Rolf Karling, der Pfarrer und der JoFe-Immobilien-Mann – ein Duisburger Possenspiel

jofe

Brief von Kirchenvorstand Hans-Joachim Feldhaus

Rudolf Karling, der Mann, der den unsäglichen Duisburger Oberbürgermeister Sauerland in einem Protestakt mit Ketchup bespritzte, ist wegen dieser Zivilcourage mit Obdachlosigkeit bedroht. Xtranews ging dem auf den Grund.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen, jemand aus dem Pfarramt Christus König Rheinhausen, die offensichtlich für die Wohungskündigung Karlings (wie berichtet) verantwortlich sind zu erreichen, meldet sich am späten Nachmittag Pfarrer Johannes Mehring.

Das Gespräch mit Pfarrer Johannes Mehring ist von Misstrauen überschattet. „Ihr Journalisten wollt doch nur die Leute gegeneinander ausspielen“, so der Vorwurf Mehrings und weiter, „ich weiß doch gar nicht, ob ich Ihnen glauben kann“. Und dann fällt der interessante Satz: „Herr Karling hat doch von sich aus gekündigt und alles Weitere sind Interna, die nicht für Fremde bestimmt sind. Wir waren immer Unterstützer von Karling. Schade für Bürger für Bürger“.

Ob das Letztgenannte eine Drohung beinhaltet, kann nicht bestätigt werden, da Mehring schnell das Gespräch beendete.

Mit der Aussage Mehrings, dass Karling selbst die Kündigung verlangt habe, konfrontieren wir den Rheinhauser Sozialarbeiter Karling telefonisch.

Was sich anfänglich als einfacher Sachzusammenhang darstellt, wird im Laufe des Gesprächs immer mehr zur Duisburger Provinzposse.

Ja, er habe in der Tat dem Pfarrer gegenüber eine Kündigung ausgesprochen, sagt Karling. Mehring sei zu ihm gekommen, um ihn mitzuteilen, dass der Kirchenvorstand an einem Mietvertrag nicht interessiert sei und er bis Ende März gefälligst auszuziehen habe. Er habe gekündigt, um für die Zeit von September 2010 bis Ende März einen gültigen Mietvertrag zu bekommen, damit die ARGE Duisburg, die ausstehenden Mitzahlungen an den Kirchenträger überweisen könne. Es gab zwar eine Mietbescheinigung der „Zentralredantur Duisburg-West“ (liegt der xtranews Redaktion vor), mit der habe sich aber , so Karling, die ARGE nicht zufriedengegeben.

Karling kann sich auch nicht erklären, wieso der Kirchenvorstand ihn nicht als Mieter haben will. „Im Juli 2010 haben sich drei Kirchenvorstände ausdrücklich für mich als Mieter entschieden, sonst hätte mir Mehring doch nie den Wohnungsschlüssel ausgehändigt“ erklärt er. Mehring habe ihn und „Bürger für Bürger“ immer in besondere Weise unterstützt, weiß der ehemalige Journalist zu erzählen.

Nach der Aktion mit Adolf Sauerland, seien die Wogen hoch geschlagen. So soll sich Pfarrer Mehring gegenüber einem Schützling Karlings mit den Worten „die Intention mit Karling agiert, kann ich nicht unterstützen“ geäußert haben.

Postwendend, wurde Karling ein Brief vom Kirchenvorsstandsmitglied Hans-Joachim Feldhaus überreicht, in dem Feldhaus intoniert „Die Ihnen vorliegenden Formulare und Bescheinigungen haben bedauerlicherweise keine Rechtskraft, da die Fakten nicht mit dem Kirchenvorstand abgestimmt sind, in dieser Form ohnehin aufgrund der letzten Versammlung des Kirchenvorstandes, von diesem nicht akzeptiert wurde“. Deshalb solle Karling bis zum 31.3 seine Wohnung besenrein übergeben.

Interessant ist, das Feldhaus diesen Brief auf dem Briefpapier seiner eigenen Firma JoFe Immobilen geschrieben hat (liegt vor).

Da stellen sich natürlich Fragen.

Hat der Kirchenvorstand kein Geld für eigenes Briefpapier? Verwaltet die „JOFE Immobilien Hausverwaltung OHG Hans-Joachim Feldhaus & Susanne Schaefer“ die Liegenschaften der katholischen Kirche in Rheinhausen? Wenn dem so ist, warum wurde grade das Kirchenvorstandsmitglied Hans-Joachim Feldhaus mit diesem Schreiben beauftragt? Hat hier Feldhaus eigene Interessen mit seinem Amt als Kirchenvorstand vermischt? Und ist Pfarrer Johannes Mehring, der zur Zeit zwei Rheinhauser Gemeinden abwickeln muss, durch Feldhaus und weiteren Kirchenvorstandsmitglieder gegängelt?

Für Karling steht jedenfalls fest, dass er mit Mehring und Konsorten nichts mehr zu tun haben will.

„Ich will einfach in Ruhe meine Arbeit machen“ lässt er zum Schluss des Interviews verlauten.

6 thoughts on “Rolf Karling, der Pfarrer und der JoFe-Immobilien-Mann – ein Duisburger Possenspiel

  1. Herr Sauerland hat bis zum Erweis seiner Schuld als nicht schuldig zu gelten. Was der „Sozialarbeiter“ Karling mit seinem Thomatenketchup veranstaltet hat, grenzt an Selbstjustiz – nein danke, können wir nicht gebrauchen. Ich hätte auch kein Interesse ein einem Mieter, der die Menschenwürde anderer derart mit Füßen tritt.
    Und an die Adresse von Herrn Sauerland: Sie hätten gut und gerne auf dieses schamlose Treiben verzichten können, was „Loveparade“ genannt wird. Dann wären die jungen Menschen noch alle am Leben, und viele der Überlebenden wären nicht traumatisiert, aber nein, Sie, Herr Sauerland, machen ja noch mit.
    Und an die Eltern: Schaut Euch genau an, wohin Ihr Eure Kinder gehen lasst.

  2. Man könnte die Überschrift des Artikels auch so benennen:

    Rolf Karlings Kündigung und der damit verbundene Jojo-Effekt.
    Ich denke dass hierbei noch eine Menge anderes an`s Tageslicht kommt.

  3. Im Grunde genommen stehen hier tote Menschen gegen eine Flasche Ketchup – was zu weiteren Vernichtungsfeldzügen führt, hier konkret zu Wohnungslosigkeit. Die Kirche, die Kirche – stets auf der Seite der Mächtigen zu finden…