Grüne: Wie ernst wird der Datenschutz in der Duisburger Stadtverwaltung betrieben?

Duisburg – Es kommen täglich immer neue pikante Details im Zuge der Ermittlungen zur Loveparade-Katastrophe ans Tageslicht.
Einem lokalen Medienbericht zur Folge hat ein Tochterunternehmen der Stadt im Ermittlungsverfahren eine exponierte Stellung. Weitergehende journalistische Recherchen  zu den Organisationsstrukturen im Dienstleistungsunternehmen DU-IT führten zu Tatsachen, die es nun kritisch zu Hinterfragen gilt.

DU-IT ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft im städtischen DVV-Konzern. Dort werden alle Daten, E-Mails und Telefongespräche in der Stadtverwaltung organisiert und verwaltet. Sie können somit spiegelbildlich mitverfolgt werden.
Nun ist die Rede von einem IT-Spezialisten, der als Vertriebsmitarbeiter bei DU-IT zu den engsten Vertrauten des OB Sauerland zählt und schon zur Wahlkampfzeiten dessen Kompetenzteam organisiert hat. Dieser Umstand führt zur Unruhe in der Stadtverwaltung.

Der Vorstand der Grünen in Duisburg-Walsum fragt sich, ob das Misstrauen und das große Unbehagen unter den 5000 Beschäftigten der Stadt berechtigt ist.

"Wenn man an einer solchen Knotenstelle, strategisch gesehen, engste Vertraute sitzen hat, kann man nur hoffen, dass dort kein Missbrauch entsteht. Das Unbehagen und Misstrauen der Stadtbedienstete ist meiner Ansicht nach nicht unbegründet, da der oberste Dienstherr in persona Sauerland einiges über seine Mitarbeiter erfahren könnte, was er eigentlich nicht wissen sollte", sagt Ralf Welters, Vorstandsmitglied vom Ortsverband der Walsumer Grünen.

"Ich denke schon, dass die Mechanismen und Kontrollinstanzen des Datenschutzes dort greifen, aber ein fader Beigeschmack bleibt immer", fügt Vorstandssprecher Jürgen Schröder hinzu.

Das grüne Wahlkampfmotto ´Meine Daten gehören mir´ ist hier also besonders zu berüchsichtigen. Aus diesem Grunde werden die Grünen in Walsum dieses Thema aufgreifen und auch weiterhin beobachten.

4 thoughts on “Grüne: Wie ernst wird der Datenschutz in der Duisburger Stadtverwaltung betrieben?

  1. Jedes größere Unternehmen nutzt Server, damit Daten von Gruppen verteilt werden können. Natürlich werden dort auch Telefonzentralen eingesetzt, die die Mitarbeiter vernetzen. Diese Struktur ist kein totalitäres System, sondern wird weltweit überall eingesetzt.

  2. @Jürgen Rohn

    Zu: „Diese Struktur ist kein totalitäres System, sondern wird weltweit überall eingesetzt.“

    Es Personen, die das Kommunikationssystem missbrauchen können. Und darauf zielt m.E. der knappe Kommentar von Antonia Colloni ab. Stellen Sie sich nur mal vor, die Stasi oder die Gestapo hätte damals über die technischen Möglichkeiten von heute verfügt.

    Das „informationelle Selbstbestimmungsrecht“ ist seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgericht – http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv065001.html – als Grundrecht in unserer Verfassung verankert.

    Vielleicht kennen Sie den Roman von George Orwell „1984“? – http://de.wikipedia.org/wiki/1984_%28Roman%29