Konstantin Neven DuMont will Webportal für Medienkritik gründen

Der vom Verlag als Vorstand beurlaubte Konzernerbe Konstantin Neven DuMont hat sich erstmals ausführlich nach seiner verlagsinternen Entmachtung zu seinen Zukunftsplänen und zum Verhältnis zu seinem Vater Alfred Neven DuMont geäußert. Dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL sagte er, er wolle ein Medienunternehmen gründen, ein journalistisches Webportal. Um Medienkritik soll es da gehen. "Das kann ich", sagt er. "Da kenne ich mich aus." Wie groß das Ganze werden soll, hänge nur davon ab, wie viele Millionen Euro er nun bekomme für seine Anteile. Auf jeden Fall "will ich meine eigene Fernsehsendung moderieren". Er habe ja schon Erfahrung gesammelt, im Kölner Lokalfernsehen. Er wolle seine sieben Prozent am Verlag auch deshalb loswerden, weil er das Gefühl habe, "dass da mein Kapital peu à peu vernichtet wird". Sein Vater könne nicht loslassen, was ja "fast schon tragisch" sei. Außerdem müsse er sagen, dass ihm der Verlag, der den Namen seiner Familie trägt, "zunehmend unsympathisch" werde. Er habe immer wieder rausgewollt aus dem Vorstandsjob, sagte er dem SPIEGEL. Seine Mutter habe ihn in dem Anliegen unterstützt. Nur der Vater habe jedesmal entschieden: Du bleibst, wo du bist. Es sei frustrierend gewesen, so Neven DuMont, dass er oft selbst nicht wusste, warum er sich im Verlag häufig nicht durchsetzte. "Das hat sich wie eine Nebenregierung angefühlt." Wenn der Vorstand etwas beschlossen habe, sei immer wieder jemand zum Vater gegangen. "Und der hat es dann hintenherum wieder gekippt." Oft habe er Projekte vorangetrieben und dann die Erfahrung gemacht: "Wenn es darum ging, es öffentlich zu präsentieren: Schwupp, war mein Vater vorne." Die Stabübergabe von Senior zu Junior habe sich 15 Jahre "hingezogen wie Kaugummi".

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