DRK-Blutspendedienst: zwei Tage Streik – ver.di lässt die Tariffähigkeit der Organisation Medsonet gerichtlich prüfen

Düsseldorf – Zu einem zweitägigen Warnstreik in den drei nordrhein-westfälischen Zentren des DRK-Blutspendedienstes West in Ratingen-Breitscheid, Hagen und Münster hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) heute und morgen (26./27.1.) aufgerufen. Vorausgegangen war eine fünftägige Streikpause. ver.di will den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) durchsetzen, der auch an kommunalen Krankenhäusern gilt. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft u.a. eine spezielle Eingruppierungsregelung und gesicherte höhere Einstiegsgehälter für die Beschäftigten. Bisher waren die Tarifverhandlungen ohne Ergebnis. „Das DRK-Unternehmen kann nicht mit Organisationen wie DHV und Medsonet mit sechs Mitgliedern Verträge schließen und gleichzeitig versuchen, die mitgliederstarke Gewerkschaft im Unternehmen zu eliminieren“, sagte Sylvia Bühler, bei ver.di-NRW zuständig für Gesundheit und Soziale Dienste.

Gerichtlich ist bereits geklärt, dass der DHV (Deutscher Handels- und Industrieangestellten Verband) für die meisten Berufe beim DRK gar keine gültigen Tarifverträge abschließen kann. ver.di lässt zurzeit auch die Tariffähigkeit von Medsonet gerichtlich prüfen. Medsonet bzw. ihr Dachverband hat bereits zweimal eine Terminverlegung beim Arbeitsgericht Hamburg erwirkt. „Da hat offenbar jemand große Selbstzweifel“, sagte Bühler.
„Streik in sensiblen Bereichen ist immer das letzte Mittel, die Interessen der Belegschaft zu vertreten“, so Bühler. Der Arbeitgeber habe es in der Hand, den Konflikt schnell zu beenden. „Er muss nur aufhören, die Organisation DHV mit dem Anhängsel Medsonet aus Eigeninteresse besser zu stellen als die im Betrieb vertretene Gewerkschaft.“ In Deutschland sei es „immer noch so, dass sich die Beschäftigten ihre Gewerkschaft aussuchen und nicht die Arbeitgeber.“
ver.di empfiehlt den Blutspendern, sich beim DRK zu erkundigen, ob der angekündigte Termin vor Ort stattfindet. Den Hinweis auf knapper werdende Blutkonserven beim DRK aufgrund der Streiks nannte Bühler „unwürdige Propaganda, die einer Überprüfung nicht stand hält“. Inzwischen habe das DRK-Unternehmen selbst eingeräumt, dass saisonbedingt etwas weniger Blutkonserven zur Verfügung stehen. Zudem ruft ver.di, nach eigenen Angaben, von sich aus nicht mehr als ein Drittel der Beschäftigten im Entnahmedienst zum Streik auf.

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