Fazil Say: Heimat Musik – Ein Film von Gösta Courkamp

IMG_0432y (c) Petra Coddington_KHD.jp

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Fazil Say ist weltweit als einer der besten Pianisten anerkannt. Er selbst versteht sich allerdings nicht als reiner Pianist, sondern als „komponierender Pianist“.

In seinem zweiten Film über Fazil Say (der erste, „Alla Turca“, entstand 2005) widmet sich Gösta Courkamp dieser Seite des Musikers im Besonderen und stellt den Komponisten in einem sehr persönlichen Portrait in den Fokus.

Istanbul und das Ruhrgebiet sind im Jahr 2010 Kulturhauptstädte Europas und die Schauplätze unseres Films. Beiden Orten ist Fazil Say in besonderer Weise verbunden – lebt er doch seit langer Zeit in Istanbul und ist seit 2006 dem Dortmunder Konzerthaus als Exklusivkünstler verbunden.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit komponierte Say seine „Istanbul-Sinfonie“. In diesem Werk, das Anfang 2010 in Dortmund seine Uraufführung erlebte, führt Say Orient und Okzident zusammen, verschmilzt klassische und folkloristische Elemente und erzählt Geschichten aus dem alten und dem neuen Istanbul.

Der Film folgt seiner kompositorischen Idee in die Metropole am Bosporus. Wir sehen Fazil Say bei der Arbeit über die Schulter und besuchen die Orte, von denen seine Musik inspiriert wurde, nehmen uns der Themen der Sinfonie an und gewinnen einen Einblick in die Gedanken Says (und nicht nur denen zur Musik).

Auch das für die Geigerin Patricia Kopatchinskaja komponierte Violinkonzert „1001 Nacht im Harem“ vereint klassisch-abendländische und orientalische Einflüsse. Wir sind bei der deutschen Erstaufführung in Dortmund dabei und erleben eine dem Komponisten seelenverwandte Geigerin, deren unglaubliche Energie Staunen macht.

Says Musik lässt niemanden kalt. Ob er als Pianist oder als Komponist von Sinfonie, Violinkonzert oder Streichquartett in Erscheinung tritt – stets arbeitet er mit vollem Einsatz, er spielt nicht nur die Musik – er denkt und fühlt sie. Er gibt jährlich über 100 Konzerte weltweit und wenn er auch in Istanbul wohnt, so ist seine eigentliche Heimat doch die Musik – eine Parallelwelt, die für Fazil Say die eigentliche ist.

Der Film beschäftigt sich mit dem Nomadenleben eines Künstlers des 21. Jahrhunderts. Weggefährten kommen zu Wort, schildern diese besondere Art zu leben und geben sehr persönliche Einblicke.

Schnitt: Uli Aumüller

Produktionsleitung: Hanne Kaisik

Redaktion: Lothar Mattner

Eine inpetto filmproduktion im Auftrag des WDR

Sendetermin:

15. Februar 2011, 23.15 Uhr

WDR Fernsehen

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