Evangelische Kirche kritisiert Atompolitik

Mit einer Mahnung zum Frieden in Afghanistan und Kritik an der Atompolitik der Bundesregierung hat am Sonntag in Hannover die Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) begonnen. Der hannoversche Bischofsvikar Hans-Hermann Jantzen bemängelte im Eröffnungsgottesdienst die Vorfestlegung der Regierung auf den Salzstock im niedersächsischen Wendland als Endlager für Atommüll. Weiter forderte er ein Konzept, wie der militärische Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan schnellstmöglich beendet werden kann.

Jantzen lobte den anwesenden Bundespräsidenten Christian Wulff für dessen „deutlichen Worte“ in der Integrationsdebatte. „Zu Recht verweisen wir auf unser jüdisch-christliches Wertefundament“, sagte der Bischofsvikar. Doch gerade das beinhalte den Abbau von Vorurteilen, statt Ressentiments zu schüren. „Wir dürfen denen, die am rechten Rand der Gesellschaft zündeln, nicht das Feld überlassen“, forderte Jantzen.

Die 126 Mitglieder des Kirchenparlaments tagen bis Mittwoch. Im Mittelpunkt steht die Neubesetzung des EKD-Ratsvorsitzes, nachdem Bischöfin Margot Käßmann im Februar zurückgetreten war. Die Wahl des rheinischen Präses Nikolaus Schneider gilt als sicher. Bereits jetzt fungiert Schneider kommissarisch als Spitzenrepräsentant der 25 Millionen Protestanten in Deutschland.

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