Politik und Parteien – Opium fürs Volk

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Karl Marx bezeichnete die Religionen als Opium für das Volk. Aus seiner Erkenntnis heraus, würden die Kirchen den Menschen ein ertrebenswertes Bild vom Jenseits suggerieren um sie von den damals herrschenden sozialen Elendsstrukturen abzulenken. Lenin hat dann später dieses geflügelte Wort übernommen und es für seine Zwecke genutzt. Heute wird dieses Zitat, oftmals unreflektiert, von kommunistischen Gruppen und Parteien oft genutzt. Zur Zeit, als dieses Zitat entstand, war es eine hochpolitische Aussage von Karl Marx, deren Sinn er in einigen Schriften erklärte. Wobei der Begriff “Opium” sicher als Metapher für Gehirnwäsche, Indoktrination und Unterdrückung der Arbeiterklasse und der so genannten Unterprivilegierten, stehen sollte.

In meinem Text soll es sich weniger um das “Opium” der Religionsgemeinschaften handeln, als vielmehr, wie auch heutzutage die berauschende Wirkung von “geistig-intellektuellen Opiaten” eingesetzt werden kann. Nach meiner Überzeugung nutzen die politischen Parteien gerade diese Wirkung um eine andere, bewusst gezielte Wirkung zu erlangen.

* Alles Gute kommt aus USA?

Die Präsidentschaftswahlkämpfe in den Vereinigten Staaten gleichen wahren Showacts. Unter großem Jubel, oft unterlegt mit martialischer Musik, ziehen die Kandidaten in die Wahlkampfarenen ein. Minutiös sind ihre Auftritte geplant von gewieften PR-Managern und Psychologen. Die größtmöglichen Emotionen der anwesenden WählerInnen sollen ausgelöst werden. Das Ziel ist dann erreicht, wenn es zu einer Massenbegeisterung für den Kandidaten kommt.

Und der Jubel steigt ins Uferlose, wenn der Kandidat am Ende seiner Rede, flankiert von Gattin und Kindern, den Applaus der Menge entgegennimmt. Beim letzten Wahlkampf, den Barack Obama für sich entscheiden konnte, waren diese Inszenierungen teilweise oscar-verdächtig professionell gestaltet. Teil einer jubelnden, entfesselten Menge zu sein, ist für viele Menschen ein einmaliges Erlebnis, geht tief unter die Haut und bleibt als Erinnerung an diesen Augenblick meisst das ganze Leben abrufbar. Wie im Rausch agiert das Wahlvolk und verzeiht seinem Kandidaten fast alles.

Die deutschen Wahlkämpfe plätscherten dagegen meisst relativ spröde vor sich hin. Wahre Massenemotionen gab es anlässlich der Willy-Brandt-Wahlen 1969 und 1972, danach vorläufig nicht mehr. Helmut Kohl war dann der erste, der auf die Amerikaner und ihre speziellen Wahlkämpfe schielte, und der sich der Mittel der US-Wahlkampfstrategen bediente. Zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Hannelore wollte auch er diese Phänomene eines hochemotionalen Wahlkampfes a la USA nutzen. Große Hallen, jubelnde Anhänger, Musik, die zum mitklatschen geradezu einlädt, und Hand in Hand mit Gattin zog er ihn die brodelnden Arenen der Großstädte ein. Seither sind diese Großauftritte deutscher Politiker gang und gebe. Ein Meister dieses Fachs war auch der SPD-Kandidat und spätere Bundeskanzler, Gerhard Schröder.

Die Amerikaner haben große Erfahrung mit solchen Großveranstaltungen. Hier sind die verschiedenen amerikanischen Glaubensgemeinschaften als eine Art Vorbild für die Politik zu sehen. Diese Kirchen zelebrieren keine Gottesdienste im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr Events in allergrößtem Stil. Und auch da gilt für den einzelnen teilnehmenden Menschen: ICH BIN TEIL EINER BEGEISTERTEN MENGE! Dieses Erleben lässt das körpereigene Adrenalin ansteigen, bis hin zu einer berauschenden Wirkung, wie es einst das Opium bewirkte.

