„Ein überfälliger Schritt – auch wenn nicht alles schlecht war“

Kommentar von Tim Schmitz zum Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg:

Heute ist Karl-Theodor zu Guttenberg zurückgetreten. Für viele Menschen – selbst für Personen aus den eigenen Reihen (wie zuletzt Bundesforschungsministerin Schavan und der baden-württembergische Wissenschaftsminister Frankenberg) – war dieser Schritt bereits seit einigen Tagen überfällig. Mit dem heutigen Tag geht die Zeit eines der größten politischen Talente der vergangenen Jahre zuende. Er ist einer von wenigen Politikern gewesen, der viele Menschen trotz der sonst so großen Politikverdrossenheit von sich und seiner Arbeit überzeugen konnte. Trotz (oder gerade wegen) seiner Herkunft aus Adelskreisen konnte er viele Menschen begeistern. Aber vieles war auch Inszenierung. Zu Guttenberg besaß die Fähigkeit, sich ins rechte Licht zu setzen. Dies geschah zuletzt sogar auf Kosten der Steuerzahler. So kostete der Allgemeinheit beispielsweise eine Talkshow von Johannes B. Kerner mit zu Guttenberg in Kundus rund 17.000 Euro.

Anerkennung muss man nicht nur für die Tugenden des Menschen zu Guttenberg, sondern auch für manche politischen Erfolge des Ex-Ministers haben. Zu Guttenberg hat die größte Bundeswehrreform der Nachkriegszeit eingeleitet. Die Reduzierung der Truppen und die Aussetzung der Wehrpflicht waren längst überfällige Schritte.

Dennoch stand die Amtszeit zu Guttenbergs als Verteidigungsminister von Beginn an unter keinem guten Stern. Die nötige Fähigkeit zum Krisenmanagement hat ihm gefehlt. Egal, ob es die Kundus-, Gorch Fock- oder Feldpost-Affären waren, zu Guttenberg legte in jedem der Fälle einen Schlitterkurs an den Tag. Seine Konsequenzen waren Schnellschüsse – ohne dass er dabei sein eigenes Handeln hinterfragte.

Letztendlich kam die Plagiatsaffäre. Bezeichnete er die Vorwürfe zu Beginn der Affäre noch als „abstrus“, musste er in den darauffolgenden Tagen zurückrudern. Schließlich wurden immer mehr Textstellen entdeckt. Von einem Kavaliersdelikt konnte man nicht mehr reden. Zu Guttenberg hatte das höchste Gut eines Politikers verloren: Die Glaubwürdigkeit. Zuletzt war der öffentliche Druck so groß, dass  er den letzten, richtigen und bereits überfälligen Schritt ging: Der Rücktritt von allen politischen Ämtern.

Der Kasus Guttenberg hat noch etwas gezeigt: Unsere Demokratie lässt sich von der BILD-Zeitung, die mit ihrer Kampagne versucht hat, eine Person, die ihr genehm ist, in deren Amt zu halten, nicht einschüchtern.

4 thoughts on “„Ein überfälliger Schritt – auch wenn nicht alles schlecht war“

  1. judas thomas kuhl Di, 01 Mrz 2011 at 21:09:09 -

    das mitleid mit den tätern ist im 4.reich fast noch stärker geworden
    ein mann läßt soldaten in einem sinnlosen krieg ermorden
    und heuchelt an gräbern
    er sagt immer dann was wenn er dabei nichts riskiert
    wenn domina merkel ihn zusammenscheißt kriecht er winselnd in sein eckchen
    jeder offizier oder kapitän der seine pannen thematisiert muß weg
    erbarmungslos sofort
    bei der doktorarbeit hat er so gepfuscht wie sonst auch immer
    bei seiner kerner-kennedy-family-bild-front-nazi-scheiße
    der bundesblender ist nicht nur ein heuchler
    er merkt es selbst schon nicht mehr
    gut daß er weg ist
    und daß die hitlerjugend ihm nachheult
    etwas politische bildung würde auch deutschland guttun
    ihr könnt euch gerne einen runterholen auf lena und KT
    wer so verlogen ist
    den findet die hitlerjugend natürlich gut
    willkommen in der realität
    seid froh daß ihr nicht bei guttis bund kanonenfutter seid
    und denken vor dem schreiben sollte eigentlich selbstverständlich sein

  2. Zitat : Anerkennung muss man nicht nur für die Tugenden des Menschen zu Guttenberg, sondern auch für manche politischen Erfolge des Ex-Ministers haben. Zu Guttenberg hat die größte Bundeswehrreform der Nachkriegszeit eingeleitet. Die Reduzierung der Truppen und die Aussetzung der Wehrpflicht waren längst überfällige Schritte.
    Das ist doch Satire oder ?

  3. Zu KTs Verdiensten hier einfach mal das, was der erwiesene Experte Arnulf Baring dazu sagte (aus dem Spiegel):

    „Nichts wird von ihm bleiben“
    Der Historiker Arnulf Baring zweifelt an einer Rückkehr Guttenbergs – und hält eine solche auch gar nicht für erstrebenswert. „Guttenberg liebte personalpolitisch bedenkenlos Hauruck-Methoden, war im Übrigen ein vorschneller Ankündigungsminister“, urteilt Baring in der „Welt am Sonntag“. Der CSU-Politiker gehe, „ohne dass etwas von ihm bleiben wird. Keine These, keine Schrift, kein Gedanke, nichts“.

    Wenn man das ernst nimmt, dann war KT eine ganz schön kostspielige „Lichtgestalt“.

  4. Es reicht. Ken kanns nicht lassen.
    Dieser Lügenbaron bekommt noch den „großen Zapfenstreich“ für seine „Taten“.
    Das ist die Faust im Gesicht Derer die versuchen wirklich aufrecht und ehrlich durchs Leben zu gehen. Das grenzt wirklich an Grössenwahn !
    Solche Politiker brauchen wir in Deutschland nicht !
    Es wird Zeit das die Demokraten unter uns anfangen unserern möchtegern Feudalisten die Schuhsohlen zu zeigen !!!