Bielefeld erkämpfte sich drei Punkte – Zebras unterlagen 1:2

Am heutigen 25. Spieltag traf der MSV Duisburg auf Arminia Bielefeld. Bielefeld als Tabellenletzter hatte natürlich das Ziel das Spiel für sich zu entscheiden, da sie momentan mit dem Rücken zur Wand stehen. Sie hatten am heutigen Tag nichts zu verlieren.

Bereits zu Beginn der ersten Halbzeit zeigten sich die Bielefelder nervös, die Zebras hingegen souverän. Die Spielzüge beider Mannschaften ließen keine klare Taktik erkennen. Die Zebras gaben sich im weiteren Spielverlauf konzentrierter und geordneter als ihr Gegner.

Bereits in der 1. Spielminute ereignete sich ein Zweikampf vorm Duisburger Tor. Yelldell traf unglücklich auf Tadic, der sich unerwartet zum Tor der Duisburger erkämpft hatte. Doch Olcay Sahan konnte das Schlimmste verhindern.

Bielefeld gab nicht auf, sondern erhöhten den Druck auf die Zebras merklich. Immer und immer wieder suchten und fanden sie den Weg nach Vorne.

David Yelldell, der nach seinem Zweikampf mit Tadic behandelt werden musste, wurde in der 13. Minute durch Marcel Herzog ersetzt. Für ihn war es in dieser Saison der erste Einsatz zwischen den Pfosten für die Zebras.

In der 14. Minute dann die erste gefährliche Freistoß-Situation für den MSV Duisburg. Aus knapp 18 Metern setzt Baljak an, doch der Ball verfehlte den Kasten der Bielefelder auf rechter Seiter her nur knapp.

Die Zebras gaben sich im weiteren Spielverlauf einen Tick überlegener als die Bielefelder. Aus diesem Grunde ließ sich wohl auch ein aggressiveres Spielverhalten der Bielefelder erkennen. Als Tabellenletzter haben sie natürlich im eigenen Interesse um den Klassenerhalt nichts zu verlieren. Das ließen sie die 12.797 angereisten Zuschauer auch deutlich spüren. Die Taktik ist natürlich den Gegner müde zu spielen und dann von deren Schwächen zu zehren.

Gästeblock mit angereisten BielefeldernBielefeld hatte im weiteren Spielverlauf die feineren Spielzüge, doch die Abwehr des MSV Duisburg bot ihnen wenige Möglichkeiten.

Doch dann das Unfassbare. In der 31. Spielminute führte Bielefeld bereits 0:1. Der Bielefelder Feick spielt sich gegen Benjamin Kern auf der linken Seite frei und setzte zu einem Pass nach innen an. Tadic nutzte die unübersichtliche Situation zu seinem Vorteil aus und schob den Ball ein.

In der 35. Spielminute versuchte sich Oliver Veigneau im Alleingang. Er zog aus circa 22 Metern in Richtung Bielefelder Tor ab und verfehlte es nur knapp. Ein Raunen zog durchs Stadion.

Keine zwei Minuten später dann die nächste Freistoß-Situation für die Zebras. Hektik machte sich vor dem Bielefelder Tor breit. Maierhofer, Banovic und Sahan setzen zu einem gefährlichen Sprung zum Kopfball an, doch Eilhoff konnte retten.

Abpfiff der ersten Halbzeit.

Die Zebras gingen mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine. Die ersten Fan-Proteste waren wahr zu nehmen.

Anpfiff zur zweiten Halbzeit.

Bereits in der 48. Spielminute fand der Ball wieder seinen Platz im Duisburger Tor. Stille machte sich im Stadion breit. Der Schiedsrichter pfiff das Spiel ab und das Tor wurde zum Glück der Zebras nicht anerkannt, da sich ein Bielefelder Spieler auf einen seiner Gegner aufstützte.

Die Bielefelder gaben sich zunehmendst siegorientiert. Sie erhöhten den Druck immer und immer mehr auf den MSV Duisburg.

In der 52. Minute dann die nächste Zitter-Szene. Eckstoß von Trojan und Sukalo sofort zur Stelle. Dieser setzte zum Sprung an, doch der Ball wurde abgefälscht und verfehlte den Kasten knapp.

Die Zebras wollten unter allen Umständen das Blatt wenden.