* Linke unterstreichen Marx’s Zitat!

Sollte man annehmen. Aber vielmehr ist es doch so, dass gerade die linken und kommunistischen Gruppierungen in unserer Gesellschaft den Sinn seines berühmten Zitates geschickt zur Unterstützung und Legitimation ihrer politischen Ziele und Visionen nutzen.

Karl Marx zielte auf die Verführbarkeit,–die ohne kritisches Hinterfragen des Verführten stattfindet–, der Menschen ab. Und auch auf ihre Leichtgläubigkeit und ihre menschliche Gabe der Emotionen. Aber alle diese dem Menschen eigenen Verhaltensweisen wissen politische Kräfte gezielt für sich nutzbar zu machen. Wir erleben dies zunehmend im linken politischen Spektrum. Gerade dort wird explizit mit Ikonen Politik gemacht. Mit scheinbar allwissenden und fast unerreichbaren politischen Größen vergangener Jahrhunderte, die nicht mehr unter uns leben und gerade deshalb unantastbar erscheinen.

Das Opium wird hier nicht oral oder intravenös, sondern vielmehr intellektuell verordnet. Aber seine berauschende Wirkung ist die gleiche–und sie hält länger an. Das herkömmliche Opium verflüchtigt sich im Körper, wird von der menschlichen Leber abgebaut, hat aber eine geistige und körperliche Abhängigkeit zur Folge. Das “geistige Opium” wird nicht von unseren Organen abgebaut, es verfestigt sich vielmehr im Gehirn und im Denken der Menschen, und macht sie oftmals resistent gegen andere, scheinbar fremde, Ideen und Gedanken. Dieses ist durchaus in der Politik nutzbar und erwünscht. Zwar nicht im Sinne eines Karl Marx, der die Menschen zur eigenen Reflexion ihrer persönlichen Lebenslage anhalten wollte, aber im Sinne dessen, wovor er eigentlich gewarnt hat.

* Es geht auch ohne Opium!

Die Nutzbarmachung des politischen Opiums ist allerdings keine alleinige Sache mehr der linken Parteien. Wir finden sie bei allen Parteien. Zur Perversion gereift ist sie aber bei den rechtsradikalen Gruppierungen. Die Ersatzreligion “Politik” wird von immer mehr, zunehmend auch wieder jungen, Menschen gelebt. Die Vielzahl der politischen Blogs, die wie Pilze aus dem Internet spriessen, mögen ein Beleg dafür sein. Die Sinnfrage wird für viele Menschen zu einer zentralen. Die gesellschaftliche Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander und das Volk sucht nach Antworten und Erklärungen dafür.

Wie zu Marx’s Zeit die Kirchen den Menschen die Hoffnungen und Antworten zu geben versuchten, sind es heutzutage vermehrt die politischen Parteien, die den Menschen, je nach ihrer eigenen politischen Ausrichtung, den wahren Weg weisen wollen. Ernüchternd aber für die Parteien ist der Umstand, dass wir in einer modernen Zeit leben. Wir haben tausendfache Zugriffsmöglichkeiten auf Meinungen, Antworten, Teilhabe und Erklärungen durch das weltumspannende Massenmedium Internet. Wer einmal Partei XY gewählt hat, wählt sie immer….gilt heute nicht mehr. Die WählerInnen überlegen gezielt wem sie ihre Stimmen geben. Und, was entscheidender ist, sie wählen wirklich! Die Vielzahl der Parteiprogramme ist über das WEB abruf,- und beurteilbar. Die Auswahl an politischen Meinungen ist groß und wird von den Menschen zunehmend zur politischen Willensentscheidung genutzt.

Die Zeiten von politischen Massenhysterien scheinen allmählich der Vergangenheit anzugehören. Dies lässt sich auch u.a. daran festmachen, das es DIE Volksparteien altem Ursprungs, nicht mehr gibt. Vielerorts haben wir ein 5-Parteien-Parlament, wo früher jahrzehntelang drei oder vier Parteien alles fest in ihren Händen hielten. Die lebenslange Anbindung an eine Partei, mit Ausnahme allerdings der kommunistischen Parteien, ist ein auslaufendes Generationsmodell.

