Duisburg 21? Wadde hadde dudde da?

Welche Telefonnummer hat Europa?“, fragte einst der frühere US-Außenminister Henry Kissinger gerne, wenn er die Vielstimmigkeit Europas verspottete. So ähnlich geht es den Duisburgern, bei dem Begriff „Duisburg 21“. Viele haben den Namen schon gehört und gelesen, einige haben mit Anhängern schon in diversen Foren diskutiert. Aber wer oder was ist eigentlich Duisburg 21?

In Duisburg gibt es momentan drei Gruppierungen, die unter dem Label Duisburg 21 agieren. Dies ist zum einen Never Forget, die sich täglich um das Andenken der Opfer kümmern und politisch für eine Gedenkstätte an der „Todestreppe“ kämpfen. Als zweite Gruppierung ist das „Duisblog – Suchet der Stadt Bestes“ zu nennen, die sich direkt nach der Tragödie, aus verschiedenen Internetforen, rekrutierte. Diese Gruppierung trat nach außen immer mit der Forderung auf, dass  Oberbürgermeister Adolf Sauerland umgehend zurücktreten müsse. Einigen Anhängern ging das aber nicht weit genug. Sie sahen auch beim Rat der Stadt und weiteren Beteiligten eine Mitschuld. Dies führte nach einigen heftigen Diskussionen dazu, dass sich nach einigen Wochen eine dritte Gruppe „BÜRGER!MACHT!POLITIK!“ gründete.

Während sich die Gruppe um „Suchet der Stadt Bestes“ ausschließlich auf die Loveparade-Tragödie fokussiert, will die Initiative „BÜRGER!MACHT!POLITIK!“ weit mehr. Sie wollen nicht nur dem Oberbürgermeister und der Duisburger Verwaltung auf die Finger schauen, sondern auch die Politik des Stadtrates insgesamt transparenter darstellen. Die ehemalige Duisburger OB-Kandidatin Mimi Müller, die sich selbst zu der Gruppe „BÜRGER!MACHT!POLITIK!“ assoziiert, formuliert das als „Vorstoß in Richtung mehr Demokratie“.

Axel Krause, Sprecher der Gruppe, charakterisiert „BÜRGER!MACHT!POLITIK!“ in einem Telefoninterview als Bewegung, die „völlige Transparenz in der Duisburger Politik“ erreichen will. „Für uns gibt es keine Opposition, alle haben Verantwortung, alle gehören unter einen Hut“, so Krause weiter, und deshalb „bemängeln wir die einseitige politische Stellungnahme der anderen Organisationen. Nur Adolf Sauerland die in die Verantwortung zu nehmen, wäre scheinheilig, das Desaster haben viele Politiker in Duisburg zu verantworten“,. Krause und seine Mitstreiter unterstützen NeverForget in dem gemeinsamen Bemühen, eine Gedenkstätte auf dem Krieger-Areal zu errichten und wollen dies direkt unter Denkmalschutz stellen. Angesprochen auf die „Muttergruppe“, aus denen sich die vier Aktivisten abgespaltet haben und die Möglichkeit gemeinsame Aktionen zu veranstalten, gibt Krause die vielsagende und moralninsauere Antwort „die anderen treffen sich mit Ratsmitgliedern, wir nicht! Uns geht es um die gesamte Duisburger Politik!“

Zwischen beiden Gruppen steht Konni Hendrix mit „Never Forget“. Hendrix ist jeden Tag an der „Todestreppe“, zündet Kerzen an, macht sauber, spricht mit Passanten und „Touristen“. Hendrix und Never Forget, sind jene, die von Anfang an, den Kontakt mit den Angehörigen der Opfer aufrecht gehalten haben. „Die Anfeindungen der drei Gruppen untereinander sind einfach der Unkenntnis und der mangelenden Kommunikation untereinander geschuldet“, so Hendrix, „im Grunde haben wir alle ein gemeinsames Ziel!“.

Leider war es unmöglich mit den Verantwortlichen von „Duisblog“ ein Interview zu führen.

19 thoughts on “Duisburg 21? Wadde hadde dudde da?

  1. Müller-Lüdenscheid Mi, 19 Jan 2011 at 21:58:19 -

    Hmmmm also selten einen so schlecht recherchierten und mit Unwahrheiten gespickten Bericht hier gelesen.

