Sprengstoff in Luftfracht-Sendungen – zwei Frauen verhaftet

Nach dem Fund von zwei mit Sprengstoff präparierten Luftfracht-Paketen mit Bestimmungsziel USA haben die Behörden im Jemen 26 weitere verdächtige Sendungen entdeckt und zwei verdächtige Personen festgenommen. Auf den Flughäfen von Dubai und East Midlands waren in der Nacht zu Freitag in Frachtmaschinen zwei aus dem Jemen stammende Pakete mit Sprengstoff entdeckt worden.

Jemenitische Sicherheitskräfte haben am Samstag im Zusammenhang mit den vereitelten Paketbomben-Anschlägen in den USA zwei Personen festgenommen und weitere verdächtige Sendungen identifiziert. Die Pakete würden derzeit untersucht, verlautete am Samstag aus Ermittlerkreisen in Sanaa.

Präsident Ali Abdullah Saleh teilte am späten Samstagabend in der Hauptstadt Sanaa mit, eine Medizinstudentin und ihre Mutter seien von der Polizei in ihrer Zuhause im Armenviertel Madhbah festgenommen worden. Die beiden Frauen stehen im Verdacht, die beiden Pakete aufgegeben zu haben.

Die Polizei im Jemen habe zuvor einen Hinweis von US-Ermittlern erhalten. Diese hätten die junge Frau als Käuferin der SIM-Karte identifiziert, die an einem der beiden Sprengsätze befestigt war. Diese hatten die junge Frau als Käuferin der SIM- Karte, die an einem der beiden Sprengsätze befestigt war, identifiziert. „Sie ist eine Medizinstudentin, und sie wird zur Befragung festgehalten“, sagte Saleh. Ihr Name und weitere Details wurden nicht genannt.

Zuvor waren Ermittler bei der Kontrolle von Paketdiensten im Jemen fündig geworden: Mindestens zwei Dutzend verdächtige Päckchen wurden sichergestellt. Die Sendungen würden nun untersucht, verlautete aus Ermittlerkreisen in Sanaa. Zudem wurden Mitarbeiter von Luftfrachtgesellschaften und der Frachtabteilung des internationalen Flughafens Sanaa aufgegriffen und verhört.

Der jemenitische Präsident Saleh betonte zugleich, dass er keine ausländische Unterstützung zur Bekämpfung der Al Qaida in seinem Land wünsche. „Wir möchten nicht, dass sich jemand in Angelegenheiten des Jemens einmischt und die Al Qaida hier jagt“, sagte er. „Wir werden unsere Flugzeuge und Ausrüstung einsetzen, um die Al Qaida wo auch immer im Land zu jagen.“

Die britische Innenministerin Theresa May bestätigte am Samstag nach einer Sitzung des Krisenstabs Cobra in London, dass das in England gefundene Paket einen funktionsfähigen Sprengsatz enthalten habe. Wie die britische Polizei mitteilte, wurde das Paket auf dem Flughafen Köln aus einer aus dem Jemen kommenden Maschine in den Flieger nach East Midlands umgeladen. May zufolge hätte der in Druckerpatronen eines Computerdruckers versteckte Sprengsatz bereits in der Luft gezündet werden können und wäre in der Lage gewesen, ein Flugzeug zum Absturz zu bringen.

Die Sicherheitskontrollen im Luft-Frachtverkehr sind inzwischen international verschärft worden. Auch Deutschland zog nach. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, der zunächst keinen Anlass für schärfere Sicherheitskontrollen sah, hat inzwischen – genau wie Frankreich – die Landung von Frachtflugzeugen aus Jemen in Deutschland untersagen lassen.

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