Die große Zahl der Nichtwähler zeigt aber auch die negative Seite der großen Informationsvielfalt auf. Viele WählerInnen können für sich keine Nutzen aus den Programmen der Parteien ziehen und bleiben resigniert den Wahlen fern. Aber auch sie sind sehr beachtete AbstimmerInnen. Zumindest mit ihren Füssen.

Opium vernebelt den Geist für die tatsächlichen Zustände. Dies will Karl Marx vermutlich ausdrücken. Der nüchterne Geist handelt da realistischer und voraus schauender. Parteien, die ihren Mitgliedern das Gefühl vermitteln, allwissend und unfehlbar zu sein, verwirken ihren eigenen Sinn. Parteien, die heute noch zu Parteitagen auf gemeinschaftlich zelebrierte Gesänge beharren, haben das Singen zwar studiert aber das Sprechen verlernt. Ob die weitere Zukunft mit diesem noch heute gültigem Parteiensystem weiter existiert, halte ich für fraglich. Manche Ideologien haben sich überlebt, werden von sektiererischen Zirkeln zwar immer wieder aufs Neue für den eigenen Machterhalt reanimiert, werden aber letztlich an der persönlichen Meinungs,- und Informationsvielfalt der Zielgruppe, also der WählerInnen, scheitern.

Weder Religion, noch die Politik taugen als Opiums fürs Volk. Da hat er Recht, der gute alte Marx!

21 thoughts on “Politik und Parteien – Opium fürs Volk

  1. Und W. I. Lenin hat Religion als Opium für das Volk bezeichnet. Die systemimmanente Funktion des Überbaus wird als Opium gesehen. Wollen wir uns ernsthaft in der Terminologie des DIAMAT bewegen? Der Überbau als gesellschaftliches Bewusstsein der zu einem bestimmten Zeitpunkt dominierenden Klasse? Und somit die Parteiprogramme in der BRD? Bullshit. Die Parteien gestalten unsere Lebenswirklichkeit. Wer nach Basisdemokratie hechelt, sortiert sich selbst aus an der Teilhabe der Veränderung und sollte Ringelpiez mit Anfassen zur Hebung des Wirgefühls zelebrieren. Auch eine Form von Opium.

    • Der Unterschied zwischen Marx und Lenin ist groß. Wenn Marx schreibt „Religion ist Opium des Volkes“ geht er davon aus, dass die Realität so unerträglich ist, dass sich das Volk selbst mit Religion betäubt. Wenn Lenin daraus macht „Religion ist Opium für das Volk“ stellt er Marx Ansicht auf den Kopf, und imaginärt eine Oberschicht, die dem Volk Religion als Betäubungsmittel verabreicht.

  2. Parteien mögen zwar auf ihren Inzuchtveranstaltungen noch fröhliche Lieder schmettern, sind jedoch für den denkenden Bürger nicht mehr überzeugend. Ihre Programme sind schon lange reine Makulatur, und ihre „Arbeit“, die ja leider sichtbar wird, so grottenschlecht, dass diejenigen, die nicht parteipolitish verblendet sind, ernsthaft überlegen müssen, ob sie noch wählen wollen. Wenn es nur noch die Wahl zwischen Not und Elend gibt, ist mir ein Stück Kuchen mit einem guten Kaffe zuhause lieber als der Gang zur Urne.

  3. Bandelier

    Wie immer drücken Sie sich sehr höflich aus.
    Aber bei der Wahl zwischen Not und Elend stehe ich gefühlt eher zwischen der Wahl Pest und Cholera oder Kacke und Scheisse.
    Hilft natürlich nicht weiter, ne Donauwelle schon 🙂

  4. „Wenn es nur noch die Wahl zwischen Not und Elend gibt, ist mir ein Stück Kuchen mit einem guten Kaffe zuhause lieber als der Gang zur Urne.“

    Sie beschreiben damit unfreiwillig die Ursache des Problems. Die passive Erwartungshaltung, wie beim TV, das richtige „Programm“ zu erwischen.

