Michail Chodorkowski drohen nach erneutem Schuldspruch bis zu 14 Jahren Zuchthaus

Der inhaftierte Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski ist in seinem zweiten – international umstrittenen – Prozess schuldig gesprochen worden. Dem 47-jährigen Erzfeind von Premier Wladimir Putin wurde die Unterschlagung von 218 Millionen Tonnen Öl vorgeworfen. Die Verteidigung hält dies für „absurd und unlogisch“ sowie politisch motiviert. Das Strafmaß wird voraussichtlich erst in einigen Tagen verkündet. Folgt das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, wird der Ex-Chef des inzwischen zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos erst 2017 aus dem Gefängnis entlassen.

Vor Ende der Sitzung wurde die internationale Presse des Gerichtssaales verwiesen. Michail Chodorkowski nahm die Urteilsbegründung scheinbar gelangweilt auf, er blätterte während der Richter sprach, in Dokumenten und Papieren.

Vor dem Moskauer Gericht hatten Hunderte Demonstranten einen Freispruch für die Angeklagten gefordert. „Jeder von uns kann zu einem Chodorkowski werden“, hieß es auf einem Transparent, „Freiheit für politische Gefangene“ und „Russland ohne Putin“ auf anderen.

International wurde der erneute Schuldspruch mit Empörung aufgenommen. Viele sprachen von einem politisch motiviertem Prozess.

Michail Chodorkowski will notfalls bis vor dem Europäischen Gerichtshof gegen seine Verurteilung angehen.

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