JU Kreis Warendorf: „Integration ist ein schwieriges und komplexes Thema“

Am vergangenen Donnerstag traf sich unter Vorsitz von Jendrik Suck ( JU Dortmund und Mitglied im Landesvorstand der JU NRW) und Michael Sendker (JU Warendorf) der Arbeitskreis Integration der Jungen Union zu einer Arbeitssitzung in Ahlen.

Schwerpunkt dieser Veranstaltung waren Vorbereitungen und Abstimmungen auf geplante Beschlüsse hinsichtlich aktiver Integrationspolitik für den kommenden JU-NRW-Tag im Herbst 2011, sowie aktuelle Diskussionen zum Thema Integration. Die Junge Union NRW fordert u.a. einen Abschiebestopp für assyrische Christen in den Nahen Osten. Michael Senker, angehender Theologe und  Vorsitzender der JU Warendorf, wies darauf hin, dass Christen im arabischen Raum an ihrer Religionsausübung immer noch gehindert werden und speziellen Schutz benötigen.

In dem Zusammenhang verwies der assyrisch-stämmige Emanuel Yigit (JU Ennigerloh) darauf, dass der staatsbürgerliche Status der assyrischen Flüchtlinge immer noch nicht geklärt sei. Er berichtet über Erfahrungen aus seinem persönlichen Lebensbereich, die es nötig werden lassen, dass sich die politisch zuständigen Personen dieses Themas annehmen müssen. Assyrer seien immer noch gezwungen die türkische Staatsbürgerschaft anzunehmen, auch wenn sie es nicht wollten, so Yigit. Weiter berichtet Emanuel Yigit davon, dass er als Kind von assyrisch-stämmigen Migranten immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Der junge BWL-Student sieht gerade im Fall der aramäischen MigrantenInnen noch sehr viel Handlungsbedarf.

Das Dortmunder JU-Mitglied, der Finanzwirt Jendrik Suck, verwies in seinem Statement auf die geplante Veranstaltung „Summer-JU“ in Steinfurt. Dort treffen sich im Juni d.J. Mitglieder der Jungen Union NRW zu Diskussionen, Meinungsaustausch und gemeinsamer Freizeitaktivität. Die letztjährige Summer-JU fand in Hemer statt. Die Wochenendveranstaltung umfasst jeweils einen Block am Samstag, sowie einen am Sonntag. Suck schlug u.a das Thema „Bezug zu den aktuellen Ereignissen in Nordafrika“ vor. Hierbei soll es auch darum gehen, welche Auswirkungen die revolutionären Umstürzungen im Nahen Osten für Deutschland und die Politik haben. Suck wies auch auf das bestehende deutsch-türkische Forum der CDU in NRW hin und regte eine gemeinsame Sitzung, zusammen mit dem Arbeitskreis Integration der JU-NRW, an.

Im weiteren Verlauf seines Redebeitrages verwies Suck auf die Dortmunder Problematik eines so genannten „Arbeiterstriches“ von südosteuropäischen Menschen im Norden seiner Heimatstadt. Jendrik Suck betonte sein Interesse an diesem ernsten Thema, welches er zusammen mit dem Dortmunder Verein Bodo ev. angehen will. Dort bieten sich vorwiegend junge Männer als Tagelöhner zu unhaltbaren Zuständen an.

Im Mittelpunkt des äusserst sachlich geführten Diskussionsabends der JU stand der Vortrag des JU-Mitglieds Ugur Dogan aus Ahlen.

Dogan zeichnete in nachvollziehbarer Weise, und äusserst fundiert, sein Bild der aktuellen Integrationslage für seinen Heimatort Ahlen auf. Ugur Dogan, Deutschlands jüngster Integrationsbeauftragter und Vorstandsmitglied der LAGA-NRW, beschrieb die Erfolge und die noch offenen Punkte bisher geleisteter Integrationsarbeit für die Stadt Ahlen. Dogan berichtete, dass der MigrantenInnenanteil der Stadt Ahlen bei derzeit 33% liegt, mit Tendenz nach oben, und dass mittlerweile jedes zweite Ahlener Baby einen Migrationshintergrund habe. Den höchsten Anteil der MigrantenInnen in Ahlen stellen die türkischstämmigen Menschen mit knapp 50%. Ugur Dogan bedauerte in seinem Vortrag die Bildung von Parallelgesellschaften, die auch dazu geführt habe, dass viele Kinder im Erlernen der deutschen Sprache zurück bleiben.

Steffi Sendker (JU Ennigerloh) regte daraufhin an, dass Kinder von Familien mit Migrationshintergrund frühzeitig die deutsche Sprache erlernen sollen. Frau Sendker sprach sich für eine Kindergartenpflicht aus, was auf Zustimmung ihrer Parteifreunde stiess.

Ugur Dogan-LAGA-NRW

Ugur Dogan-LAGA-NRW

Für Ugur Dogan ist die Bildung aller Menschen und das Erlernen der deutschen Sprache eine äusserst wichtige Forderung. Nur durch Bildung sei der Frustration der ausländischen BürgerInnen vorzubeugen, die sich oftmals von der deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt fühlten, so Dogan in seinem bemerkenswerten Vortrag.  Dogan forderte daher konsequenterweise eine Verstärkung der Integrationsarbeit auf beiden Seiten. MigrantenInnen, wie Deutsche sind gefordert, so Dogan. „Integration ist ein schwieriges und komplexes Thema“, sagt Ugur Dogan während seiner politischen Analyse zur bisher geleisteten Integrationsarbeit, und er fordert von beiden Seiten mehr Vertrauen ein.

Mit dem türkischstämmigen Ugur Dogan hat der Arbeitskreis Integration der Jungen Union einen äusserst engagierten und fachkompetenten Vertreter ihrer Forderungen. Michael Sendker lobte zum Abschluss den Bericht seines Parteikollegen Dogan und eröffnete eine freie Diskussionsrunde. Bei dieser wurde klar erkennbar, dass sich die Mitglieder des Arbeitskreises ernsthaft und perspektivisch mit ihrem Thema auseinandersetzen. Zudem belegten die Teilnehmer einmal mehr, dass aktive Politik in den Händen von jungen Menschen sinnvoll und zukunftsorientiert aufgehoben ist.

Mit der kontinuierlichen Arbeit der Jungen Union Kreis Warendorf  zur Thematik Integration haben sie längst der dortigen Linkspartei den politischen Rang durch praktische Arbeit vor Ort abgelaufen.

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