  5. Normalerweise ich schreibe ich Kaffee richtig, so gegen Mitternacht wird das dann schon mal schwierig.

    Nein, ich bin keineswegs die Ursache des Problems, da ich weder Politik noch TV passiv konsumiere. Das Problem kommt genau vom anderen Pol her, indem Politik inzwischen ihre Aufgaben nicht mehr wahrnimmt, sondern nur an ihrem vermeintlichen Machterhalt arbeitet. Das ist für mich als Bürger eine sehr demütigende und erschreckende Erkenntnis, da ich mich missbraucht fühle, um etlichen Leuten ein sorgenfreies Leben zu erwählen, Leuten, die nicht davor zurückschrecken, mich zu belügen und zu betrügen, und das in schamlosester Weise. Just diese mein Leben bestimmenden Menschen haben sich so weit von mir entfernt, dass sie nicht mehr erreichbar sind. Was sollte mich motivieren, weiterhin für deren persönliches Wohlergehen zu sorgen? Im übrigen drücke ich mit dem Konsum von Kaffee und Kuchen statt Wahlurne sehr deutlich eine politische Haltung aus. Oben in Berlin muss man lediglich noch lernen, diese nicht nur zu erkennen, sondern auch umzusetzen.

  6. „Oben in Berlin …Politik inzwischen ihre Aufgaben nicht mehr wahrnimmt, … für mich als Bürger ….diese mein Leben bestimmenden Menschen“

    Genau diese Denke des Obrigkeitsstaats in den Köpfen mancher Bürger verhindert deren aktive Teilhabe zur Gestaltung. Politik wird nur dann von „Oben“ gemacht, wenn die da „Unten“ es zulassen. Der Marsch durch die Institutionen, 1967 von Rudi Dutschke verbreitet, hat bereits eine Gesellschaftsveränderung eingeleitet durch Besetzung zentraler Machtpositionen in Politik und Gesellschaft. Unsere Gesellschaft hat in den 60ern weitaus anders ausgesehen, wobei Kuchen und Kaffee und der Fokus aufs Private damals wie heute gewollt sind von konservativen Kräften. Es waren Menschen, die unser Leben aktiv verändert haben. Aus dieser Umbruchstimmung konnte dann auch Willy Brandt in seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 „mehr Demokratie wagen“.

  7. Antonia Colloni Fr, 11 Feb 2011 at 15:02:22 -

    Konstruktive Alternative zur Nichtwahl: die Protestwahl! Man gehe hin oder beantrage Briefwahl und streiche diesen durch. Das ist effektiv, wenn auch nicht alles. Wie schauts aus mit attac, Mehr Demokratie, aktiven Bürgerbegehren, Teilnahme an öffentlichen Ratssitzungen…?

  8. Herr Rohn, ich habe mich auf die Diskussion mit Ihnen eingelassen und muss da nun durch. Ja, ich träume auch von den munteeeeren 60ern, habe 1968 in Paris auf der Strasse gestanden. Und es wurde tatsächlich etwas bewegt. Mit meinem Beitrag habe ich versucht, das allgemeine Denken zu schildern, was sich immer noch nicht auf mich bezieht. Nach wie vor bin ich wehrhaft und politisch aktiv, jedoch in keiner Partei, weil das beim besten Willen nicht mehr möglich ist. An dem Tag, an dem ich das Packende für Demonstrationen wie vor vielen Jahren finde, werde ich mit Sicherheit zufassen und wieder in der ersten Reihe stehen. Geben Sie mir doch einfach mal einen Tipp, wie eine träge Masse zu motivieren ist.

  9. Wenn Du ein Schiff bauen willst, rede und erkläre nicht lang.
    Wecke in den Menschen die Sehnsucht nach dem Meer. (Verfasser vergessen)

    Vor allen Dingen, komme dem einfachen Volk nicht intellektuell,
    bemühe dich um sie mit einfachen Worten.

