Weihbischof Schepers: „Das Versagen seiner Geschöpfe lässt Gott nicht kalt.“

Weihbischof Ludger Schepers – Foto: Bistum Essen

Nach dem (evangelischen) Superintendenten Armin Schneider („Niemand kann – und niemand darf – jetzt einfach zur politischen Tagesordnung übergehen“) lässt die RP Duisburg 100 Tage nach der Loveparade-Katastrophe auch einen katholischen Christen zu Wort kommen. Ludger Schepers, Weihbischof im Bistum Essen und vormals Pfarrer im Duisburger Süden, schreibt über eine grundsätzliche Frage des Katholizismus, die Schuld.

Wer ist schuld? Und die Tragödie bei der Loveparade. Schuldzuweisungen. Suche nach dem Schuldigen. Wer hat was verantwortet, erlaubt, verschuldet? Du bist schuld! Ich? Es war… Ist es etwas Typisches für unsere Zeit, dass überall schnell nach dem Schuldigen gesucht wird – in Presse, Funk und Fernsehen, im Alltagsgespräch, am Gartenzaun? Und dass die Leugnung von Schuld genauso üblich zu sein scheint? „Ich war es nicht.“ „Ich bin nicht beteiligt.“

Vielleicht ist das ja auch bei den Menschen manchmal so, dass Schuld Leben möglich macht. Der eingestandene Ehebruch führt zu einer neuen Tiefe der Beziehung zwischen zwei Menschen. Die in einem Gefängnis abgebüßte Schuld kann zu einer neuen Verantwortung für gelingendes Leben führen: zu einer (neuen) Ausbildung, zu sozialem Engagement, zum Einsatz für die Schöpfung.

Die Schuld der ersten Menschen beantwortet Gott mit der Gnade, dem Geschenk der Erlösung. Doch lässt ihn das Versagen seiner Geschöpfe schon im Augenblick der Schuld und der erfolgten Strafe nicht kalt. Gott erfüllt seine Ankündigung und vertreibt die Menschen aus dem Garten des Paradieses.

Den vollständigen Wortlaut des Beitrags finden Sie hier.

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