Dortmund setzt tolerantes Zeichen

Foto by Wikipedia/Tbachner

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Dortmund ist immer schon eine weltoffene, moderne und tolerante Stadt gewesen. Das ich dies als gebürtiger Dortmunder schreibe, mag mir nachgesehen werden, aber immerhin haben mich diese Stadt und ihre Menschen geprägt.

Dortmund, sicher nicht die schönste Stadt in NRW, aber immerhin eine der größten, hat ihren eigenen Charme. Eine Arbeiterstadt zwischen Hoesch, Hochöfen, BVB und alten Zechen. Mit Menschen, die den typischen Dooortmunder Slang sprechen, unverwechselbar auch noch Jahre später, wenn man nicht mehr in ihr lebt. Ein besonderes Beispiel dafür war der langjährige OB Günter Samtlebe. Immer ein rhetorisches Erlebnis, wenn er für seine Stadt Dortmund vor die Mikrophone trat, („Datt beste am Wein is datt Pils danach!“). Was ihn nicht zuletzt als OB seiner Stadt äusserst beliebt machte.

Dortmund, eine, für manche DIE,  SPD-Stadt. Viele sagen, in ihr schlägt das Herz der alten SPD. Leider ist dieses Herz nicht mehr so kräftig wie in jungen Jahren, aber dennoch, es pumpt fleissig und munter vor sich hin. Und es pumpt deswegen auch noch so gut, weil es weit über Dortmund hinaus benötigt wird. Das wusste nicht nur der einstige Kanzler Willy Brandt, der Dortmund oft und gern besuchte.

Eine Ruhrgebietsstadt mit eigenem Flair: vom Norden der Innenstadt, einem sehr frühen deutschen Multi-Kulti-Viertel bis hin zum nobleren Stadtgebiet, der Gartenstadt mit der angrenzenden Westfalenhalle und dem Westfalenpark, hat sich in den letzten Jahren, nicht nur infraktrukturell, in dieser Stadt viel verändert.

Und wer bei Dortmund nur an alte Zechen, verlassene Industriegebiete und verblasstem Ruhrpottcharme denkt, der irrt. Denn kaum eine andere Großstadt im Ruhrgebiet verfügt über so verschiedenartige Stadtgebiete wie Dortmund. Es sind eben nicht nur die typischen Arbeiter,-und Kumpelviertel Eving oder Huckarde, Dorstfeld oder Kirchlinde, die das Bild dieser Stadt ausmachen. Es sind auch die etwas „feineren“ Vororte wie Kirchhörde, Lücklemberg, Berghofen oder Bittermark, die das Gesamtbild Dortmunds abrunden. Aber keinesfalls wäre Dortmund die Stadt, die sie wäre, ohne ihre unterschiedlichen Stadtteile und der sie bewohnenden Menschen.

Jenseits aller gesellschaftspolitischen Probleme, die eine Großstadt immer hat, war Dortmund stets stolz darauf, modern und tolerant zu sein. Und dies misst sich immer daran, wie eine Gesellschaft, wie eine Stadt und ihre Verantwortlichen, mit ihrenMinderheiten umgehen.

Einen Beleg dafür bietet die offizielle Dortmunder Website: http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/schwulelesben/start_sl/index.html .

Sicher kein Einzelfall, aber dennoch so gut gemacht, das es mir als erwähnenswert erscheint. Sicher steht Dortmund auch für viele Städte im Ruhrgebiet. Aber ein bisschen was einzigartiges hat es nun mal. Ich mag diese Stadt, auch, wenn ich seit 20 Jahren nicht mehr in ihr lebe. Aber vermutlich bleibt das Gefühl so! Und ganz nebenbei: diese Websiteaktion finde nicht nur ich gut. Auch in unserem Nachbarland Österreich, aus der schönen Stadt Wien, wurde davon heute berichtet. Mag die Dortmunder erfreuen! Auch wenn diese Aktion schon seit einiger Zeit läuft.

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