    Einfache Menschen haben eine andere Bildung , eine andere Wahrnehmung der Realität, die nicht weniger wichtig und gut ist. Nimm sie ernst, auch wenn sie nicht studiert haben.
    Wenn du sie für dumm, unwissend, faul und träge erklärst, folgen sie dir nie.
    Die einfachen Menschen haben einen harten Überlebenskampf, der viel Kraft kostet. Sie haben auch weniger Ansehen und weniger Rechte in diesem unserem Land.
    Das macht müde, aber sie wissen viel, durchschauen viel, nur hört man nicht auf sie.
    Weder die Politik noch andere Gruppierungen.

  10. Danke, Katharina, Sie beschreiben etwas sehr Wesentliches. Der normale Bürger ist voll und ganz mit seiner Daseinsvorsorge befasst und hat wenig Kraft für andere Dinge. Doch das ist so gewollt. Mein grosses Verständnis gilt all denjenigen, die mit einem kleinen Einkommen in Würde ihr Dasein gestalten. Wenn sie das geschafft haben, ist die Kraft verbraucht. Und dazu kommt die mit enormer Verve betriebene Spaltung unserer Gesellschaft. Die, die oben sind, haben keinen Grund zu demonstrieren, und die, die nicht oben sind, keine Kraft. Und deshalb sind sie lautlos und werden nicht wahrgenommen. Da bedürfte es schon einer so bewundernswerten Frau wie Rosa Luxemburg, die selbst die Menschen, die sich aufgegeben hatten, motivieren konnte.

  11. „Mein grosses Verständnis gilt all denjenigen, die mit einem kleinen Einkommen in Würde ihr Dasein gestalten. Wenn sie das geschafft haben, ist die Kraft verbraucht.“

    Das ist zu pauschal und stimmt imho nicht. Gegenbeispiele finden sich genügend, so an dieser Stelle Herr Karling.

    „Da bedürfte es schon einer so bewundernswerten Frau wie Rosa Luxemburg, die selbst die Menschen, die sich aufgegeben hatten, motivieren konnte.“

    Da fällt mir auf Anhieb aber Sahra Wagenknecht ein, die analysiert und ihre Kritik dabei verständlich formuliert und einen öffentlichen Diskurs einleitet. Die Motivation darf somit nicht allein durch Propaganda erfolgen sondern aus dem eigenen Erkennen der sozialen Verantwortlichkeit.

    Der Zoon Politikon nach Aristoteles, der kein Einzelkämpfer ist mit Individualnöten, sondern ein soziales, auf Gemeinschaft angelegtes und Gemeinschaft bildendes Lebewesen, sollte die Grundlage sein, aus der Eigenverantwortung zu handeln. Dies gilt zu vermitteln. Im Rahmen des Umweltschutzes ist es schon gelungen, zu vermitteln, dass jeder Bürger für unseren Planeten verantwortlich ist. Das sollte sich auch auf die Verantwortlichkeit für unsere Gesellschaft übertragen lassen.

    • Herr Rohn,

      Sie wollen doch nicht Rolf Karling als gutes Beispiel anführen.

      Wenn der Maurer, Straßenarbeiter, Bergmann,Gärtner und viele andere mehr
      8 Std. gearbeitet hat, ist er müde und zwar richtig müde.
      Und Sesself……..sollten sich nicht über diese hart arbeitenden Menschen, die auf ihre Weise zur Gemeinschaft beitragen, erheben oder auslassen.

      • @ Katharina

        Sesself…..? Ich habe mein Studium verdient im Stahlwerk bei Thyssen und Mannesmann. Obwohl man mir nichts geschenkt hatte, war ich politisch engagiert, Mitglied der damaligen SPD. Ich hatte trotz dieser „Müdigkeit“ unzählige Frauen beglückt, gesoffen und Menschen, die mir blöde kamen, erfolgreich aufs Maul geschlagen. Sie unterschätzen meiner Meinung nach, was Arbeiter trotz ihrer „Müdigkeit“ alles machen können. Was sind Sie eigentlich von Beruf? 😉

