Stockholm entgeht knapp einem großen Terroranschlag

In der Stockholmer Innenstadt hat sich am gestrigen Samstagnachmittag ein Attentäter in die Luft gesprengt. Er starb bei dem Versuch eines terroristischen Anschlags. Zuvor war ein Auto an einer Einkaufsstraße explodiert, zwei Passanten wurden dabei verletzt. Es besteht allerdings keine Lebensgefahr. Schwedens Außenminister Bildt sprach von einem „versuchten Terroranschlag“.

Die schwedische Polizei geht mittlerweile von einem islamistisch geprägten Versuch eines Terroranschlages aus. Nach Medienangaben trug der mutmaßliche Terrorist sechs miteinander verbundene Rohrbomben, von denen allerdings nur eine explodierte. Spezialisten untersuchten die Taschen des Toten mit Hilfe von Robotern. Auf den Röntgenbildern war neben dem Sprengstoff auch eine Menge Nägel zu sehen. „Aus irgendeinem Grund wurden die Kabel zwischen den Ladungen zerrissen, so dass nur eine der Rohrbomben explodierte“, hieß es. Zeugen berichteten anschließend, dass der Mann „etwas auf Arabisch gerufen“ haben, ehe die Bombe detonierte.

Die Explosionen versetzten die anwesenden Passanten in Angst und Panik.  Der Attentäter soll nach Medienberichten irakischer Abstammung sein und seine Tat zuvor im Internet angekündigt haben. Er habe dabei Audio (Tonaufnahmen) -Dateien verwandt und dort in schwedischer und arabischer Sprache „zum heiligen Krieg“ aufgerufen. Zudem benannte er in seiner Ankündigung, die er kurz zuvor u.a. einer schwedischen Presseagentur zugestellt hatte,  den schwedischen Karikaturisten Vilks  als Schwein. Mit Vilks ist ein schwedischer Zeichner gemeint, der Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte und seitdem Morddrohungen erhält.

Bis zu Stunde gibt es noch keine Bekennerschreiben einer islamistischen Terrororganisation. Wäre der Anschlag allerdings in seiner vollen Wirkung gelungen, hätte die Innenstadt Stockholms ein schreckliches Blutbad erlebt. Schwedens Aussenminister Bildt am Abend in einer Twitter-Nachricht zu dem Anschlag: „Das war ein höchst beunruhigender Versuch eines Terroranschlags in einem belebten Teil Stockholms. Missglückt – aber es hätte wirklich katastrophal ausgehen können.“ Am Vormittag wollten sich die Ermittler in Stockholm äußern.

In Deutschland herrscht weiterhin größte Wachsamkeit gegenüber der Bedrohung durch den islamistischen Terror.


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