Claus Matecki: Aufschwung geht an Langzeitarbeitslosen vorbei

Matecki„Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen bestätigen erneut, dass Wachstum das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit ist. Allerdings profitieren Jugendliche, Langzeitarbeitslose, MigrantInnen und ältere ArbeitnehmerInnen derzeit am wenigsten vom Aufschwung”, so DGB Bundevorstandsmitglied Claus Matecki.
”Es ist absurd, vor dem Hintergrund der drei Millionen offiziell registrierten Arbeitslosen von Vollbeschäftigung zu schwärmen und gleichzeitig über Fachkräftemangel zu klagen. 1,4 Millionen zusätzliche Arbeitslose befinden sich in meist perspektivlosen arbeits­markt­politischen Maßnahmen. Zehntausende Ingenieure sind arbeitslos, und neue Beschäftigung entsteht vor allem in der Leiharbeit und in der Teilzeit. Jetzt muss alles daran gesetzt werden, die Potenziale im eigenen Land zu heben, um Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken: Es braucht passgenaue, nachhaltige Aus- und Weiterbildung sowie gute und sichere Arbeit, von der ArbeitnehmerInnen sich und ihre Familien ernähren können.
Dazu gehört, Leiharbeit den Riegel vorzuschieben, die zur Lohndrückerei missbraucht wird. Der Niedriglohnsektor mit fast 13 Millionen Beschäftigten muss schrittweise zugunsten sozial­versicherungs­pflichtiger Arbeit abgebaut werden. Zudem brauchen wir auch Investitionen in den öffentlichen Sektor, um dort Beschäftigung aufzubauen – besonders im Bereich der Bildung.
Mit diesen Maßnahmen würde auch ein zweites Standbein für ein robustes Wachstum geschaffen, das nicht nur von Export, sondern auch von den binnenmarktwirtschaftlichen Wachstumskräften getragen wird. Das ist gerade vor dem Hintergrund der Krise in der Eurozone ein wichtiger Schritt.“

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