Jurga im Urlaub, Teil 6: Ein Big Mac am Toten Meer

 
Foto: M. R. Jurga

Am Sonntag machten wir uns auf den Weg zum Toten Meer. Das war schon ein Tagesausflug; denn so etwa anderthalb bis zwei Stunden pro Fahrt mussten wir schon kalkulieren. Der kürzeste Weg von Tel Aviv zum Toten Meer führt durch die besetzten Gebiete. Weil erstens diese Checkpoints aufhalten können und zweitens es nicht unbedingt die beste Idee ist, mit einem als Mietwagen erkennbaren Auto durch das Westjordanland zu fahren, entschieden wir uns für die „Südroute“ – fast runter bis nach Beer Sheva. Da wir auf der Hinfahrt tatsächlich in einen Stau gerieten, saßen wir insgesamt etwa vier Stunden im Auto. Aber diese Stunden hatten sich gelohnt.

Meine Frau und ich waren vor zweieinhalb Jahren bereits einmal am Toten Meer. Aber erstens hatten wir damals unsere Tochter nicht dabei, und zweitens ist dieser Ausflug immer wieder ein eindrucksvolles Erlebnis. Damals war die Wüstenstadt Beer Sheva unser Aufenthaltsort; denn dort arbeitet und lebt mein ehemaliger Schulkamerad Joachim Meyer. Er ist auch heute noch mein Freund.

Dass wir uns die ersten Tage unseres Israel-Urlaubs nicht getroffen hatten, hat einen ziemlich simplen Grund. Joachim hielt sich bis einschließlich Sonntag aus beruflichen Gründen in Berlin auf. Okay, sozusagen im Gegenzug war ja, wie ich in Teil 5 berichtet hatte, der in Berlin arbeitende und lebende Manuel Reiß währenddessen in Israel.

Foto: M. R. Jurga

Da wir das Tote Meer auch dieses Mal wieder aus Richtung Beer Sheva ansteuerten, fuhren wir abermals die Ortschaft En Bokek an. Der Deutsche braucht Abwechslung; aber es muss immer dieselbe sein. Ich kann nicht sagen, was beeindruckender ist: die Abfahrt aus 300 Meter Höhe runter zu 400 Metern unter dem Meeresspiegel – und zwar sehr zügig, also sehr steil. Oder das Erlebnis, von dem ich schon als kleiner Junge geträumt hatte: auf dem Wasser liegen zu können, ohne schwimmen zu müssen.

Werner und Gabriele Jurga - Foto: M. R. Jurga

Foto: Wikipedia (NASA)

Ich halte das Titelfoto meiner Tochter für ziemlich gelungen. Sie müssen sich vorstellen, dass das Bild aus einigen hundert Metern Höhe „geschossen“ wurde. Hübsch ist auch das „Fotoalbum“ von Wikipedia hier. Das Bild mit dem Hotel „Daniel“ (links über der Werbung) ist vom Strand En Bokek aus entstanden. Das Foto mit meiner Frau und mir zeigt uns etwa auf der Höhe des Meeresspiegels.

Am Toten Meer habe ich mich tatsächlich an den Strand gelegt, was ich bislang am Mittelmeer nicht gewagt hatte. Ich muss nämlich aus gesundheitlichen Gründen etwas vorsichtig sein. Am Toten Meer jedoch kann man wesentlich längere Zeit verbringen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen und – wichtig für mich: auch die Hitze ist nicht so drückend. Wegen der ganz anderen Luftdruckverhältnisse, des stark reduzierten Gehalts an UVB-Strahlung etc.

In En Bokek gibt es ein Einkaufszentrum mit einem McDonalds-Restaurant, selbstverständlich dem tiefst gelegenen auf der ganzen Welt (wie es bei Wikipedia heißt). Allerdings: zweimal geht es selbst bei McDonalds koscher zu: einmal in Jerusalem (dort gibt es freilich mehrere Restaurants) und das andere Mal eben hier in En Bokek. Das bedeutet: kein Cheeseburger. Denn „das Tier in der Milch seiner Mutter“ zu verzehren, ist eben nicht koscher. Okay, das sehe ich ein. Von mir aus hätte man zwar auch einen Bullen zu Hackfleisch verarbeiten können; doch es gibt Situationen, in denen ich mir denke: „Sag´ mal besser nichts!“ Es darf auch ruhig einmal ein Big Mac sein …

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