Hartz-4-Aktivistin Margit Marion Mädel beendet Mitgliedschaft in der Linkspartei

Die  bekannte Aktivistin der Sozialen Bewegung, Margit Marion Mädel aus Höxter kehrt der Partei DIE LINKE den Rücken. Die Gründerin des Sozialen Zentrums Höxter begründet ihren Austritt in einem Offenen Brief, der xtranews vorliegt.

Austrittserklärung aus der Partei DIE LINKE.

Hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der Partei DIE LINKE. mit sofortiger Wirkung.

Ich habe mich blenden lassen von einer neuen, jungen Partei, welche sich zum Ziel gesetzt hatte, *HARTZ IV muss weg!* und man wolle dem Sozialkahlschlag stoppen und den Menschen ihre Würde zurück geben…


Mein Interesse lag und liegt immer daran, Politik mit dem Menschen für den Menschen zu gestalten, insbesondere stehe ich seit August 2004 gegen die menschenunwürdigsten Hartz IV Gesetze und unterstützte die soziale Protestbewegung in Deutschland viele Jahre als Koordinierungsmitglied für OWL im Aktionsbündnis Sozialproteste bis 2009. Es wuchs eine Zusammenarbeit mit dem Erwerbslosenforum Deutschland und dem Verein Tacheles aus Wuppertal und vielen sozialen Bündnissen deutschlandweit. In diesen sozialen Bewegungen wurden all die Jahre die Forderungen auf die Straße getragen, welche ich später im Programm DIE LINKE. wieder fand.

Ich erkannte bereits 2005, dass es den Menschen in unserem Lande nichts bringt zu debattieren, diskutieren, Pamphlete zu verfassen welche keiner hören will und selbst für den Protest kann man schwerlich mobilisieren.
So kam mir die Idee ein unabhängiges, überparteiliches und freifinanziertes Soziales Zentrum zu gründen, denn die Menschen brauchten neue Anlaufstellen zur Beratung mit all den undurchschaubaren Hartz IV Gesetzen und deren Schikane und Willkür. Vorerst als Selbsthilfegruppe eignete ich mir alles Wissen an, was man für eine gute Beratungsstelle benötigte. Januar 2007 gründeten wir dann den Verein Soziales Zentrum Höxter e.V. welches mittlerweile einen guten Namen über unsere Kreisgrenzen hinaus hat. Täglich setzen wir uns für die Menschen ein, welche in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden. ( Hartz IV Beratung, Jugendlichen ohne Ausbildung,  Alleinerziehenden, Senioren und kranken Menschen, Menschen mit Behinderungen).

In der Zeit des Widerstandes blieb es nicht aus, dass ich immer wieder an Veranstaltungen der WASG und auch später der Partei DIE LINKE. (in denen mein Ehemann ab 2005 Mitglied ist) teilnehmen konnte und wir unterstützten über die ganzen Jahre diese Parteien. Man schmückte sich gern mit uns und unserer Arbeit in den Protestbewegungen und was wir in unserem Zentrum leisteten.

Im Mai 2009 trat ich in die Partei DIE LINKE. ein um aktiv an den politischen Zielen mitwirken zu können.
Zu Anfang gelang dies auch, aber dann ging es in unserem Kreis um Posten für Stadt und Kreistagsabgeordnete, wie auch für den Bundestag, Landtag und den Landesvorstand.

Bei all den Veranstaltungen erlebte ich, wie Menschen, gemobbt, diffamiert, denunziert, beleidigt und ausgegrenzt wurden. Als wir Unterstützung vom Landesvorstand erbaten, blieb diese aus und ich erkannte ja später, dass es in diesen Riegen genau so brutal zu geht bei Wahlen.

Meine Sprecherratstätigkeit für die LAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik lege ich hiermit auch nieder und trete aus der LAG SBP NRW und der BAG SBP ebenfalls aus.

Dabei wollten wir doch anders sein als all jene Parteien die den Bezug zu dem Bürger und Wähler doch schon lange verloren haben.

Ich bin eigentlich eine Kämpferin und gebe selten auf, aber, wenn man beginnt sich zu schämen was eigene Genossen in unseren Reihen von sich geben, dann wird es Zeit zu gehen. Hier ist nicht mein Platz und ich möchte keine Zeit mehr sinnlos verschwenden für eine Partei welche im Begriff ist, sich selber zu zerlegen und bei der Wort und Tat nicht übereinstimmen.

Eines liegt mir noch sehr am Herzen:

so, werdet Ihr den Weg in eine neue solidarische Gesellschaft nie erreichen, aber ich werde meinen Weg weiterhin fortsetzen für dieses große Ziel und viele Menschen werden sich anschließen, weil sie längst erkannt haben, dass keine Partei dieses Ziel erreichen wird, denn das können nur die Menschen!

