Loveparade: Kath. Kirchengemeinde kündigt ihrem Mieter Rolf Karling

Rolf Karling - Auf Wohnungssuche, weil die Kirchengemeinde ihn nicht will. Foto: xn

Rolf Karling - Auf Wohnungssuche, weil die Kirchengemeinde ihn nicht will. Foto: xn

Die Intention, die Rolf Karling in seinem Loveparade-Engagement antreibt, kann die katholische Kirchengemeinde Christus-König nicht mittragen und kündigte ihm daraufhin zum 31.3.2011 die Wohnung, die er seit September 2010 bewohnt.

Karling, der mit der Gemeinde einen Mietvorvertrag seit September 2010 hat, berichtet, dass dieser Vorvertrag seitens des Vermieters nicht bestätigt wurde.  Teile des Kirchenvorstandes verweigern dies, da sie mit ihm kein Mietverhältnis wünschen, erklärt Karling gegenüber xtranews.

Hinsichtlich seiner weiteren Aktivitäten erklärt Rolf Karling, dass er am kommenden Montag, 24.1., zu den geplanten Loveparade-Gedenkaktionen vor Ort aktiv dabei sein wird. „Ich bin im Gespräch mit einem hochrangigen Politiker, der sich vielleicht auch einbringen wird“, sagt Karling, der allerdings noch auf die endgültige Zusage des Politikers wartet.

Rolf Karling sucht nun eine neue passende Wohnung und wäre für Hinweise dankbar.

9 thoughts on “Loveparade: Kath. Kirchengemeinde kündigt ihrem Mieter Rolf Karling

  1. Karling ist sicherlich mitunter ein Rabauke. Unangepasst, nicht weichzuspülen. Aber es stinkt unchristlich, ihm die Wohnung zu verweigern. Immerhin hat Karling zu Weihnachen, dem Fest der Nächstenliebe, in der Kälte im Tunnel und der Rampe der Toten gedacht, wo andere Berufsfromme gefressen und gesoffen haben.

    • Thomas Rodenbücher Sa, 22 Jan 2011 at 14:45:01 -

      Ja, und nach der Gedenkfeier hat er in Rheinhausen noch zwei Essensausgaben für Bedürftige geleitet, was er übrigens jeden Tag macht. Und wenn Karling im Kosovo nicht extrem traumatisiert worden wäre, wäre heute noch einer der besten Journalisten

  2. Leider wird mir aus dem Artikel nicht so klar, ob die Kirchengemeinde nun aktiv einen beerbenden Mietvertrag kündigt oder ob nun „nur“ ein Vorvertrag nicht unterschrieben wird.

    Wie auch immer: Es ist in jedem Fall bedenklich, dass sich eine Kirchengemeinde dazu hinreißen läßt, die Gesinnung eines Mieters als Kriterium für einen Mietvertrag heran zu ziehen.

    Müssen nun demnächst auch Sauerland-kritische Eltern damit rechnen, daß ihre Kinder aus katholischen Kindergärten raus geschmissen werden?

    Wenn die Verantwortlichen dieser Kirchengemeinde sich schon politisch einmischen, dann sollten sie sich eher mal mit dem unchristlichen Verhalten des OB’s auseinander setzen.

  3. Antonia Colloni Sa, 22 Jan 2011 at 14:06:13 -

    Mehr als unchristlich und ein Beweis der Verquickung von Politik und Kirche oder von Macht und „Moral“.