  2. Wadde-hadde-dudde.da

    Was denn, was haben wir mit dieser Torte Stefan Raab zu tun?
    Wollen Sie uns bloßstellen ?

    Klarstellung:

    Never Forget agiert nicht unter Duisburg21, sondern ist eigenständig, eben Never Forget. Und nicht zwischen zwei Gruppen.

    Ich bin nicht Sprecher der Gruppe http://www.duisburg21.info, sondern stand Ihnen für das Interview zur Verfügung.

    „moralninsauere“? Das hätte ich gerne erklärt.

    Von welchen Anfeindungen sprechen Sie?
    Es gab keine mangelnde Kommunikation, sondern eine eindeutige unter den beiden duisburg21-Gruppen.

    Mein Tipp, nehmen Sie mal das kleine Feature raus.

    Axel Krause

  3. „Leider war es unmöglich mit den Verantwortlichen von „Duisblog“ ein Interview zu führen. Alle Kommunikationskanäle wurden ignoriert. Hier bleibt unter dem Strich, die Anderen können es besser.“

    Lieber Herr Rödenbücher,
    zu dem Artikel gibt es eine Menge zu korrigieren. Ich möchte an dieser Stelle, aber erst mal nur darauf hinweisen, dass Sie mir Ihr E-mail mit der Anfrage für ein Telefoninterview HEUTE MITTAG um 13:21 gesendet haben. Verstehen Sie das unter alle Kommunikationskanäle?

    Vielleicht ein wenig kurzfristig, wenn Sie ernsthaft eine Antwort erhalten möchten. Neben der Duisburger Lokalpolitik sind einige auch noch mit ihrem Beruf beschäftigt.

    Freundliche Grüße
    Dirk Weil

  4. Es gibt 3 Gruppierungen DU21 und Never Forget.

    Als Mitglied der Gruppe DU 21 – Suchet der Stadt Bestes, möchte ich gern zu Ihrem Bericht Stellung nehmen.
    1. Wir heissen nicht Duisblog. Es wird nicht wahr, nur weil es immer wieder so geschrieben wird.
    2. Es war nie unser einziges Ziel „Sauerland weg“. Uns war allen von Anfang an klar, dass sich in der Duisburger Politik etwas ändern muss. Wir machen es step by step.
    3. Der Rat muss weg?? Klasse Forderung. Dazu müsste sich der Rat selbst auflösen. Das wird nie geschehen, denn dafür sitzen zu viele Sesselkleber im Rat.
    4. In der Gruppierung DU 21 Bürger macht Politik gibt es mindestens 2 Bürger, die nicht in Duisburg leben. Eine davon stellt sich allerdings gerne so dar. Warum, das ist mir schleierhaft. Liegt vor der eigenen Haustür kein Dreck?
    5. Wir treffen uns einmal wöchentlich um demokratisch unser Vorgehen zu klären und zu besprechen, was wir noch tun können und wollen. So haben wir auch von Ihrer Email erfahren. Unsere Entscheidung wird Ihnen über unseren Sprecher mitgeteilt.
    6. Warum wir mit Ratsmitgliedern sprechen? Leider konnte oder wollte das kaum jemand verstehen.
    Lerne deinen Feind kennen damit du weisst, wo du ihn packen kannst.
    7. Niemand lässt sich gern Schläge androhen nur weil er politisch eine andere Meinung hat, als gewünscht ist.
    8. Warum hier steht, NF stehe zwischen zwei Gruppen kann ich nicht so ganz verstehen. Bei vielen Aktionen haben wir, die Gruppe DU 21 – Suchet der Stadt Bestes – geholfen, mit vorbereitet etc. Ich habe gerade bei der letzten Demo niemanden von DU 21 – Bürger macht Politik gesehen. Was sich u.a. auch dadurch als schwierig gestalten würde, da wie bereits beschrieben, mindestens 2 Mitglieder keine Duisburger sind.

  5. Ich vesruche das einmal zutreffender zusammenzufassen :

    Es gibt eine „Bewegung“ Duisburg 21 – wie es auch in Stuttgart eine Bewegung Stuttgart 21 gibt. Innerhalb dieser Bewegung gibt es verschiedene Gruppen. Verstehen Sie „Duisburg21“ als einen Ober-Begriff.

    Soweit mir bekannt gibt es derzeit 3 unterschiedliche Gruppierungen, die unterschiedliche Ziele verfolgen.

