Duisburger Philharmoniker | Pinchas Zukerman und Amanda Forsyth im 4. Philharmonischen Konzert – Brahms, Schönberg, Webern

Photo: Tony Hauser

Mit dem israelischen Geiger und Bratscher Pinchas Zukerman ist beim vierten Philharmonischen Konzert am Mittwoch 10. und Donnerstag 11. November um 20 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle einer der größten Musiker unserer Zeit zu Gast. Und er kommt keineswegs allein: Zukerman bringt seine Ehefrau, die kanadische Cellistin Amanda Forsyth mit, die in der internationalen Klassikszene gleichfalls keine Unbekannte ist. Sie nimmt seit Jahren Solo-Positionen bei wichtigen amerikanischen Orchestern ein und konzertiert regelmäßig mit Größen wie Yo-Yo Ma, Jaime Laredo und Yefim Bronfman.

Pinchas Zukerman wurde als Sohn polnischer Emigranten in Tel Aviv geboren. Den ersten Unterricht erhielt er bei seinem Vater; er wechselte aber bald ans Konservatorium seiner Heimatstadt und setzte seine Studien beim legendären Ivan Galamian an der New Yorker Juilliard School fort. In Deutschland wurde er nach seinem furiosen Münchner Debüt 1969 gleichsam über Nacht bekannt.

„Ich wollte nie besser sein als alle anderen. Ich wollte immer so gut sein, wie ich kann.“ Für Pinchas Zukerman ist Musik keine olympische Disziplin, kein Wettbewerb darin, wer es schneller, höher oder lauter kann. Stets ist es der klar und kompromisslos formulierte Anspruch an sich selbst, der zur entscheidenden Richtschnur wird, zum Maß aller Dinge. Dass dieses künstlerische Credo auch seiner pädagogischen Arbeit zugrunde liegt, davon können sich interessierte Besucher vom 11. bis 13. November im Kammermusiksaal der Folkwang Universität Duisburg überzeugen: Pinchas Zukerman und Amanda Forsyth leiten in diesem Jahr
den renommierten Duisburger Meisterkurs.

Beim vierten Philharmonischen Konzert spielt das illustre Duo gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von GMD Jonathan Darlington Johannes Brahms’ Doppelkonzert a-Moll aus dem Jahre 1887. Die kunstvolle Verflechtung der beiden Solopartien steht hier zugleich im Dienst eines tönenden menschlichen Dokumentes: Nach einem vorangegangenen Zerwürfnis hatte Brahms sich wieder mit seinem alten Freund, dem Geiger Joseph Joachim versöhnt. Den neu geschlossenen Freundschaftsbund bezeugte das Doppelkonzert, in dem Joachim die Geige und Brahms das Cello verkörperte.

Zwei berühmte Bearbeitungen aus dem Dunstkreis der Wiener Moderne bilden den Auftakt des Abends. Mit seiner analytisch aufgespaltenen Orchesterfassung des Ricercars aus dem „Musikalischen Opfer“ erwies Anton Webern 1934 dem verehrten Kollegen Johann Sebastian Bach seine Reverenz. Ein Zeugnis der Verehrung ist auch Arnold Schönbergs Bearbeitung des Klavierquartetts g-Moll op. 25 von Johannes Brahms. Schönberg erkannte hier sozusagen eine „verkappte“ fünfte Sinfonie des Meisters, die er durch kongeniale Imitation seines Orchesterstils freilegte. Dem Dirigenten Otto Klemperer gefiel diese Fassung übrigens so gut, dass er danach Brahms’ Original gar nicht mehr hören mochte …

Die Duisburger Philharmoniker kann man im Original auch in der öffentlichen Generalprobe am Dienstag, dem 9. November 2010 um 12 Uhr in der Philharmonie Mercatorhalle hören. Welches Stück geprobt wird, entscheidet Jonathan Darlington kurzfristig.
Der Eintritt für die Öffentliche Generalprobe ist frei.
Die Karten für das Konzert kosten zwischen 9 und 36 Euro, ermäßigt 5 und 18,50 Euro.

4. Philharmonisches Konzert
Mi 10. / Do 11. November 2010, 20.00 Uhr
Philharmonie Mercatorhalle
Jonathan Darlington Dirigent
Pinchas Zukerman Violine
Amanda Forsyth Violoncello

Johann Sebastian Bach
Fuga (Ricercata) zu sechs Stimmen aus „Musikalisches Opfer“ BWV 1071
in der Orchesterfassung von Anton Webern

Johannes Brahms
Quartett Nr. 1 g-Moll für Klavier, Violine, Viola und Violoncello op. 25
in der Orchesterfassung von Arnold Schönberg
Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102

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