Veranstaltungstipp: Walter Kaufmann liest aus seiner kürzlich erschienenen Autobiographie

 

Walter Kaufmann

Duisburg – Am Dienstag, den 16. November um 20:00 Uhr, stellt Walter Kaufmann in der Zentralbibliothek (Düsseldorfer Straße 5-7) sein soeben erschienenes neues Buch „Im Fluss der Zeit – Auf drei Kontinenten“ vor. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) und der Jüdischen Gemeinde (alle: Duisburg-Mülheim-Oberhausen) in Kooperation mit dem Duisburger Verein für Literatur und Kunst. Der Eintritt ist frei. 

Der 85-jährige aus Duisburg stammende jüdische Autor hat damit eine unglaublich fesselnde Autobiographie vorgelegt. „Es ist ein verrücktes Buch“, schrieb Volker Weidermann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), „ein Bericht aus einem außergewöhnlichen, exotischen deutschen Leben. Ein kommunistischer Welt-Abenteuerroman, eine Wilde Fahrt durch seine Bücher und sein Leben.“ 

Bei Wikipedia erfahren wir über Walter Kaufmann, dass der 1924 mit dem Jizchak Schmeidler geborene „Sohn einer jüdischen Verkäuferin 1926 er von einem jüdischen Anwaltsehepaar adoptiert (wurde). Er wuchs auf in Duisburg, wo er das Steinbart-Gymnasium besuchte. Seine Adoptiveltern wurden nach der Reichskristallnacht 1938 verhaftet, kamen ins KZ Theresienstadt und wurden im KZ Auschwitz ermordet. Kaufmann gelang 1939 mit einem Kindertransport die Flucht aus dem Deutschen Reich über die Niederlande nach Großbritannien.“ 

Nachdem Walter Kaufmann als 15-Jähriger mit einem der letzten jüdischen Kindertransporte aus Nazi-Deutschland das rettende London erreicht hatte, wurde er dort als feindlicher Ausländer interniert und 1942 per Schiff auf einem Gefangenenschiff nach Australien deportiert. 18 Monate verbrachte er in Wüstencamps zwischen Stacheldraht und Wachtürmen. Obstpflücker, Soldat, Hafenarbeiter, Hochzeitsfotograf, Seemann, Schriftsteller. 1955 kehrte er nach Europa zurück, lebte als Schriftsteller in der DDR. Seine Romane und Reisereportagebände erlebten hohe Auflagen – und stießen doch oft an die Grenzen der Zensur.

Walter Kaufmann gehörte ab 1955 dem Deutschen Schriftstellerverband und ab 1975 dem PEN-Zentrum der DDR an, dessen Generalsekretär er von 1985 bis 1993 war; heute ist er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. 1993 erhielt Kaufmann den Literaturpreis Ruhrgebiet. Im Jahre 2007 gründete Kaufmann mit rund 50 weiteren Antifaschisten in Potsdam den Landesverband Brandenburg der VVN-BdA. Walter Kaufmann ist im Wiki des DRAFD e.V. (Verband Deutscher in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung „Freies Deutschland“) verzeichnet. 

Spannender liest es sich freilich, wenn Walter Kaufmann selbst aus seinem Leben erzählt. Noch einmal aus Weidemanns Rezension: „Bisweilen liest sich Kaufmanns Buch wie eine märchenhafte Verdichtung der deutschen Geschichte des letzten Jahrhunderts… Wie gut, dass er jetzt nochmal alles aufgeschrieben hat und dass von Walter Kaufmanns Leben und Werk mehr bleiben kann als nur die Notiz von Margarete …“

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