    Der Gemeinde Christus König steht der Pastor Burkhard Jehl.
    Die Kirche ist dem Heiligen Vinzenz von Valencia (Saragossa) unterstellt.
    Das ist einst mit ihm passiert:
    „Man warf Vinzenz nackt in einen dunklen Turm, legte ihn mit zerdehnten Gliedern und von Haken zerrissen auf einen glühenden Rost, bis er schließlich auf einem Glasscherbenlager starb. Dabei trösteten ihn angeblich Engel und machten ihm den Rost und das Marterbett zu einem zarten Blumenlager. Aus Zorn verweigerte der Statthalter die Beerdigung – er sollte von Hunden und Vögeln gefressen werden. Die Leiche, auf freiem Feld den Tieren ausgesetzt, wurde von Engeln bewacht und von zwei Raben verteidigt. Daraufhin wurde er in eine Ochsenhaut eingenäht und mit einem Mühlstein beschwert ins Meer versenkt. Die Wellen spülten ihn jedoch an Land, wo er von einer frommen Witwe gefunden und bestattet wurde.“

    Herr Jehl täte gut daran die Tagebücher Dietrich Bonhoeffers zu studieren.
    Vielleicht weiß er dann, wie man sich christlich verhält und wie sich politisches Engagement, ziviler Ungehorsam, zivile Courage, Glaube und Nächstenliebe miteinander vereinbaren lassen.

    Herr Karling, ich hoffe, Ihr Vermieter besinnt sich seines christlichen Auftrages und gewährt Ihnen weiterhin eine Herberge. Herr Pastor Jehl, Rolf Karling ist ein Mensch, von dem es in Duisburg entschieden zu wenige gibt.

  4. So ist sie nun mal, die Kirche. Fühlt sich einer Partei mit dem C im Namen, aber nur im Namen, eher verpflichtet, als jemandem, der christlich handelt. Jeder anständige Mensch würde diese Gemeinde boykottieren, doch, wie viele anständige Menschen gibt es?

  5. Wie doch mal wieder alles „so schön“ zusammen passt. Einem Mieter wird gekündigt, im Rathaus wird ein „Klima der Angst“ geschaffen (siehe nachfolgendes Zitat). Und warum das alles? Nur um an der Macht zu bleiben? Hat die katholische Kirche denn wirklich nichts aus der Schreckensherrschaft (1933-45) gelernt? Nach 2000 Jahren Machterfahrung dürfte doch auch innerhalb der r.k. Kirche die Aufklärung von I. Kant angekommen sein.

    „April 2010

    Alles scheint auf einem gu­ten Weg. Die Bezirksregierung stimmt dem Finanzkonzept zu. Auch das Innenministerium gibt jeden Widerstand auf. Für die Genehmigungen der Veranstaltung selbst ist Duisburg zuständig. Und damit liegt es in der Macht von Sauerland selbst, die Loveparade zu ermöglichen.

    Und diese Macht braucht der Oberbürgermeister. Denn im Hintergrund rumort es. Seit der Absage von Bochum be­fürchten Sicherheitsfachleute, dass Duisburg zu klein sei, die Veranstaltung durchzusetzen. Spezialisten von Feuerwehr und Polizei warnen vor einer Katastrophe.

    Besonders hart trifft es eine leitende Mitarbeiterin im Bauamt. Sie soll sich geweigert haben, wie gewünscht die Loveparade durchzuwinken. Sie wird versetzt. Eine unter Adolf Sauerland übliche Praxis, mit kritischen Mitarbeitern umzugehen. Ein Amtsleiter berichtet von „Säuberungswellen“ im Duisburger Rathaus. So sei ein Klima der Angst entstanden.“ (28.07.2010, Hayke Lanwert, Thomas Mader und David Schrawen)
    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Chronik-einer-angekuendigten-Katastrophe-id3294715.html

  6. Der Bischof von Augsburg und katholische Militärbischof in Deutschland Walter Johannes Mixa wurde gegangen, wenn auch spät.

    „Es fehlen Priester überall“ (24.01.2011, Hubert Wolf)
    http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Es-fehlen-Priester-ueberall-id4204313.html

    Und in Rheinhausen werden negative Schlagzeilen erzeugt.

    Der katholische christdemokratische Oberbürgermeister wird auch mit dem Rausschmiß eines Mieters nicht zu halten sein.

    „Der letzte macht das Licht aus“ und „Wer zu spät geht, den bestraft das Leben“.