Politisches Nachtgebet: Was ist uns noch heilig? Vom Wert der Demokratie

Ist unsere Demokratie gefährdet?

Jüngst hat die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie verbreitet rechtsextremistische Einstellungen in der Bevölkerung, auch unter Gewerkschaftern und Kirchgängern, sind. „So hat sich der Trend, dass seit 2002 immer weniger Deutsche eine Diktatur befürworten, umgekehrt: 2010 wünscht sich in Deutschland gut jede/r Vierte eine ʻstarke Parteiʼ, die die ʻVolksgemeinschaft insgesamt verkörpertʼ, mehr als jede/r Zehnte einen ʻFührerʼ, der ʻDeutschland zum Wohle aller mit harter Hand regiertʼ. Und etwa jede/r Zehnte hält eine ʻDiktaturʼ für ʻdie bessere Staatsformʼ. Durchschnittlich allen drei Aussagen gleichzeitig stimmt jede/r zwanzigste Deutsche zu.“ Eine Wurzel des Rechtsextremismus sehen die Autoren in der Religion des Marktes und der Waren.

Vorrang der wirtschaftlichen Interessen?

Aber auch andere Entwicklungen nehmen bedrohliche Formen an, etwa wenn sich eine immer größer werdende Kluft zwischen Bürgerschaft und politischen Mandatsträgern auftut. Beispiele sind die Proteste gegen den Bahnhofsneubau in Stuttgart oder die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken. Konflikte verschärfen sich, wenn der Eindruck entsteht, dass sich die Politik weitgehend von privatwirtschaftlichen Interessen beeinflussen und leiten lässt. Mit Unverständnis wird dagegen bei politisch Verantwortlichen auf Bürgerproteste reagiert, die mit dem Vorrang ökonomischer Rationalität unvereinbar zu sein scheinen. 

Politisches Nachtgebet
Kreuzeskirche Marxloh
Karl-Marx-/Ecke Roonstr.
Montag, 1. November 2010, 18 Uhr

Thema: Was ist uns noch heilig? Vom Wert der Demokratie

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

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