  12. Wenn wir den Zoon Politikon nach Aristoteles hätten, bräuchten wir keine Parteien, weil wir dann in einer Anarchie verantwortungsvoll in grosser Freiheit leben könnten. Bisher müssen wir uns mit den vielen menschlichen Unvollkommenheiten zufriedengeben und uns Politikern ausliefern, denen ihre eigene Machterhaltung oberstes Ziel ist. Ich bin völlig bei Ihnen, dass nicht Propaganda das Engagement auslösen darf, das wäre brandgefährlich. Dennoch weiss ich aus langer Lebenserfahrung, wie schwierig es ist, Menschen zu Aktionen zu motivieren, und der Gipfel der Schwierigkeit ist es, zu Erkenntnissen zu verhelfen, denn vermitteln kann man sie nicht. Das zeigt eben so wenig Wirkung, wie ein erzähltes Mittagessen satt macht.

    Sie benennen Herrn Karling als Gegenbeispiel. Seien wir doch mal ganz praktisch: Herr Karling, den ich sehr respektiere, ist alleinstehend und nur sich selbst verantwortlich. Das ist eine andere Situation als die derjenigen, die für ihre Familien sorgen müssen. Allein kann ich sehr vieles tun, als Versorger ist da schon eher Vorsicht angesagt, übrigens aus den unterschiedlichsten Gründen.

    Ich schätze Frau Wagenknecht sehr, halte sie für eine äusserst kluge Frau, allerdings aus ihrer Position und ihrem Handeln nach nicht eben glaubwürdig, während Frau Luxemburg einschl. Gefängnis sich voll uns ganz einsetzte, was mich schon in jungen Jahren sehr nachhaltig beeindruckt hat.

    Es ist völlig korrekt, dass im Umweltschutz sehr viel erreicht wurde und die Menschen ein gewisses Verantwortungsbewusstsein entwickelten. Doch auch hier mit vielen, vielen Ausnahmen, denn solange deutsche Unternehmen in China fertigen lassen, weil dort Umweltschutzbestimmungen entweder nicht existieren oder umgangen werden, ist bei vielen nichts angekommen. Das muss jetzt hier nicht diskutiert werden, war mir allerdings ein Bedürfnis, das zumindest zu erwähnen.

    Also, stehen wir wieder am Ausgangspunkt und müssen weiter darüber nachdenken, wie Bürger unseres Landes sich zu sozialen Wesen entwickeln können.

    • Mein Traum, den Anderen, das Gegenüber akzeptieren, auch wenn er anders lebt oder anders denkt.
      Mein Gegenüber nicht beschimpfen, nicht verunglimpfen.
      Wenn ich dann mit dieser Haltung auch noch die Sehnsucht nach dem Meer wecken kann, dann………….. Dann kann es Zusammenarbeit geben.
      Zu simpel gedacht, zu naiv. OK, dann bin ich eben simpel und naiv.
      „Mehr Demokratie wagen“ Hatte das nicht Willi Brandt gesagt?
      Das sind Hausfrauen, Rentner, Studenten, Arbeiter, Angestellte, Doktoren und und und gemeinsam auf die Straße gegangen.
      Wo ist das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Solidarität geblieben?
      Untergegangen beim Kampf ums Überleben.
      Und da hat leider die SPD mitgewirkt.
      Peter Hartz und Roland Berger, Freunde von Herrn Schröder
      (UNTERNEHMERBERATER Berger) schreiben dem Staat und AA / Arge
      vor, wie sie mit arbeitenden und nicht arbeitenden Menschen umgehen muß und soll. Zugleich wurden Headsfonds und Leiharbeit eingeführt.
      Nicht der, der schwer arbeitet sondern der, der Geld anlegt, wird belohnt.
      Wie kann eine solche Missachtung meiner persönlichen Arbeit zu einer Akzeptanz des Staates führen.
      Die Reichen reicher, die Armen ärmer.
      Ok, der Staat, die Regierung hat es so gewollt.
      Jammert jetzt nicht über die Folgen.
      Noch immer nicht kapiert. Noch immer kein Mindestlohn.
      Missachtet nur weiter die Menschen, die schwer arbeiten.
      Wen wunderts, wenn die Menschen sich vom Staat abwenden.
      Genug für heute. Auf ein Wiederschreiben.