ARD-exclusiv: „Wegsperren für immer?“

Berlin (ots) – Sicherungsverwahrung in Deutschlands größtem Knast Film von Norbert Siegmund

Sonntag, 7. November 2010, 13.15 – 13.45 Uhr im Ersten Mittwoch, 17. November 2010, 22.15 – 22.45 Uhr im rbb

In der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel, Deutschlands größtem Gefängnis, leben mehr als 1.400 Gefangene. 40 von ihnen haben ihre Strafe abgesessen, aber sie gelten weiterhin als gefährlich und bleiben deshalb in Sicherungsverwahrung, eingesperrt in einem gesonderten Trakt auf zwei Etagen.

Unter ihnen auch Klaus W., der bereits über 30 Jahre hinter Gittern verbracht hat. Der Räuber und Trickbetrüger machte Schlagzeilen, als er zuletzt als „falscher Polizist“ einen Drogendealer verhaftete und ihm das Geld abnahm. Vor sieben Jahren hat Klaus W. seine letzte Strafe verbüßt, aber als Rückfalltäter bekam er zusätzliche Sicherungsverwahrung, eine Maßnahme, die nicht nur über Sexualstraftäter und Mörder von deutschen Gerichten verhängt wird.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hat die zeitlich unbefristete und rückwirkend verhängte Unterbringung im Gefängnis kritisiert. Während die Politik nach einer neuen Gesetzeslösung sucht, Gerichte über die mögliche Freilassung langjährig Sicherungsverwahrter entscheiden müssen und Boulevardzeitungen Panik machen, dass demnächst gefährliche Gewalttäter in der Nachbarschaft wohnen, verbringt rbb-Reporter Norbert Siegmund eine Woche unter den „gefährlichsten Männern Berlins“. Wie sieht der Alltag in der Sicherungsverwahrung aus? Warum verstößt diese Unterbringung nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen Menschenrechte?

In seiner Reportage befragt und begleitet Norbert Siegmund den Leiter der JVA Berlin-Tegel, Ralph-Günter Adam, Justizvollzugsbeamte, Therapeuten und vor allem Sicherungsverwahrte, die offen vor der Kamera über ihre Straftaten und ihre Situation reden.

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