Laizisten in der SPD kritisieren Generalsekretärin Nahles

Vor gut zwei Wochen hat sich in Berlin ein „Arbeitskreis Laizistinnen und Laizisten in der SPD“ konstituiert. 50 Sozialdemokraten, darunter Ingrid Matthäus-Maier und Rolf Schwanitz, der ehemalige Staatsminister im Kanzleramt, beschlossen zehn Forderungen für eine konsequente Trennung von Staat und Kirche. Einer der in Berlin gewählten Sprecher der Gruppe ist Michael Bauer aus Nürnberg. Er ist seit 1993 SPD-Mitglied und seit 2000 Geschäftsführer des Humanistischen Verbands Nürnberg.

Bauer erklärte jetzt in einem Interview mit der „Jungle World“, „dass die Generalsekretärin Andrea Nahles, die ja selbst ein Buch geschrieben hat über ihre katholische Frömmigkeit, uns untersagt hat, den Namen SPD zu verwenden, ebenso wie den Begriff ,sozialdemokratisch`. Anscheinend versucht die Genossin Nahles über den Weg des Markenrechts Dinge auszubremsen, die ihr nicht gefallen.“ 

Auf die Frage „Was tun Sie, wenn der Parteivorstand die Gründung des Arbeitskreises als SPD-Gliederung ablehnt?“ antwortete Bauer: „Das würde ich bedauern. Da würde mich die Begründung dann sehr interessieren. Damit wäre die Sache aber nicht aus der Welt. Es gibt ja noch andere Gremien und Verbände in der Partei, etwa Landesverbände, wo man dann weitermachen könnte. Wir werden den Diskussionszusammenhang auf jeden Fall erhalten und unsere Ideen in die Partei tragen. Ich habe den Eindruck, Sigmar Gabriel war nicht gut beraten, unsere Bestrebungen in dieser barschen Form, in der er es getan hat, abzulehnen. Unsere Ansichten gehören zur Identität der SPD, die SPD ist keine klerikale Partei, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es eine Mehrheit gibt, die das wollen würde.“ 

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