CASTOR: Transportzug erreicht Umladestation

Lüneburg (ots) – Am Montag, 08.11.2010, um 09.25 Uhr, erreichte der Zug mit den Castorbehältern die Umladestation in Dannenberg.

Nach einigen Schienenblockaden auf der Transportstrecke quer durch Deutschland hatte der Zug mit den zehn Behältern vom deutschen Typ HAW28M und einem Behälter des französischen Typs TN 85 am Sonntagnachmittag in Dahlenburg gestoppt und war dort über Nacht gesichert stehen geblieben. Im Bereich der waldreichen Göhrde hatten rund 3500 Demonstranten bei Harlingen durch eine Sitzblockade die Schienen versperrt und dadurch die Weiterfahrt des Zuges in Richtung Dannenberg verhindert.

Mit der Räumung des Gleisbereichs, die bis circa 07.00 Uhr andauerte, begann die Polizei am Montag, gegen 00.30 Uhr. Durch intensive Gespräche, an der unter anderem Konfliktmanager und Seelsorger beteiligt waren, konnte eine konfliktfreie Räumung des Gleises erreicht werden. Die Personen, die den Bereich nicht freiwillig verließen, mussten durch die Beamten einzeln von den Gleisen getragen werden. Im Anschluss wurden sie zu einer im Bereich Harlingen eingerichteten Gefangenensammelstelle gebracht, in der sie mit warmen Getränken, Essen und Decken versorgt wurden. Die mehreren Hundert bei Harlingen in Gewahrsam genommenen Personen wurden von der Polizei wieder entlassen, nachdem der Transportzug die Blockadestelle passiert hatte.

Nachdem die Gleise geräumt waren, stellten die Beamten fest, dass auf einer Länge von rund 50 Metern teils massiv „geschottert“ wurde. Durch Bautrupps mussten diese Beschädigungen wieder beseitigt werden. Nachdem der gesamte Schienenstrang anschließend noch einmal überprüft worden war, fuhr der Castorzug gegen 08.20 Uhr in Dahlenburg ab und erreichte ohne weitere Zwischenfälle die Umladestation in Dannenberg. In den nächsten Stunden werden die Castoren auf Tieflader umgeladen und für den Straßentransport vorbereitet. Wann der Transport auf die letzte Etappe von knapp 20 Kilometer in Richtung Transportbehälterlager startet, steht zurzeit noch nicht fest.

Im Verlauf des Sonntages war es, insbesondere im Bereich der Göhrde, zu verschiedenen Gleisbesetzungen und Straßenblockaden gekommen, an denen insgesamt bis zu 7.000 Personen teilnahmen. Zwar gelang Aktivisten in Einzelfällen das „Schottern“, durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte jedoch in keinem Fall in dem Maß, wie es in den Aufrufen angekündigt worden war. Die kleinen Löcher und Unterhöhlungen konnten schnell wieder beseitigt werden. Immer wieder kam es zu massiven Angriffen auf Polizeikräfte. Aus den extrem aggressiven Personengruppen wurden Polizeibeamte unter anderem mit Reizstoffen besprüht, mit Steinen beworfen sowie mit Pyrotechnik und Signalmunition beschossen. Im Bereich Leitstade wurde ein Sonderwagen der Polizei mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet und die Schutzverglasung des Fahrzeuges stark beschädigt. Mehrere Beamte wurden durch die Übergriffe leicht verletzt. Gegenüber diesen Personengruppen setzten Polizeibeamte gezielt Schlagstöcke und Pfefferspray ein, in Einzelfällen kam es auch zum Einsatz von Wasserwerfern gegen die Angreifer.

Ab Sonntagmittag besetzten bis zu 1.500 Personen die Kreisstraße 2 zwischen Gorleben und dem Zwischenlager und der Zufahrt zum Erkundungsbergwerk. Diese Sitzblockade dauert weiterhin an.

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