Jurga im Urlaub, Teil 1: das Tagebuch

Beach Tel Aviv; Bild: ucityguides.com/tel_aviv/

Endlich Urlaub! Und das Schönste am Urlaub – heutzutage: man ist gar nicht so richtig weg. Man geht online, und schon fühlt man sich wie zuhause. Fast. Und hier kommt man überall ohne jedes Problem ins Internet. Hier, das ist in meinem Fall momentan der Strand von Tel Aviv. Herrlich! 35 Grad im Schatten. Nur, das ist ja logisch: am Strand selbst gibt es keinen Schatten. Es sei denn, man mietet sich einen Strandkorb. Fast wie an der Nordsee oder Ostsee. Aber das wäre mir zu spießig. Jedenfalls hier.
Also setze ich mich in ein Strandcafé. Herrlich! Zu warm, klar; aber durch den Wind kommt es mir nicht so vor. Dennoch sitze ich geschützt und vor allen Dingen: bequemer als in so einem Strandkorb. Einen frischen Kaffee, ein Kaltgetränk on the Rocks: ja, es geht. Und es kommt kein Sand an den Laptop. So etwas will man ja auch nicht. Und das Allerbeste: jedes Strandcafé hat in Tel Aviv W-LAN. Anders geht das hier gar nicht. Sonst könnten die gleich zumachen.
Deshalb bin ich hier auch keineswegs der Einzige, der am Surfen ist. Im Netz, versteht sich. Ja klar: auf dem Meer surfen auch so einige Leute. Und ich – ohnehin ziemlich liberal – sehe da auch gern mal zu. Aber dabei ein wenig Stöbern, was sonst so in der Welt passiert: das rundet die ganze Sache – für mich einigermaßen angenehm – ab.

Ich hatte versprochen, immer mal einige Zeilen aus Israel zu berichten. So eine Art Urlaubstagebuch. Und, reine Erziehungssache: was man verspricht, muss man halten. Okay, diesen Stress habe ich mir selbst eingehandelt. Mitten im Urlaub diese Schufterei. Irit sitzt neben mir und genießt das außergewöhnliche Privileg, sich mein Klagen anhören zu dürfen.
Als erste, live und hören. Sie können ja nur lesen. Zeitversetzt: ich muss jetzt ja erst die Sache eintippen. Und wer weiß, wann Sie dazu kommen, diese zeithistorischen Aufzeichnungen lesen zu können?! Wer Irit ist?! Ja langsam: das werde ich auch noch berichten. Und vielleicht etwas von meiner Anreise erzählen. Eins nach dem Anderen, immer langsam: ich habe nämlich Urlaub. Nur kein Stress! Nicht hier am Strand von Tel Aviv.

Ich bleibe zehn Tage hier in Israel. Mehr sitzt nicht drin. Ein Appartement haben wir gemietet. „Wir“ – na klar: ich bin hier mit Familie. Familienurlaub, man will es ja auch schön haben. Aber, wie immer, weil ich mich schon allein aus gesundheitlichen Gründen gar nicht in die Sonne legen darf, machen wir es wie immer: die Damen sind am Strand, und ich im Strandcafé. Im Schatten, Kappe auf dem Kopf, ein kühles Getränk und einen Kaffee. Da muss ich durch, reine Gewohnheitssache: es ist hart, aber es geht.
Früher habe ich währenddessen immer etwas gelesen. Heute auch, aber eben (auch) online: man ist einfach mehr up to date. Und wenn es trotzdem einmal langweilig werden sollte: gut, dann guckt man einfach mal. Was man halt so sieht. Oder man unterhält sich. Mit Irit zum Beispiel. Oder, wenn man multitaskingfähig ist, wie ich zum Beispiel: dann macht man eben alles gleichzeitig. Surfen (nochmal: im Internet natürlich, nicht auf dem Wasser!), die Mädels begucken („meine“ Mädels natürlich – oder wollen Sie mir etwa etwas unterstellen?!) und mit Irit plaudern.
Ja, das ist wirklich alles ein ziemlicher Stress. Aber man ist ja nicht zum Vergnügen auf der Welt. Und wenn ich dann immer noch etwas Zeit haben sollte, schreibe ich ein paar Zeilen in mein Online-Tagebuch. Daher kommt ja der Name: „Web-Log“. Oder einfach: „Blog“. Also versprochen: ich lasse von mir hören. Ich kann halt nur noch nicht so genau sagen, wann. Wie gesagt: alles reichlich Stress hier. Mal abwarten. Cool bleiben. 

Bis dann
Werner Jurga

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