Journalismus in Gefahr – Aufruf zu Zusammenhalt

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken hat den Journalistinnen und Journalisten in einem offenen Brief für ihren Einsatz im zu Ende gehenden Jahr gedankt und versprochen, dass der DJV ihnen auch 2011 hilft, den immer schwierigeren Berufsalltag zu bewältigen. 2011 müsse der Wert des Journalistenberufs, ja der Wert des Journalismus verteidigt werden, schreibt Konken. „Ich bin zuversichtlich, dass wir diesen Kampf gewinnen können. Das wird aber nur funktionieren, wenn wir alle gemeinsam für die Sache des Journalismus einstehen – für unsere gemeinsame Sache! Helfen Sie mit! Es geht um Ihre Zukunft und um die der nächsten Journalistengeneration.“
Konken erinnert daran, dass die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger erst jüngst deutlich gemacht haben, wie sie sich die Tarifverträge der Zukunft vorstellen: „als Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, die weitaus schlechtere Konditionen enthalten als bisher und die den Journalistenberuf abwerten. Weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld, weniger Kaufkraft in den nächsten drei Jahren und ein Dumping-Tarifvertrag für den journalistischen Nachwuchs.“ Das könne nicht die Zukunft des Journalismus in Deutschland sein, betont der DJV-Bundesvorsitzende: „Sie sind nicht Journalistin oder Journalist geworden, um unter sich kontinuierlich verschlechternden Bedingungen immer mehr zu arbeiten!“
Sowohl der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) als auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hätten deutlich gemacht, betont Konken, dass sie am Verhandlungstisch über ihre Forderungen nicht mit sich reden lassen – wegen ihrer angeblichen Notsituation. Richtig sei zwar, dass das Jahr 2009 den Verlagen zum Teil drastische Einbrüche im Anzeigengeschäft und Rückgänge bei den Auflagen beschert habe. Richtig sei aber auch, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten ist und dass sehr viele Verlage nach wie vor ansehnliche Renditen erwirtschaften – mit Hilfe der gut ausgebildeten und engagierten Journalisten. Jedoch sei die Rendite in vielen Medienhäusern das einzige, was zähle. So schadeten sie auf Dauer auch der Akzeptanz der Zeitungen und Zeitschriften und damit den eigenen wirtschaftlichen Erlösen.

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