Dopingpräparate im Wert von zehn Millionen Euro in Hessen beschlagnahmt

Ermittlern der Zollfahndung Kaiserslautern ist ein großer Schlag gegen die Dopingszene in Deutschland gelungen, wie der Spiegel vorab meldet. Demnach beschlagnahmten die Beamten im September vorigen Jahres in einem Lagerhaus in dem hessischen Ort Nidda-Wallernhausen illegale Arzneimittel, darunter Anabolikapräparate, im Wert von rund zehn Millionen Euro. Nach Erkenntnissen der Fahnder handelt es sich dabei um ein Lager der Untergrundfirma International Pharmaceuticals (IP), die auf dem Schwarzmarkt jahrelang einen florierenden internationalen Handel mit illegalen leistungssteigernden Präparaten betrieben haben soll. Unter den Kunden von IP sollen auch Spitzenathleten gewesen sein. Nach der Razzia in Nidda-Wallernhausen wurde Lothar H., einer der Betreiber der Firma IP, fest genommen. Der frühere Vertreter für Naturkosmetik sitzt in Gießen in Untersuchungshaft. H.s österreichischer Partner Paul R., ein unehrenhaft aus dem Dienst entlassener früherer Polizist, wurde ebenfalls inhaftiert und sitzt in Wiener Neustadt in Unter suchungshaft. Die Ermittlungen ergaben, dass die Firma IP die Wirkstoffe der Dopingmittel von Billigarbeitern in Indien produzieren ließ. Von Asien wurden die Rohsubstanzen per Luftfracht nach Dänemark und England ver sendet, per Paketdienst gelangten sie schließlich nach Nidda-Wallernhausen. Verkauft wurde der Stoff nach Erkenntnissen der Ermittler in Schnellrestaurants, in Hotels in Frankfurt am Main und Umgebung oder über das Internet. Die Abnehmer kamen aus Europa und Amerika. Weder der Anwalt von Lothar H. noch der des Beschuldigten Paul R. äußerten sich gegenüber dem SPIEGEL zu den Vorwürfen.

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