    „Suchet der Stadt Bestes“ fordert den Rücktritt des Oberbürgermeisters und steht hierzu auch im Dialog mit Ratsparteien.

    „Bürger!Macht!Politik“ fordert die Übernahme der poltischen Verantwortung nicht nur vom Oberbürgermeister sondern von allen politisch Verantwortlichen einschließlich des Rates. Darüber hinaus wird ein veränderter Poltikstil gefordert, der sich kurz mit „Mehr Demokratie“ und „völlige Transparenz“ umschreiben lässt.

    Never forget kämpft ausschließlich für die Einrichtung einer Gedenkstätte am Unglücksort und hat keine politischen Zielsetzungen.

    Eine Zusammenarbeit der Gruppe Bürger!Macht!Politik! mit der Gruppe Never forget, wie sie im Artikel angesprochen wird, besteht nicht.

  6. Die Tatsache, daß ich derzeit in Hamburg lebe, hindert mich in keiner Weise daran, mich für die Belange der Menschen einzusetzen, denen ich mich zugehörig fühle und für die ich mehr als ein Jahrzehnt wöchentlich das politische Leben in Duisburg beschrieben und kommentiert habe. Das Gegenteil ist der Fall: Sie setzt mich erst richtig frei.
    Ihre is zur Ermüdung wiederholten Anwürfe in dieser Hinsicht könnten Sie sich langsam wirklich sparen. Sie machen sich auf die Dauer damit nur lächerlich.

  7. Schade, schade, dass man da nicht an einem Strang zieht. So weit auseinander scheinen die ja nicht zu sein. So wird das nichts. Genau das habe ich befürchtet. Leider wird es dann auch weiterhin keine Alternative in Duisburg geben.

  8. Die Leserinnen und Leser dieses Artikels mögen sich doch einfach selbst ein Bild von den Aktivitäten und Zielsetzungen der verschiedenen Gruppen machen.

    Die Webpräsenzen der genannten Gruppen sind über die entsprechenden Links im Artikel erreichbar.

    • Dem möchte ich eigentlich nur noch hinzufügen, dass ich die verschiedenen Ansätze nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung empfinde.

      Mein Problem sind eher diejenigen, die sich gar nicht engagieren.

  9. War wohl nur komplett ärgerlich. Also noch einmal den richtigen Satz:
    Ich habe mir die Seiten angesehen, und deshalb verstehe ich diese
    Animositäten nicht.

  10. Andere Mimi

    „Habe ich, und deshalb verstehe ich Amositäten nicht.“

    Wenn Sie das so behaupten, dann unterstelle ich Ihnen, dass Sie die Präsenzen nicht gelesen haben. Zumindest nicht gründlich. Oder es nicht verstehen oder verstehen wollen. Letzeres scheint mir der Fall zu sein.

    Ja Mimi Müller, Qualität setzt sich immer durch…

  11. guten abend,

    manchmal bin ich auch froh, erst nach getaner arbeit / zu vorgerückter stunde, dem medienwust des tages ansichtig zu werden. daher war meine verwirrung über die (angeblichen) äusserungen nur von kurzer dauer. was geblieben ist, ist die frage: „häää, watt?“

    bis dato galt dieses Placeblog als eine lesenswerte bereicherung. wer sich mit der Blöd-Zeitung, dem Stadtpanorama und als herausforderung der WAZ zufrieden gibt, kann nicht erwarten, wenigstens in schemenhaften umrissen zu erkennen, was die puppenkiste am Burgplatz da zum besten gibt.

    ich verstehe nichts von journalismus und habe keine der realitätenverdreher workshops besuchen dürfen/müssen. bevor ich aber einen dererlei schwer entsorgbaren sondermüllberg vor der eigenen tür deponiere, schnippsel ich lieber weiter bei diversen und klebs mir in den Blog.

    wie mit einer publizierung soviel eigenschaden angerichtet werden kann, ist schon erstaunlich. hier scheint wirklich alles schief gelaufen zu sein. das sahnehäubchen aber am schluss…
    soll das ein medientechnischer suizid-kahlschlag werden?

