SPD zur Loveparade: Jede Unterschrift wurde im Auftrag des OB gemacht!

Duisburg – Mettler (SPD): Es kann nicht nur die Kleinen treffen

SPD-Fraktionschef Herbert Mettler zeigte sich tief getroffen von der Nachricht, dass gegen elf Mitarbeiter der Stadtverwaltung seitens der Staatsanwaltschaft namentlich ermittelt wird. „Mein Weltbild gerät schwer ins Wanken, wenn die Kleinen gejagt werden und die Großen weiterlächeln“, kommentierte er umgehend. Man müsse sich fragen, so Mettler, wie der OB seine Verantwortung sehe, wenn unabhängige Ermittler die Stadtverwaltung so unter Verdacht stellen würden.

Darüber, dass überhaupt gegen so viele Mitarbeiter ermittelt werde, war Mettler höchst erstaunt: „Nach Berichten aus den Zeitungen hat das Gutachten von Herrn Sauerland mehr als 350.000 Euro gekostet und ergeben, dass die Stadt alles richtig und fehlerfrei gemacht habe. Entweder hat man uns verladen oder das Geld aus dem Fenster geworfen.“

Sauerland habe immer wieder verkündet, dass er im Amt bleiben wolle, um aufzuklären. Nun zeige sich, dass mit dem Gutachten wohl eher Verschleierung erzielt werden sollte. Auch der Landtag müsse sich fragen, was ihm da auf den Tisch geworfen worden sei.

Die SPD erwartet, dass Sauerland, Rabe und Dressler die Verantwortung übernehmen. Zum Schutze der Untergebenen seien diese Herren für deren Handeln verantwortlich. „Jede Unterschrift, jede Genehmigung, jede Erlaubnis und jede Zusage wurde im Auftrag des OB gemacht

4 thoughts on “SPD zur Loveparade: Jede Unterschrift wurde im Auftrag des OB gemacht!

  1. „Oberbürgermeister Adolf Sauerland: „Die Stadt Duisburg hat vollstes Vertrauen in die Arbeit der ermittelnden Behörden und wird diese auch weiterhin unterstützen. Ich möchte auch an dieser Stelle unterstreichen, dass ich voll und ganz hinter meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehe. Ich bin überzeugt, dass wir alle nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und keine Amtspflichten verletzt haben. Ich werde alles mir mögliche tun, um diese Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen.“
    http://www.duisburg.de/news/102010100000346112.php

    Heißt übersetzt:

    „Ich habe vollstes Vertrauen in die Arbeit der ermittelnden Behörden und werde diese auch weiterhin unterstützen. Ich möchte auch an dieser Stelle unterstreichen, dass ich mich voll und ganz hinter meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verstecke. Ich bin überzeugt, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und keine Amtspflichten verletzt habe. Ich werde alles mir mögliche tun, um diese Kolleginnen und Kollegen zu … .“

    Noch Fragen?

  2. Es ist wirklich mehr als erstaunlich, wie wenig Wissen über den wirklichen Sachverhalt der Rat und in diesem Fall seine SPD Fraktion zu haben scheint. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen kleine Leute. Die beiden Dezernenten entsrechen im Rang immerhin den Ministern einer Landes- bzw Bundesregierung. Adolph Sauerland, aber auch die Mehrheit des Duisburger Rates haben die Loveparade gewollt. Allenfalls hat man sie für nicht finanzierbar gehalten. Öffentliche Sicherheitsbedenken hat öffentlich niemand geäussert, weil das konsequent umgehend zu einer Absage der Loveparade hätte führen müssen. Diesen schwarzen Peter wollte niemand haben. Wenn man sich selber nicht schlau macht, wird man im Rat und seinen Fraktionen noch so manche Überraschung erleben. Die politische Wahrheit lieferte nämlich weder Frau Dr. Jaspers Auftragsgutachten noch wird das die Staatsanwaltschaft für die Bürgervertretung ermitteln. Politische Kompetenz will erarbeitet sein. Es ist ziemlich einfach: die Baubehörde hätte diese Veranstaltung niemals genehmigen dürfen. Die Feuerwehr hätte eine Einwilligung zum Sicherheitskonzept, das den Mindestanforderungen nicht genügte, verweigern müssen. Die Ordnungsbehörde hätte bereits einige Stunden Telefonkonferenzen wegen der Überfüllung einzelner Sektoren initiieren und ab ca 15:00 über eine Schliessung des Geländes und einen Abbruch der Veranstaltung befinden müssen. Ausserdem ist bis jetzt völlig unklar, was der Krisenstab unter Dezernent Rabe eigentlich mitbekam, und ob und ab wann der sich zum Handeln oder auch nur Hinschauen veranlasst sah.
    Das könnte der Rat und seine Fraktionen längst wissen.
    Und dann hätten wir über die Katastrophe nach der Katastrophe noch gar nicht gesprochen: Schweine teure Auftragsgutachten, geheuerte und gefeuerte PR – Berater, etc.
    Am 5. Februar im Veranstaltungszentrum „Kleiner Prinz“ gibt es Gelegenheit einige Wissenslücken zu schliessen und mit den Geschädigten des Duisburger Verwaltungshandelns ins Gespräch zu kommen.
    http://docunews.org/loveparade/veranstaltungen/duisburg-5-februar-2011-loveparade-2010-offene-fragen-erste-antworten/
    Man darf gespannt sein, wie viele Duisburger Ratsmitglieder einen Tag in unabhängige Aufklärung investieren.

