Papst spricht in Interviewbuch über deutsche Bischöfe

Farbenfroher Benedikt

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Hamburg (ots) – Papst Benedikt XVI. wird in seinem kommende Woche erscheinenden Interviewbuch ‚Licht der Welt‘ auch über die mangelhafte Unterstützung durch die deutschen Bischöfe im Zusammenhang mit der Affäre des Holocaust-Leugners Richard Williamson sprechen. Das kündigte der Autor Peter Seewald in der ZEIT an. Die deutschen Bischöfe hätten versagt, sagte Seewald, als der Papst im Zusammenhang mit Williamson in die Nähe des Antisemitismus gerückt wurde, "keiner hat ihn wirklich verteidigt und gesagt, wie absurd diese Vorwürfe sind. Alle hatten Angst vor der veröffentlichten Meinung." Über all das werde in dem Buch gesprochen, sagte Seewald.

Das Interviewbuch ‚Licht der Welt‘ ist das erste Gesprächsbuch mit einem Papst, das unter journalistischen Bedingungen zustande gekommen ist. Bisher ist vorab nichts über den Inhalt bekannt geworden. Der Journalist Seewald und der Papst trafen sich an sechs Tagen in der Sommerresidenz des Papstes, Castel Gandolfo, und redeten jeweils eine Stunde.

Seewald sagte, es gebe am Ende des Gesprächs einen dramatischen Appell an die Kirche und die Welt. Die Menschheit stehe an einem Scheidepunkt, es sei Zeit für einen Wechsel. Seewald zitiert Benedikt XVI.: "Es gibt so viele Probleme, die alle gelöst werden müssen, die aber alle nicht gelöst werden, wenn nicht im Zentrum Gott steht und neu sichtbar wird in der Welt."

Auch die großen Themen der Gegenwart werden in dem Buch debattiert, die Auswüchse des Kapitalismus genauso wie der sexuelle Missbrauch von Priestern oder die Ausbreitung von Aids. Seewald kündigte in der ZEIT "eine Sensation" an, nannte aber keine Einzelheiten.

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