    zur sache:
    selbst „gruppen und parteienlos“ sind mir die meisten der genannten akteure aus begegnungen und/oder aktionen bekannt. ebenso habe ich die entwicklung von Duisburg21 – Suchet der Stadt Bestes relativ nah erlebt. Never Forget ist nach meiner wahrnehmung eine komplett andere baustelle als Duisburg21 – wer?auch/immer! … daher fällt es schwer, meine realitätswahrnehmung mit dem hier „recherchiertem“ in einklang zu bringen.

    bei der frage der motivation zu dem publizierten finde ich ebenfalls nichts, was „das“ erklärt. das verschiedene gruppierungen zum gemeinsamen ziel verschiedene wege nehmen empfinde ich als natürlich. bei dem (etappen-) ziel handelt sich zu dem um ein novum. weder die „wir-sind-das-volk“ noch die „wir-stellen-uns-quer“ aktivisten hatten muster, nach denen man sich richten konnte…

    sta(d/t)t mit dreck zu bewerfen, wäre die wertfreie vorstellung der einzelnen gruppen ohne den (eh sinnfreien) vergleich vermutlich das bessere mittel gewesen sein… reine vermutung.

    gute besserung, liebe XtraNews!

    p.s.: die wahl des zitategebers finde ich merkwürdig…
    ich meide menschen, die sagen: „Die Auswanderung von Juden aus der Sowjetunion ist kein Ziel der amerikanischen Aussenpolitik. Und wenn sie die Juden in der Sowjetunion in die Gaskammern schicken, ist das auch kein amerikanisches Problem. Es ist vielleicht ein humanitäres Problem“. ZITAT ENDE (am 01 März 1973 zu Nixon/ Quelle: Die Jüdische Zeitung, Nr. 51, Zürich, 24. Dezember 2010, Seite 4)

  12. Thomas Rodenbücher Do, 20 Jan 2011 at 08:16:56 -

    Es gibt zwei Gruppierungen, die das Label „Duisburg21“ im Domainnamen führen. Dies ist einfach verwirrend, genauso verwirrend ist „Wadde hadde dudde da“. Damit sollte weder jemand bloßgestellt, noch veralbert werden.
    Und die Aufregung hier ist schon verwunderlich.
    Wir haben das Enstehen und die Ziele von drei Gruppierungen skizziert, haben uns an das gehalten was uns erzählt wurde, nicht mehr und nicht weniger. Die Anfeindungen kann jeder in den Schlammschlachten auf „derwesten“ nachlesen. Und wenn ich mir hier den Kommentar von Namura „Niemand lässt sich gern Schläge androhen nur weil er politisch eine andere Meinung hat, als gewünscht ist“ lese, dann würde ich das sehr wohl als Anfeindung interpretieren wollen.
    Wer in der Öffentlichkeit politische Ziele formuliert und verfolgt kann nicht mehr schreien „wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“.
    Herr Weil, ich hatte ihnen zwei Mails geschrieben. Die erste mit der einer Telfoninterviewanfrage und später mit den Fragen mit der Bitte um schriftliche Beantwortung. Wir sind davon ausgegangen, dass eine politisch aktive Gruppierung, eben auch zeitnah reagiert. Aber ich nehme die Kritik an und habe den letzten Satz aus dem Artikel gestrichen, da er der Sache nicht gerecht wurde.
    Und ich möchte hier noch etwas verdeutlichen: Die Rolle von Never Forget ist nicht, dass sie zwischen zwei Stühlen sitzt, sondern, das NF das versöhnende Bindeglied ist, mit denen sich auch die beiden anderen Gruppen umgehen können.

  13. Ich fand den Artikel hilfreich. So habe ich erst erfahren, dass es überhaupt drei Gruppen gibt mit unterschiedlichen Zielen. Das führte dazu, das ich der Frau H. auf FB mein Bedauern ausdrückte für die ein oder andere bissige Bemerkung in ihre Richtung in der Vergangenheit. Der Bürger in Duisburg wurde bis dato vom Kampagnenjournalismus Hombacher Prägung informiert über OB Sauerland und die Parteien. Eine Vorstellung der drei basisdemokratischen Gruppen fand so nicht statt. Warum eigentlich?

    Ich denke mir, dass dieser Artikel nur die Vorspeise ist, die Hunger machen soll auf mehr Informationen als Hauptgericht. Und wie ich die „Köche“ Obens und Rodenbücher kenne, werden sie jede der Gruppen sich noch ausführlicher darstellen lassen.