Günter Grass hätte von Merkel ein klares Wort in der Einwanderungsdebatte erwartet

Am Mittwoch, den 10. November ist auf Cicero Online ein  Gespräch erschienen, das Philipp Engel mit Günter Grass geführt hat. Der Literaturnobelpreisträger spricht über die Brüder Grimm und Herrn Sarrazin, über die Geldelite und die Bundeskanzlerin, über Horst Seehofer und den Tod.
 

Sarrazins Analyse der Integrationsprobleme sei möglicherweise „zum Teil richtig“, so der 83jährige, werde aber durch seine „durch seine biologistischen und vulgärdarwinistischen Einlassungen“ selbst entwertet. Grass: „Die einseitige Fokussierung auf Integrationsdefizite der Muslime finde ich bedenklich, das unentwegte Beschwören des christlichen Abendlandes unerträglich.“

 

Der Kanzlerin wirft Grass vor, ein klaren Wortes in der Integrationsdebatte „mal dies und mal das“ zu sagen, und wenn es ihr nütze, sich „nach jemandem wie Herrn Seehofer“ zu richten. Der bayrische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende bediene „eine Art von Fremdenfeindlichkeit, die in Deutschland schon immer einen Nährboden hatte“. 

Lobende Worte findet Grass dagegen für seine Partei, die SPD. Sie sei „der Garant für demokratische Grundwerte und soziales Verhalten“. Dagegen hätten sich die Grünen „im Laufe der letzten Jahre immer mehr von umweltpolitischen und sozialen Fragen entfernt“. Der Umweltpartei wirft Grass vor, „reine Klientelpolitik“ zu machen – und zwar für die „gut abgesicherte Mittelschicht“.

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