Das Goldengrün in Duisburg – Szene-Club mit Wohnzimmer-Feeling

Die besten Sachen findet man immer dann, wenn man gar nicht danach sucht. So ist es auch mit dem Klub Goldengrün im Duisburger Dellviertel.
Eigentlich war nur ein Bierabend mit einem Kollegen geplant, der uns mangels Duisburger Alternativen ins Graefen führte. Zwischen gefühlten fünf Kilo Erdnussschalen auf den Tischen und den ewig selben Gesichter, die man schon seit Jahren zum Inventar zählen kann, kam uns gegen 2:30 Uhr die Idee einen neuen „Laden“ anzutesten. Drei Gehminuten vom Graefen befindet sich auf der Realschulstraße hinter einer unscheinbaren Eingangstüre eine Mischung aus Klub, Bar und Szenetreff mit dem Potential in die verwaisten Fußstapfen des legendären Meta Luna  zu treten.

Goldengrün besteht aus zwei Teilen: eine Theke und einer Tanzfläche. Es erinnert mehr an eine Zweiraum-Wohnung mit Bad. Neben dem Eingang eine kleine Sitzecke für fünf, sechs Leute mit direktem Zugang zum „Bad“. Die Theke zieht sich etwa acht Meter als Schlauch hin zur Tanzfläche.
Die insgesamt 50Quadratmeter (Tanzfläche und Bar-Bereich), erinnern nicht mehr an das Sado-Maso-Etablissement, was vorher auf der Realschulstraße 10 residierte. Kein Andreaskreuz, keine Ketten, und die Bodenblechplatten sind durch neues Parkett ersetzt worden. Nur einige Spiegel im Tanzflächen-Bereich sind übrig gebliebene Zeugen von manch bizarren Pony-Spielchen. Hinter der Theke, wo früher Handschellen und Ketten zum Interieur gehörten, bedient nun, unter anderem, die Bremerin und Wahl-Hamburgerin Rebekka, die mit Liebe zum Detail von dem guten Kaffee, der im Goldengrün durch die Maschine des „Cafe Fino“ läuft, schwärmt. Mit dem typischen nordischen Charme erzählt sie den Gästen von ihrem „Wohnzimmer“, gibt Interessierten aber auch Tipps zu Bremen und Hamburg.

Mit Dirk Bremmenkamp, ist einer der besten „Cocktail-Terroristen“ Deutschlands (http://liquidjunkies.blogspot.com/), hinter der Theke. Und wer den hauseigenen „Goldengrün“ (5,50 Euro) bestellt, bekommt eine köstliche Melange aus Gin, Basilikum Blätter, Zitronensaft und dem guten Danziger Goldwasser.
Neben einer Cocktailkarte, die das Herz eines jeden Liebhabers höher schlagen lässt, gibt es natürlich ein gut sortiertes Spirituosen-Regal. Neben dem schon erwähnten Danziger Goldwasser, gibt es jede Menge an verschiedenen Drinks, wie Wodka, Whiskey und Gin. Bei letzerem sticht der Sipsmith (http://www.mixology.eu/de/blog/verkostet-und-bewertet-sipsmith-gin) hervor, der unter Kennern als Geheimtipp gilt. Wer lieber Bier trinkt, hat die Auswahl von frisch Gezapftem und Flaschenbieren. Die echten Kerle trinken Astra (1,80 Euro) und wer gerne mal experimentieren will, dem empfiehlt sich ein „Tannen Zäpfle“.

Die Macher hinter dem Goldengrün sind Bartosz Kwiecinski und Thomas Amshove. Der 32Jährige Amshove, der eigentlich nur wegen seinem Politikstudium nach Duisburg gekommen und dann hier hängengeblieben war, hat sieben Jahre lang im Graefen gekellnert, wo er auch Kwiecinski kennengelernt hat. Amshove und Kwiecinski hegten schon seit längerem den Gedanken einen eigenen Club aufzumachen und schlugen nun im August zu, als ihnen die Räumlichkeiten im Dellviertel angeboten wurden.

Ich hatte Gelegenheit kurz mit Bartosz Kwiecinski und Thomas Amshove zu sprechen:

Bartosz, wie kommt man auf die Idee grade in Duisburg so eine Nummer zu machen?

Bartosz Kwiecinski: Das Goldengrün ist vielleicht der Klub, die Bar die ich mir selber in Duisburg gewünscht habe. Da ich mich bewusst für Duisburg, das Dellviertel entschieden habe und großer Freund des Ruhrgebietes bin, war es eine einfache Entscheidung bei der Möglichkeit unseren Kiez, unsere Mitte mitzugestalten, dabei zu sein! Im Goldengrün verfolgen wir den Bargedanken, guten Service und gute Produkte servieren zu wollen.

Den Kiez mitgestalten, wie sieht euer Konzept aus?

Bartosz Kwiecinski: Das Goldengrün versteht sich als Raum und Ort für jegliche Kunstformen. Wir wollen unter anderem Musikern die Bühne bieten um sich zu zeigen. DJ Kultur jeglicher Musikformen sind auch teil der Agenda. Text und Bild werden auch in Zukunft belichtet. Dafür haben wir einen Raum geschaffen, welcher eine Mischung aus Wohnzimmer- Zuhause ist, aber auch eine Erweiterung der Klubkultur in Duisburg sein soll. Menschen sollen sich wohlfühlen und das Gefühl auch mal zu hause laute Musik hören zu können soll ermöglicht werden. Zum Austausch, zum Tanzen, zum Reden und Abschalten ist das Goldengrün gedacht. Unser Motto: von euch, für euch, mit uns. Mitgestaltung und Zusammenarbeit werden groß geschrieben. So verbinden wir auch Institutionen wie das Djäzz, Oma Kohl, Fato Vino in unseren Räumen.

Thomas Amshove: Es werden bei uns Schauspieler vom Theater an der Ruhr auftreten. So ist zeitnah ein Karl Valentin Abend geplant. Fürs Auge wollen wir an der Rückwand der Tanzfläche ein virtuelles „Aussichtsfenster“ installieren. Wir haben dafür einen Berliner Videokünstler, der Filme aus verschiedenen Fensteraussichten gemacht hat. Die werden in einem Loop auf die Projektionsfläche geworfen.

Ok, was ist denn „Thekenkneten“ und was hat es mit dem Tatort-Abend auf sich?

Thomas Amshove: Nun, Bartosz  ist ja ausgebildeter Physiotherapeut und massiert an den entsprechenden Abenden unsere Gäste durch. Ein Genuss, beim Cocktail-Trinken mal so richtig entspannen zu können. Bei Tatort-Abende stellen wir Sessel auf die Tanzfläche und schauen per Beamer und „Oma Kohl Pizza“ den Ermittlern zu.

Mehr zum Goldengrün findet sich auf Facebook unter: http://www.facebook.com/pages/Duisburg-Germany/Goldengrun/161543940539428

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