruse zusammen bei Borussia Dortmund. Um Punkt 13 Uhr pfiff Schiedsrichter Tobias Christ aus Münchweiler die Partie SC Paderborn gegen den FC Energie Cottbus an. An Zuschauer waren nur mäßig viele Paderborn Fans anwesend, da zeitgleich zur Partie in der Innenstadt von Paderborn ein Karnevalszug stattfand.

Direkt zu Beginn der Partie übte Cottbus Druck auf die Heimmannschaft von Andre Schubert aus. Und Energie war früh erfolgreich, denn bereits nach 14 Minuten konnte Nils Petersen nach einer Flanke von Reimerink aus drei Metern zum 1:0 aus Cottbusser Sicht einköpfen.

Der FC Energie wollte direkt nachlegen, so erkannte man beim SC Paderborn nach dem frühen Rückstand eine Konzentrationsschwäche. Diese wurde fünf Minuten nach dem frühen Führungstreffer wieder einmal von Nils Petersen bestraft, denn er bekam über die rechte Außenbahn den Ball von Saho zugespielt und verwandelte in der 19. Spielminute sicher zum 2:0 aus Sicht der Gäste.

Doch Paderborn konnte sich auch nach dem 0:2 Rückstand nicht motivieren, versuchten dennoch irgendeine Gegenwehr zu leisten, als sich Nils Petersen dann in der 29. Spielminute wieder vor das Tor des Gegners kämpfte. Hierbei blieb Paderborns Palionis nichts anderes übrig, als als ein Foulspiel zu begehen. Schiedsrichter Tobias Christ entschied auf Platzverweis gegen Palionis und zeigte auf den Punkt. Petersen trat an und setzte zu seinem dritten Treffer innerhalb von 29 gespielten Minuten zum 0:3. Somit war der „Sack“ bereits in der 29. Spielminute zu geschnürt.

Die zahlreich mitgereisten Fans aus der Lausitz unterstützten ihre Mannschaft zu diesem Zeitpunkt mit ironischen Fanggesängen, wie mit den Worten: „Ihr könnt zum Karneval“ oder  mit „Wir gehen mit euch aus.“

Der Wahnsinn ging weiter. Paderborn total am Boden zerstört. Man hatte den Eindruck, dass die Mannschaft ihren Trainer Andre Schubert teilweise gar nicht ernst nahm. Denn wieder legte Cottbus mit einem Treffer nach. Direkt nach diesem traf in der 33. Spielminute Marc Kruska zum 0:4 und blamierte den SC Paderborn vor heimischer Kulisse endgültig.

Zur Halbzeitpause hieß es dann aus der Sicht von Energie 4:0. Andre Schubert hatte in der Kabine nicht die richtigen Worte finden können, so ein Insider.

Zum Beginn der zweiten Hälfte war der SCP weiter angeschlagen. Anscheinend waren manche Kicker wirklich beim Karneval mit den Gedanken. Diesen Eindruck hatten zumindest einige Anhänger, denn sie verließen fluchtartig die Arena.

Der FC Energie Cottbus übte weiter Druck aus erarbeitete sich einige Torchancen, doch entweder sollte es mit dem weiteren Treffer nichts werden oder Paderborns Torwart Lukas Kruse, der als einziger „Normalform“ an den Tag legte, verhinderte weitere Gegentreffer.

In der 58. Spielminute dann eine weitere Standardsituation für den FC Energie. Nach dem ausgeführten Freistoß dann ein Pfiff von Schiedsrichter Christ. Er entschied zu Recht auf Strafstoß, da Heithölter ein Handspiel tätigte.  Nils Petersen trat an und schaffte die Sensation. Er verwandelte den Elfmeter sicher (60.Min), so traf er zum vierten Mal innerhalb einer Stunde. Nils Petersen ist damit alleiniger Tabellenführer der Torschützenliste, denn 19 mal traf er bereits sicher ins gegnerische Tor.

Paderborn versuchte sich dann gegen Ende des Spiels in den Cottbuser 1Sechszehner zu kämpfen, gelang dies, scheiterten sie entweder an Energie-Keeper Kirschbaum oder an den gut verteidigenden Markus Brzenska.

Mit dem Schlusspfiff  dann die Erlösung für den SC Paderborn. Dieser verlor am Ende 0:5 vor heimischer Kulisse.

Der FC Energie Cottbus zeigte eine positive Reaktion auf das Pokal-Aus in Duisburg und tätigte einen wichtigen Schritt Richtung möglichen Aufstieg.

Stimmen zum Spiel:

Andre Schubert (SC Paderborn 07):

„Unser Defensivverbund tat mir heute leid, weil wir der Situation nicht gewachsen waren. Energie hat offensiv schneller umgeschaltet als wir defensiv. Wir werden jetzt nicht auf die Mannschaft einprügeln, sondern klar die Fehler analysieren. Nach einem solchen Spiel hilft es nicht, sich über die eigenen Spieler lustig zu machen. Wir können es nur gemeinsam schaffen.“

Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus):

„Meine Mannschaft hat nach der Niederlage im DFB-Pokal eine Trotzreaktion gezeigt und eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt. Das 1:0 hat uns befreit, danach haben wir sofort nachgefasst. Mit diesem Sieg haben wir gezeigt, dass wir uns im Aufstiegsrennen noch lange nicht aufgegeben haben.“

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