Mit solidarischen Grüßen

Margit Marion Mädel
Vorsitzende
Soziales Zentrum Höxter e.V.
Corbiestrasse 14
37671 Höxter

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12 thoughts on “Hartz-4-Aktivistin Margit Marion Mädel beendet Mitgliedschaft in der Linkspartei

  1. Liebe Margit Marion Mädel,

    Dein soziales Eintreten für Belange außerhalb der Linkspartei ist unbestritten zu würdigen. Aber zur Politik gehört nun mal mehr als „Hartz 4″, wobei gerade die Linkspartei sich vorbildlich einsetzt, diese Gesetzgebung zu ersetzen durch eine menschenwürdigere Regelung. Es ist deine persönliche Entscheidung, die Mitgliedschaft zu beenden. Dies ist zu respektieren. Solltest Du eine Lücke zurücklassen, werden andere Mitglieder sich redlich bemühen, diese zu schließen.

    Wenn Du meinst in deinem Schlusswort, “ die großen Ziele einer neuen solidarischen Gesellschaft“ seien durch Parteien nicht erreichbar, so möchte ich dich gerne in deiner Sozialromantik belassen.

  2. Sehr geehrter Herr Rohn,

    der Romantiker scheinen Sie hier zu sein, nämlich der Parteiromantiker. Schon vor 25 Jahren habe ich in einer völlig anderen Gruppe ähnliche Erfahrungen gemacht. Mir scheint, Frau Mädel greift hier einen besonders hässlichen Aspekt sehr berechtigt an, nämlich den Kampf um die Posten. Offenbar ist jede Partei ein Sammelbecken für Profilneurotiker, die für sich selbst, jedoch nicht für die Sache kämpfen. Leider fallen verhältnismässig mehr Männer der Profilneurose anheim als Frauen, und die Kerle können nun mal ihre Ellbogen besser einsetzen, das haben sie ja gelernt. Wenn man diese Erfahrung macht, kann man nur genau so werden, und das will nicht jeder, oder sich mit Grausen abwenden. Und, das sei Ihnen gesagt, Herr Rohn, die Lücke, die eine Frau Mädel hinterlässt, ist von einem Profilneurotiker nicht zu schliessen.

    Wenn Sie die allgemeine Stimmung im Land gut beobachten, wird Ihnen aufgefallen sein, dass die Politik inzwischen ein Niveau erreicht hat, das von den Bürgern so nicht mehr hingenommen wird, und ich wünsche mir sehr, dass diese Aufbruchstimmung sich zu wirkungsvollen Demonstrationen entwickeln wird. Gorleben haben wir schon lange, Stuttgart21 ist ein gutes Beispiel, und selbst Duisburg zeigt Protest, wenn auch nicht vordergründig auf der Strasse, sondern hintergründig, aber konsequent und stet. Das macht Mut. Die Parteien jedenfalls haben ausgedient. Sie bieten nur noch kleinen Gruppen eine Perspektive, ansonsten sind sie überflüssig und werden hoffentlich das, was das GG für sie vorsieht, nämlich, dass sie an der politischen Willensbildung mitwirken können.

  3. guten abend, bravo frau mädel ! seit die linke im mief der macht in berlin etabliert ist, ist der kontakt und wahrscheinlich auch der wille zum kontakt, verloren. auf eine anfrage per email kam eine miserable antwort und auf meine nachfrage nie eine antwort. das kann ich auch bei woanders haben. wäre ich mitglied, TRÄTE ICH AUCH AUS !!!

  4. @ JÜrgen Rohn

    Ihr Angebot lehne ich dankend ab. Das hört sich zu sehr nach dem Motto an: Eine Kuh beschmeisst die andere mit Dreck. Ausserdem hatte ich lediglich meine eigenen Erfahrungen bestätigt gefunden, die mich veranlasst haben, von der aktiven Politik Abstand zu halten und die passive, egal in welcher Richtung, äusserst kritisch zu beobachten. Es wäre wunderbar, wenn die Bedenken, die ich habe, nicht immer wieder bestätigt würden, doch darauf hoffe ich inzwischen nicht mehr.

  5. während sich hier die herren schon wieder über viel wichtigeres als ihren austritt streiten, habe ich eine empfehlung für sie, frau mädel !die homepage der kpoe.at und die meldung über die abgeordneten in graz. könnten sie sich so etwas bei der linken vorstellen ?

  6. Liebe Margit Marion,

    nun doch auf diesem Wege, was ich Dir eigentlich persönlich zumailen wollte:
    Glückwunsch!

    Dein Engagement und Deine Kräfte werden dringend für Wichtigeres gebraucht als die bei Deiner ehemaligen Partei so beliebte Üble-Nachrede und das Mit-Dreck-Schmeißen, wenn man nicht in das Lied einstimmt: „die Partei hat immer recht“ sowie Strippenziehern und Postenjägern den Vorrang lässt.

    Und dieser Herr Rohn scheint noch nicht einmal zu merken, dass er genau diese üblen Umgangsformen hier auch noch öffentlich bestätigt.

    Mach weiter so!
    Uns steht ein anstrengendes gemeinsames Jahr bevor.
    Viele Grüße nach Höxter
    Brigitte
    http://www.hartz4-plattform.de

    • @ Brigitte Vallenthin

      Kritik muss zulässig sein sowohl an der Linkspartei, deren Mitglied ich nicht bin, als auch auch an Frau Mädel. Sie hat einen Abgang gewählt wie ein übel riechender Furz, um es den Genossen mal so richtig zu zeigen.