  3. Lothar Evers

    Zu: „Es ist wirklich mehr als erstaunlich, wie wenig Wissen über den wirklichen Sachverhalt der Rat und in diesem Fall seine SPD Fraktion zu haben scheint. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen kleine Leute.

    Man darf gespannt sein, wie viele Duisburger Ratsmitglieder einen Tag in unabhängige Aufklärung investieren.“

    Zunächst ein Hinweis.

    Auf „DerWesten“ gibt es diesen Artikel:

    „Debatte : Dressler sauer über Verhalten des Rats nach dem Loveparade-Unglück“ (Duisburg, 20.01.2011, Oliver Schmeer)

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Dressler-sauer-ueber-Verhalten-des-Rats-nach-dem-Loveparade-Unglueck-id4189289.html

    Im Kommentarbereich habe ich (HeinzK1) folgendes Zitat gebracht:

    „Die Duisburger Ratsfrau Elke Patz (SPD) hatte beklagt, von Sauerland übergangen worden zu sein. „Der Herr Oberbürgermeister Sauerland hat eine ihm sehr eigene Art, mit Kritik und Fragen umzugehen. Wenn kritisch nachgefragt wurde zu dem Thema, hat er durch ironische Bemerkungen versucht, den Fragenden ins Lächerliche zu ziehen, um vom eigentlichen Thema abzulenken und hat Fragen einfach gar nicht beantwortet“, sagte sie dem WDR am Dienstag. Beim Thema Loveparade hätten Politik und Stadtrat nicht mitreden dürfen, so Patz.“ (28.07.2010, 13:34 Uhr | DDP)“

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Dressler-sauer-ueber-Verhalten-des-Rats-nach-dem-Loveparade-Unglueck-id4189289.html#1567218

    Die Loveparade war „politisch gewollt“ und wurde „durchgedrückt“. Zu hoffen bleibt aber jetzt, daß der Stadtrat das Thema „Loveparade – und die Tragödie nach dem Unglück“ erneut auf die Tagesordnung setzt.

    Möglich ist auch, daß die einzelnen Ratsmitglieder zur Veranstaltung:

    „Kongress zu(r) Duisburger Loveparade-Katastrophe“ am Samstag, 5. Februar, von 10 bis 18 Uhr ins Konferenzzentrum „Der Kleine Prinz“ (Schwanenstraße 5-7)

    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Kongress-zu-Duisburger-Loveparade-Katastrophe-id4017360.html

    gesondert eingeladen werden wollen. Wie wichtig den Ratsfrauen und Ratsherren das Thema ist, wird sich sicher anhand der Beteiligung der Ratsmitglieder am Kongress messen lassen.

    Wie hoch die Bereitschaft zur generellen Verantwortungsübernahme des Rates ist, erleben wir in Duisburg eben auch auf schmerzlicher Weise seit dem 25. Juli 2010.

  4. Ich hoffe auch sehr, dass sich zahlreiche Ratsmitglieder und Angestellte der Stadt am Runden Tisch beteiligen. Wir haben die Ratsfraktionen und den Verwaltungsvorstand angeschrieben. Noch stehen einige Antworten aus.