Tarifflucht von Zeitungsverlagen verschärft die Tarifrunde 2011

FrankAls Verschärfung der Konflikte in den Zeitungsverlagen kritisiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Entscheidung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, auch bei ihren letzten tarifgebundenen Regionalzeitungen, Saarbrücker Zeitung, Pfälzischer Merkur und Trierischer Volksfreund, die Bindung an die Flächentarife zu beenden. Von den Verlegern würden die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Redaktionen, Druckereien und Verlagen derartig verschlechtert, dass jegliche Ansprüche an Qualitätsmedien verloren gingen.
Die derzeit laufende Tarifrunde mit den Zeitungsverlegern zeige, dass sie die bisherigen Tarifstandards in Redaktionen massiv abbauen wollen und für die in wenigen Monaten beginnende Tarifrunde in der Druckindustrie haben die Arbeitgeber insbesondere für die Zeitungsdruckereien bereits schwere Tarifeinschnitte gefordert. ver.di bereite deshalb eine die gesamte Printbranche erfassende Tarifrunde in diesem Jahr vor, in der sich die Kolleginnen und Kollegen für die Qualität und den Wert der Arbeit in Printmedien aktiv einsetzen werden.
„Viele Verlage haben, wie jetzt Holtzbrinck, in den letzten Jahren und verstärkt in den letzten Monaten die Tarifbindung an Flächentarifverträge aufgegeben und Arbeitsprozesse in nicht tarifgebundene Firmen verlagert. Dabei wurden branchenweit Personal abgebaut und gleichzeitig die Anforderungen an den einzelnen Arbeitsplätzen erhöht. In den meisten Fällen wurden die erreichten Kostensenkungen schlicht zur Renditesteigerung genutzt. Das Maß an Zumutungen ist überschritten. ver.di ruft daher alle Beschäftigten von der Redaktion bis zur Technik dazu auf, in den anstehenden Tarifrunden offensiv für ihre Interessen einzutreten“, kündigte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke an.

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