      Es gibt viele ehrenamtliche Helfer im sozialen Umfeld, die nicht über sich einen solchen Personenkult veranstalten wie Frau Mädel. Ein Parteiaustritt, der der Selbstdarstellung dient, überzeugt mich nicht.

  7. lieber Frank Ulrich Rohde,

    nein das alles kann ich mir im Moment bei der Partei DIE LINKE. nicht vorstellen.
    Wir haben für unser Zentrum von keinem einzigen einen Cent dazu bekommen, und gefragt haben wir gar viele – nicht einmal den Mitgliedsbeitrag wollten sie spenden, soviel dazu wie sozial sie alle sind. Im reden alle groß solange es nicht an den eigenen Geldbeutel geht.
    Wir müssen jeden Monat aufs neue zusehen wie wir unser Zentrum weiterhin finanzieren aus privaten Spenden und unsere Abgeordneten im Kreis und Stadt zahlen nicht einmal ihre Mandatsträgerabgaben an die Parteikasse – eine Antwort erhielt unser Stadtverband auch nicht von der Landesschatzmeisterin – es versiecht alles irgendwo – warum wohl? Sind sie alle unfähig oder ?
    Aber mich geht es nichts mehr an, ich bin mit dem Thema Partei, und das gilt für alle Parteien auf dem Planeten, ein für allemal kurriert.
    Es gibt andere WWege Druck auszuüben und darauf werde ich mich mit anderen Mitstreitern nun konzentrieren.

    Aber ich möchte auch sagen, dass ich sehr viele liebe ehrliche Leute, Abgeordnete welche ich zu meinem Freundeskreis zähle, kennen lernen durfte. Oskar Lafontain steht bei mir sehr hoch im Kurs und würden die Genossen ihm auch mal zuhören, wüßten sie alle um was es geht!
    Aber das zuhören hat ja keiner gelernt, sie labern alle nur viel und sagen letztendes nichts!

  8. Schade dass Sie mit der von Ihnen gemachter Erfahrung so an die Öffentlichkeit gehen und die einzelnen Instanzen der Ansprechpartner oberhalb des Landesverbandes umgehen. Sicherlich ist es frustrierend wenn man höhere Ziele ins Auge fasst und bei den Abstimmungen unterliegt, vor allem wenn man wie in Ihrem Fall noch nicht so lange dabei ist. Bedenken Sie hierbei allerdings auch dass es Parteimitglieder gibt die schon etwas länger dabei sind und gewisse Privilegien haben. Sie wollten sogar ein überparteiliches und freifinanziertes Zentrum gründen und dafür von der Partei die Mitgliederbeiträge haben und beschweren sich darüber dass Sie nichts bekommen haben? So entnehme ich es zumindest Ihrem Kommentar. Ich bitte Sie, was soll dieses Anspruchsdenken. Ob Ihre Angaben über Mobbing und Denunzination den Begebenheiten entsprechen vermag ich nicht zu beurteilen, da ich nicht Zeuge dessen war. Hier etwas zu posten was nicht wirklich nachrecherchiert wurde bzw. überhaupt nachweisbar ist, alle Achtung.
    Ihr Zitat: In diesen sozialen Bewegungen wurden all die Jahre die Forderungen auf die Straße getragen, welche ich später im Programm DIE LINKE. wieder fand.

    Sie stellen es geradezu so dar, dass die Partei die Linke ihr Programm nur von Ihnen hätte. Sorry, aber dieses muss ich energisch bestreiten, da dies definitiv nicht der Fall ist.
    Was mir aber bei Ihnen verstärkt auffällt und was mich darüber hinaus nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass Sie alles hingeschmissen haben und das, obwohl Sie doch so sozial eingestellt sind.
    Könnte es vielleicht sein dass in Ihnen etwas ganz anderes vorgeht als das was Sie hier auf dieser Seite von sich geben?
    Ps: Ich habe Oscar und Gregor bereits persönlich kennenlernen dürfen und ihnen entsprechend ihrer Referate auch zugehört. Ich jedenfalls weiss worum es geht und werde meine Interessen bei der Linken auch weiterhin vertreten.

  9. @Linker Genosse,

    da haben Sie etwas ordentlich missverstanden!

    da ich aber nicht zu den Leuten gehöre, welche diese Dinge öffentlich ausdiskutieren, bitte ich Sie doch, mich eventuell einmal über das soziale Zentrum Höxter e.V. zu kontaktieren.
    Geschriebene Worte werden oft missverstanden, deshalb beende ich hier den Dialog zu meinem Austritt.

    solidarische Grüße
    Margit aus Höxter

  10. Den oben aufgeführten Artikel habe ich der Zentrale in Berlin zugesendet.

    Vielleicht hilft es Ihnen, wenn sich die Parteispitze einmal mit Ihrem Fall beschäftigt. Sie dürfen mir Glauben schenken dass ich hierbei am Ball bleibe.