Erfolg für Atomkraftgegner: keine Weiterfahrt des Castor-Zuges bis Montagmorgen

Die Blockaden der Castor-Gegner wirken. Rund 30 Kilometer entfernt vom Verladebahnhof Dannenberg musste der Transport mit den Castor-Behältern angehalten werden. Bis mindestens Montagmorgen in Dahlenburg werde es keine Weiterfahrt geben, teilten die Polizeigewerkschaften am Sonntagabend mit. In Dahlenburg, 28 Kilometer vor Dannenberg musste die Polizei den Castor-Transport wegen der Proteste von Atomkraft-Gegnern anhalten. Die Polizisten sind nach Gewerkschaftsangaben am Ende ihrer Kräfte. Nun wird verhandelt. 

Massenproteste und Gleisblockaden von Atomkraftgegnern lassen den Castor-Transport kaum noch vorankommen. Am Abend wurde der Zug mit dem Atommüll im Wendland gestoppt, womöglich bis Montagmorgen oder länger. Nach Gewerkschaftsangaben sind die Polizisten am Ende ihrer Kräfte und sehen sich zunächst nicht mehr in der Lage, die Blockaden zu räumen. Eine offizielle Bestätigung der Polizei gibt es bislang nicht. Tagsüber war es im Wendland schon zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Aktivisten gekommen. 

„Die Polizei ist absolut am Ende ihrer Kräfte“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizei-Gewerkschaft, Rainer Wendt. Rund 2000 Menschen blockierten laut Polizei in der Nacht zum Montag die Gleise nach Dannenberg, wo die Castor-Behälter mit dem hoch-radioaktivem Atommüll umgeladen werden sollen. „Die Situation ist friedlich, es werden Gespräche geführt“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei in Lüneburg. Die tonnenschweren Castoren sollen in Dannenberg auf Tieflader verladen werden. Dann sollen sie in das Zwischenlager Gorleben transportiert werden. 

Nach offiziellen Planungen sollte der Castor-Sonderzug bereits am Sonntag auf dem Verladebahnhof im niedersächsischen Dannenberg eintreffen, um von dort auf Lkws verlagert zu werden. Doch der Zeitplan ist völlig durcheinandergeraten. Erst am Montagmorgen sollen laut Polizeigewerkschaft die Details zur Weiterfahrt geklärt werden. Der Sonderzug mit dem hochradioaktiven Atommüll wird über Nacht mit einem Stacheldrahtzaun abgesichert. 

Eine Chronologie der Ereignisse vom Sonntag finden Sie hier.

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