In der 55. Spielminute dann der lang ersehnte Befreiungsschlag. Der Ausgleichstreffer zum 1:1 von Baljak. Sukalo spielte auf Trojan und dieser wiederum wartete die passende Gelegenheit ab und Baljak konnte den Rest erledigen.

Euphorisch und voller Hoffnung peitschten die Fans des MSV Duisburgs ihre Elf lautstark an. Der weitere Spielverlauf zeigte sich leidenschaftlich und füllte sich mit voller Spannung. Bielefeld versuchte mit trickreichen Spielzügen die Duisburger Abwehr aufzubrechen, scheiterten aber kläglich.

In der 87. Spielminute war die Blamage für die Zebras dann komplett. Bielefeld führte 1:2 nach einem Konter von Berisha und Heidinger machte den Sack zu.

Abpfiff.

Der MSV Duisburg musste eine bittere Heimniederlage gegen das Schlusslicht Arminia Bielefeld erleben. Ausgebotet im Aufstiegsrennen. Die Bielefelder mit drei Punkte im Gepäck, die ihnen offensichtlich nicht mehr nützen, da sie zu weit vom Relegationsplatz entfernt sind. Anzumerken ist hierbei auch eine glanzvolle Leistung des Bielefelders Keepers Eilhoff. Dieser zeigte sich wesentlich kompetenter in seinem Business als Kollege Marcel Herzog am heutigen Tage. Doch tot geglaubte werden bekanntlicher Weise vom MSV Duisburg immer wieder zum Leben erweckt. Man sollte sich überlegen, den Boden der Arena heilig sprechen zu lassen.

Duisburg:

Yelldell (12. Herzog) – Benjamin Kern, Bruno Soares, Bajic, Veigneau – Sukalo, Banovic – Sahan (83. Exslager), Trojan (60. Yilmaz), Baljak – Maierhofer
Bielefeld:

Eilhoff – Kaiser, Bollmann, Schuler, Feick – Kauf, Appiah – Heidinger (90.+2 Sako), Müller (37. Di Gregorio), Vidosic – Tadic (82. Berisha).
Schiedsrichter: Christian Leicher (Landshut)

Tore: 0:1 Tadic (31.), 1:1 Baljak (55.), 1:2 Heidinger (87.)

Zuschauer: 12.797

Gelbe Karten: Sukalo (6), Maierhofer (6) – Bollmann (5), Feick (5), Kauf (2)

 

Stimmen zum Spiel:


Ivica Banovic:

„Jeder hat gesehen, dass wir engagiert waren. Wir sind gerannt, neunzig Minuten lang. Das gewisse Quäntchen etwas hat uns gefehlt. Ob wir alles gegen Cottbus raus geschmissen haben, weiß ich nicht. Jetzt hatten wir jedenfalls kein Glück. Wir hatten auch kein Quäntchen Konzentration gehabt. Das ist einfach so. Aber wir hatten Engagement und wir haben wirklich alles gegeben. Es hat nicht daran gelegen, sondern wir hätten entschlossener sein sollen vor dem Tor. Ich will jetzt nichts kommentieren über den Schiedsrichter oder so. Mein Gott. Schiedsrichter sind auch Menschen. Sie machen auch Fehler. Wir haben verloren, Punkt, aus. Wir spielen am nächsten Spieltag gegen Karlsruhe. Das ist nun mal unsere nächste Aufgabe. Und alles andere wäre Quatsch über alles andere zu reden. Wenn du eine Million im Leben den Jackpot gewonnen hast, würdest du feiern? Und nächsten Monat machen wir das wieder wie bei dem ersten Jackpot.“

 

Goran Sukalo:

„Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen in der zweiten Halbzeit. Wir haben Charakter nach der ersten schlechten Halbzeit gezeigt. Wenn du kein Tor machst, dann ärgerlich. Wir wollten unbedingt gewinnen. Wir haben den Trainer bestraft und am Ende haben wir noch verloren. Normalerweise dürfen wir das Spiel nicht verlieren und wir haben gewusst, dass uns ein Punkt nicht viel bringt. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Wir haben in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass wir das Spiel drehen können. Wir können gewinnen. Aber leider haben wir jetzt ein bisschen Pech gehabt und Bielefeld weichen mussten. Man muss nun mal alles geben. Jedes Spiel ist wichtig. Egal, ob es Pokalspiel oder Ligaspiel ist. Oder Freundschaftsspiel, oder Meisterschaftsspiel. Vielleicht im Hintergrund im Kopf, ja, aber das darf normalerweise nicht sein. Du musst in jedes Spiel gehen, als wenn du dieses Spiel gewinnst. Und es ist schon ein Unterschied, wenn du in ein volles Haus gehst wie gegen Cottbus und du Fans hast die dich pushen. Die Fans heute haben uns auch bis in die letzte Minute gepusht. Und dann musst du dich wieder erklären. Aber es kommen wieder Sonnentage. Es ist nun mal heute nicht gelaufen bei uns. Aber wir wollen alles geben und werden versuchen, dass wir möglichst alle Spiele noch gewinnen werden. Und am Ende, wenn es nicht reicht, dann ist auch okay. Wir haben alles gegeben. Ich hab auch gesagt, dass die Fans, die gegen Cottbus da waren, tatsächlich ein super Spiel gesehen haben. Normalerweise muss sie das motivieren wieder zu kommen. Denn wenn du sowas siehst, das erlebst du nun mal nicht jeden Tag. Super Stimmung, so ein super spannendes Spiel, wie am Dienstag. Ich hatte gehofft, dass sie alle wieder kommen, aber leider waren es heute nicht so viele. Aber die, die da waren haben uns heute gepusht und das ist wichtig.“

 

David Yelldell:

„Meine Hand wurde jetzt ruhig gestellt. Es ist nichts gebrochen. Ich habe nochmal Glück gehabt. Es ist in der ersten Szene gegen Tadic passiert. Keine Ahnung, ob es der lange Ball war. Ich habe es mir noch nicht ansehen können. Es ist jetzt erst mal eine Schiene dran. Ich soll die Hand ruhig stellen und dann schauen wir mal. Keine Ahnung, wie lange es dauern wird. Ich hoffe nicht, dass es bis zum 21. Mai dauern wird. Ich muss jetzt erst einmal die nächsten Tage schauen.“

 

Benjamin Kern:

„Ja, es ist schwierig zu beschreiben jetzt. Wir sind alle voll enttäuscht und wir wollten genau das nicht, das die Leute sagen: „Ja, nach dem Pokalspiel ist es klar, dass es schwierig ist.“ – Ich denke mal, wir sind ein bisserl schwer rein gekommen, aber haben eigentlich nichts zugelassen, bis auf die Situation nach einer halben Minute wahrscheinlich. Und dann kriegen wir irgendwie aus dem Nichts das 0:1 eingeschenkt und weiß selber nicht, wieso du jetzt 0:1 nach hinten liegst. Wir haben eigentlich gedrückt und  wir hatten keine eigentlich richtigen Torchancen, aber wir waren die spiel-bestimmende Mannschaft. Und dann gehst du mit einem 0:1 in die Halbzeit und fragst dich, wieso eigentlich? Ich fand, dass wir eine super Moral bewiesen haben, als wir raus gekommen sind. Wir haben sofort nach vorne gespielt und wir wollten das Spiel unbedingt drehen. Es läuft eigentlich alles für uns. Es steht dann 1:1 und dann hat jeder von uns Selbstvertrauen gehabt und dann war für uns auf dem Platz schon klar, dass wir das Spiel jetzt noch umbiegen. Stehen dann drei bis vier Mal unglücklich vorm gegnerischen Tor und müssen schon lange eigentlich in Führung gehen und dann ist klar, dass wir den Sieg unbedingt wollten. Fangen uns dann zum Schluss hin ein Gegentor, womit wir überhaupt nicht mehr gerechnet haben und dann sowas. Wir waren alle sehr emotional im Spiel. Es läuft alles für uns, 55. Steht es dann 1:1 und dann war jeder zu 110% motiviert und will unbedingt das Spiel drehen. Ist klar, dass man da auf dem Platz sehr emotional ist und es waren halt ein paar unglückliche Entscheidungen, ohne jetzt den Schiedsrichter schlecht zu reden. Ich habe die Situationen auch noch gar nicht ansehen können, aber dann fühlt man sich nun mal schnell irgendwie benachteiligt. Trotz all dem hatten wir genug Chancen um das Spiel ganz klar zu drehen und haben es leider nicht geschafft. Umso bitterer ist es natürlich dann, wenn man drei Minuten vor Schluss eine Niederlage einstecken muss.“

