Einigung im Tarifkonflikt bei der AWO in NRW

Düsseldorf – Der Tarifkonflikt bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen ist beendet. Der Wohlfahrtsverband und die Gewerkschaft ver.di einigten sich in der Nacht zum 18. Dezember nach langwierigen Verhandlungen auf neue Eckpunkte. Danach werden die Löhne der 22.000 Tarifbeschäftigten ab 1. Januar 2011 um 1,8 Prozent, ein Jahr später um weitere 0,5 Prozent und am 1. April 2012 um 0,7 Prozent erhöht. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 22 Monaten. Für die Auszubildenden gibt es ab Januar 2011 drei Prozent mehr. Zudem werden Auszubildende bei betrieblichem Bedarf nach der Abschlussprüfung für zwölf Monate in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Erzieherinnen in den Kitas, die ab 2008 eingestellt wurden, bekommen eine monatliche Zulage von 100 Euro.

Erstmals vereinbarten Tarifvertragsparteien ein tarifliches Entgelt für das in Pflegeberufen weit verbreitete Einspringen aus der Freizeit(„Kommen aus dem Frei“). Danach gibt es für den zweiten Einsatz im Monat 20 Euro und ab dem dritten Einsatz 30 Euro zusätzlich. Der Betrag wird bis 2014 um jährlich zehn Euro angehoben. Die Nachtarbeitszuschläge erhöhen sich ab Januar um 40 Cent pro Stunde.
Für die ver.di-Mitglieder bei der AWO in NRW wurde eine Vorteilsregelung vereinbart. Sie erhalten bis zum 30.6.2012 drei freie Tage zusätzlich. Zudem wollen ver.di und AWO im März nächsten Jahres Verhandlungen für einen „Tarifvertrag Altersteilzeit/Alternsgerechtes Arbeiten“ aufnehmen.
Für die Annahme des Tarifvertrages wurde eine Erklärungsfrist bis zum 28. Januar 2011 vereinbart.
ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Cremer erklärte sich mit dem erzielten Kompromiss „insgesamt zufrieden.“ Mit der erstmaligen Vereinbarung von Zuschlägen für das „Kommen aus dem Frei“ habe man „ein Stück Tarifgeschichte geschrieben“. Die Tarifeinigung konnte erst nach fünf Verhandlungsrunden und umfänglichen Warnstreiks erreicht werden. Noch am Donnerstag (16.12.) blieben bei dem bisher größten Streik in der AWO-Geschichte zahlreiche Kindertagesstätten ganz oder teilweise geschlossen. Seniorenzentren und Behinderteneinrichtungen liefen nur in Notbesetzung.

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