Update: Hinrichtung genehmigt, Sakineh Aschtiani soll gehängt werden

Die im Iran wegen Ehebruchs zum Tode verurteilte Sakineh Mohammadi Aschtiani (eine Witwe!) soll einer Menschenrechtsgruppe zufolge heute gehängt werden. Aschtiani sollte ursprünglich gesteinigt werden. Nach scharfem internationalem Protest hatte der Iran den Vollzug der Strafe Anfang September aber ausgesetzt. Von den Behörden im Iran gibt es zur Zeit weder eine Bestätigung noch ein Dementi zu dem Bericht.

Auch in einer Mitteilung des französischen Magazins „La Regle du Jeu“ des bekannten Philosophen Bernard-Henri Lévy hieß es, bereits am Mittwoch könne die Vollstreckung der Todesstrafe drohen. Auch diese Meldung bezog sich auf einen Brief des Obersten Gerichts an das Gefängnis. Darin werde die „schnelle Hinrichtung“ der Frau genehmigt. „Da Todesstrafen am Mittwoch vollzogen werden, können wir nur schrecklich besorgt sein.“Diese Sorge teilt der in Teheran geborene Grünen-Politiker Omid Nouripour: Es könnte sein, dass sie an diesem Mittwoch hingerichtet werde, sagte er. „Es gibt dafür Indizien.“ Nouripour mahnte die iranische Führung, diesen „barbarischen Akt“ nicht zu vollziehen. „Die Weltgemeinschaft schaut genau hin.“ 

Sakineh Mohammadi Ashtiani

Die 43jährige Sakineh Mohammadi Ashtiani soll Berichten zufolge am heute, Mittwoch, 3. November, hingerichtet werden. Frau Ashtiani wurde wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt, aber das islamische Regime im Iran hat nun Mordanklagen gegen sie vorgebracht.

Der Sohn Ashtianis, Sajjad Ghaderzadeh, und ihr Anwalt, Houtan Kian, hatten davor gewarnt, dass das Regime dies plante, um so ihre Hinrichtung voranzutreiben.

Anderen Berichten zufolge wurden ihr Sohn Sajjad Ghaderzadeh und Anwalt Houtan Kian massiv gefoltert, seit sie am 10. Oktober mit zwei deutschen Journalisten verhaftet wurden. Die ersten Verhöre des Ministry of Intelligence (Spionageministeriums) wurden nun abgeschlossen und die Akte wurde an den Nationalen Bundesanwalt und Justizsprecher Mohsen-Ejehi nach Teheran gesandt, statt nach Tabriz. Ihre Familien sind um ihr Wohlergehen besorgt. Als man versuchte, für die beiden Anwälte zu bestellen, meinten die Behörden, die beiden Männer benötigten keine juristische Vertretung.

Das einzige “Verbrechen” von Sajjad und Houtan Kian besteht darin, Sakineh Mohammadi Ashtiani zu verteidigen und mit Fakten und Beweisen ihre Unschuld bekannt zu machen.

Wir ersuchen internationale Behörden und die Menschen dieser Welt mit voller Kraft gegen den staatlich unterstützten Mord an Sakineh Mohammadi Ashtiani vorzugehen. Frau Ashtiani, Sajjad Ghaderzadeh, Houtan Kian und die zwei deutschen Journalisten müssen sofort und ohne Bedingungen entlassen werden. Und Steinigungen und Hinrichtungen müssen enden.

Weitere Informationen:

http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-211-2009-2/sakineh-ashtiani-weiter-hinrichtungsgefahr

http://www.avaaz.org/de/24h_to_save_sakineh/?cl=818777034&v=7493

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