 

Olcay Sahan:

„Es war eine unglückliche Niederlage heute. Wir hätten heute mit einem 3, 4 oder 5:1 in der Tasche nach Hause fahren können, aber es ist uns leider nicht gelungen. Das Quäntchen Glück hat gefehlt heute. Ob jetzt Tabellenletzter oder nicht. Scheiß egal. Spielt keine Rolle. Wir gucken auf uns und wir haben die Chance auf den Sieg ein wenig versäumt. Aber das kann mal im Fußball passieren. Wir gucken nach vorne und versuchen es nächste Woche besser zu machen. Wir werden alles weiter morgen analysieren und abhaken und dann auf das nächste Spiel konzentrieren. Es wird so sein, wie nach jeder Niederlage. Wir müssen aufstehen und wieder Gas geben.“

 

Milan Sasic:

„Es ist heute kein schönes Gefühl gegen den Tabellenletzten verloren zu haben. Wir haben heute, aus meiner Sicht alles versucht. Die Mannschaft war in der ersten Halbzeit nicht so frisch und es ist auch logisch. Wir haben dem Gegner heute nur drei Situationen zugelassen und zwei haben sie dann genutzt. Wir hatten genügend Situationen um in der zweiten Halbzeit das Spiel zu gewinnen. Trotzdem kann ich mich nicht von der Meinung befreien, dass heute gegen uns gepfiffen wurde, wie in zig anderen Spielen zuvor. Leider. Man hat uns somit auch jede Möglichkeit genommen, dieses Spiel zu gewinnen. Und Julian fehlt mit Sicherheit in der Mannschaft. Man darf auch nicht vergessen, dass uns ein Ivo Grlic fehlt, aber das soll nicht die Aussage für die Leistung unserer Mannschaft von heute sein. Wir haben aber einen Kader, der nicht die Breite hat um ganz oben mitzuspielen, das ein oder andere Prozent fehlt, aber  ich kann mich hier auch nicht von meiner Meinung befreien, das der Schiri uns in der ein oder anderen Situation nicht unterstützt hat. Und sowas muss er unterstützen. Wir hatten klare Situationen, in denen man einen Elfmeter geben müsste, aber er hat uns den nicht gegeben. Es sind schon mehrere Spieler in dieser Saison gewesen. Wir dürfen dabei Aue nicht vergessen, oder Alemania. Hier zu Hause bei den Spielen gegen Cottbus, Frankfurt, Augsburg. Das sind alles Spiele gewesen, in denen Entscheidungen so gefallen sind, dass man uns daran gehindert hat diese Spiele für uns zu entscheiden. Ich bin aber immer optimistisch. Ich habe keinen Grund gegen den KSC nicht optimistisch zu sein. Die Jungs machen ihre Sache gut.“

 

Olivier Veigneau:

„Ich hab zu dem heutigen Spiel eigentlich nicht viel zu sagen. Wir haben Zeit gebraucht um richtig in das Spiel zu kommen. Man hat deutlich gesehen, dass wir in den ersten Minuten nicht richtig drin waren. Bielefeld hat von Anfang an viel Druck ausgeübt. Dann haben wir auch noch ein Tor kassiert und dann haben wir allen gezeigt, dass wir einfach gewinnen wollten. Wir haben alles gegeben und alles versucht. In der zweiten Halbzeit haben wir die meiste Zeit in der anderen Hälfte gespielt. Leider haben wir nicht das zweite Tor geschossen. Kassieren dann ein weiteres Tor und das ist dann natürlich ein bitterer Tag für uns. Heute reichte die Leistung nicht. Heute haben wir gegen diese Mannschaft nicht punkten können. Das war auch schon der Fall gegen Union und Ingolstadt. Ich kann selbst nicht verstehen, warum wir nicht stark gegen solche Mannschaften sind. Normalerweise müssen wir gegen solche Mannschaften drei Punkte holen. Wir wollen weiter nach oben, haben es heute leider wieder nicht geschafft. Ich habe hierfür  wirklich keine Erklärung.  Wir müssen uns jetzt erst einmal erholen, weil wir eine wirklich große Woche mit drei Spielen. Wir müssen uns jetzt erst einmal wieder einiges erarbeiten und aufarbeiten und uns hierbei auf das nächste Spiel konzentrieren.“

 

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