DGB Krefeld – Ausbildungsplätze: Azubimangel ist vor allem hausgemacht

Confederation of German Trade Unions

Image via Wikipedia

Krefeld – 7000 Auszubildende fehlen in diesem Winter den Betrieben – behauptet Handwerkspräsident Otto Kenzler. Auch am Niederrhein bläst die Kreishandwerkerschaft in das gleiche Horn. Tatsächlich waren vergangenes Jahr aber 72000 junge Menschen in Deutschland ohne Ausbildungsplatz. Hier von Bewerbermangel zu sprechen sei "schlicht zynisch", sagt DGB-Kreisvorsitzender Ralf Köpke

"Den Fachkräftemangel, den viele Unternehmen, besser gesagt die Kreishandwerkerschaft in der Region jetzt beklagen, sind vorrangig durch den Rückgang der Ausbildungsbereitschaft in den vergangenen Jahren mit verursacht worden." Mit diesen Worten zeigt sich Ralf Köpke, der Vorsitzende des Deutsche Gewerkschaftsbundes in Krefeld, verwundert über die lauter werdenden Forderungen der Unternehmensverbände, einen Fachkräftemangel zu beklagen und gleichzeitig darüber zu lamentieren, viele Jugendliche seien überhaupt nicht für die Ausbildung geeignet.

Der DGB weist darauf hin, dass die Entwicklung der betrieblichen Ausbildungsstellen gerade in Krefeld mit – 7% gegenüber dem Vorjahr mehr als alarmierend ist.

"Diese sieben Prozent weniger in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs sind schon im Vergleich zum Krisenjahr 2009 mit -13 % weiniger berechnet worden. Daneben haben wir auch entgegen dem Trend in NRW eine steigende Zahl von Bewerbern zu verzeichnen.

Der DGB-Kreisvorsitzende kritisierte heftig die Äußerung des Handwerkspräsidenten:  "Seit sechs Jahren gaukelt uns der Ausbildungspakt eine entspannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt vor, gleichzeitig haben 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren keine abgeschlossene Ausbildung. Das sind 17 Prozent dieser Altersgruppe."

Vor diesem Hintergrund von einem Bewerbermangel zu sprechen, sei schlicht zynisch, so Köpke weiter. Denn allein Ende 2010 waren 72.000 junge Menschen von der Bundesagentur für Arbeit als "ausbildungsreif" eingestuft worden. Dennoch blieben Sie ohne Ausbildungsplatz und landeten stattdessen in einer Ersatzmaßnahme.

"Diese Zahlen zeigen, und dies gilt auch für den Niederrhein: Der Fachkräftemangel ist hausgemacht", bekräftigte der Krefelder DGB-Chef. Verantwortlich sei primär die Wirtschaft. Diese wähle die besten Schulabgänger aus und schreibe den Rest als "nicht ausbildungsfähig" ab. "Gleichzeitig ruft sie aber nach ausländischen Fachkräften. Es ist an der Zeit, dass die Unternehmen umdenken, statt einer Fata Morgana nachzujagen."

Unternehmen und Betriebe auch in unserer Region, die sich zukunftsfähig und nachhaltig aufgestellt haben, hätten laut DGB immer einen gesteigerten Wert auf die Ausbildung junger Nachwuchskräfte gelegt, leider habe die Ausbildungsbereitschaft auch der Handwerksbetriebe in der Region in den letzen zehn Jahren abgenommen, nun liege man vor den Scherben seiner eigenen Strategie so der Gewerkschaftsbund.

Enhanced by Zemanta

Comments are closed.